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Karneval – ein Vergnügen nicht bloß für "Eingeborene"

Ein Schauspieler steht am Donnerstag (18.02.2011) bei der Premiere der "Immisitzung" in Köln auf der Bühne. Nach dem Motto "Jeder Jeck ist von woanders" gestalteten zugewanderte Künstler die Karnevalssitzung

Karneval – ein Vergnügen nicht bloß für "Eingeborene"

Von Christoph Tiegel

  • "Jede Jeck is von woanders"
  • Karneval mit Migrationsvordergrund
  • Studiogast: Senol Arslan von der Immisitzung

Karneval - ein Vergnügen nicht bloß für "Eingeborene"

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 02.03.2019 11:45 Min. WDR 4

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Bunte Truppe vor buntem Publikum

"Jede Jeck is von woanders", heißt es auch in diesem Jahr wieder bei der sogenannten Immisitzung in Köln. Gegründet wurde sie in der Karnevalssession 2010 von einer Gruppe von Schauspielern, Musikern und Produzenten mit dem Ziel, eine Karnevalssitzung mit vielfältigem kulturellen Hintergrund zu veranstalten. Als "Imi" bezeichnet der Kölner Volksmund alle Zugezogenen, also die Menschen, die in Köln leben, aber nicht dort geboren wurden ("imi-tierte" Kölner). Das zweite "m" in Immisitzung bezieht sich auf "Immigranten". Im Ensemble wie auch im Publikum der Immisitzung finden sich Im(m)is aus der Türkei genauso wie aus den USA oder Oberfranken.

Themen-"Dreigestirn"

Kulturelle Vielfalt, Köln und Karneval: dieses "Themen-Dreigestirn" bestimmt auch die diesjährige Immisitzung. Auf der Bühne werden interessante Alltagsfragen geklärt, wie zum Beispiel: Was geschieht, wenn die Integrationsbeauftragte von Nordrhein-Westfalen zum "interkulturellen Abendessen" einlädt und gefüllte Lammhoden serviert bekommt? Oder wenn daheim die künstliche Intelligenz "Iris" das ganze Haus steuert und außer Kontrolle gerät? Oder wenn die fortschrittliche Psychotherapeutin ihre Sitzung per Videochat abhält, aber die Verbindung im lahmen deutschen Datennetz immer wieder abbricht?

Unser Studiogast: Senol Arslan

Die Immisitzung ist eine Nummern-Revue. Durch drei Stunden Sketche, Songs und Stand-up-Comedy führt mit brasilianischem Temperament die Sitzungs-Präsidentin Myriam Chebabi, auch bekannt als "die brasilianische Jungfrau ImmiMymmi, die Erste". Sie gehört zum Gründungsteam der Immisitzung genau wie unser Studiogast Senol Arslan. Er hat türkische Wurzeln und ist in Leverkusen geboren, also aus Kölner Sicht ein waschechter "Im(m)i". An Karneval, speziell am Rosenmontag in Köln gefällt ihm, dass an diesem Tag wirklich alle (jecken) Menschen gleich sind. Ausnahmslos alle seien willkommen im närrischen Treiben, und diesen "Ausnahmezustand" empfindet Arslan als etwas "ganz Besonderes".

 

Stand: 01.03.2019, 00:00