Besser hören – wichtig für das Miteinander

Eine Hörgerät wird am Ohr eines Mannes befestigt.

Besser hören – wichtig für das Miteinander

Von Anne Debus

  • Fast jeder zweite über 65 hört schlecht
  • Mit einem Hörgerät sollte man nicht zu lange warten
  • Licht-Signalanlagen und drahtlose Übertragung helfen im Alltag

Besser hören – Wichtig für das Miteinander

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 01.02.2020 16:17 Min. Verfügbar bis 31.01.2021 WDR 4 Von Anne Debus

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Schwerhörigkeit betrifft viele

In der Altersgruppe ab 65 hört fast jeder zweite Mann und jede dritte Frau schlecht. Das kann die Folge einer Erkrankung oder übermäßiger Lärmbelastung sein, oft ist es einfach eine Alterserscheinung.

Bei einer beginnenden Schwerhörigkeit kann das Ohr meist bestimmte Tonhöhen nicht mehr wahrnehmen und Geräusche immer schlechter unterscheiden. Für Betroffene sind Einzelgespräche oft noch kein Problem.

In größeren Gruppen oder bei lauten Hintergrundgeräuschen, etwa im Restaurant, fällt es ihnen aber schwer, sich am Gespräch zu beteiligen. Weil das Hören für sie mit hohem Konzentrationsaufwand verbunden ist, sind schwerhörige Menschen schnell erschöpft.

Nicht zu lange mit dem Hörgerät warten

Je länger man mit dem schlechten Hören lebt, desto schwerer fällt es, sich an ein Hörgerät zu gewöhnen. Norbert Böttges, Vorsitzender des Landesverbandes NRW vom Deutschen Schwerhörigenbund, spricht in WDR 4 Mittendrin von einer 'Hörentwöhnung':

"Man gewöhnt sich an das 'Weniger Hören', auch daran, dass man bestimmte Dinge gar nicht mehr hört. Und das Hörgerät gleicht das plötzlich aus. Das heißt, man hört Dinge, die man lange nicht mehr wahrgenommen hat. Und das empfindet man als störend."

Deshalb braucht man etwas Geduld, um sich an das Hören mit einem Hörgerät zu gewöhnen. Danach sind viele Betroffene aber sehr zufrieden – Hörgeräte haben sich in den letzten Jahren technisch stark verbessert.

Schlaue Hilfsmittel für den Alltag

Trotz Hörgerät haben Hörgeschädigte oft Probleme damit, entfernte Geräusche wahrzunehmen. Sie überhören die Türklingel, das Telefon oder Babyfon im Nebenraum, schlimmstenfalls sogar den Rauchmelder.

Eine Licht-Signalanlage kann das verhindern. Sie übersetzt das Geräusch in farbige Lichtblitze, die in jedem Raum des Hauses zu sehen sind. Oder wahlweise auch in einen Vibrationsalarm für die Hosentasche.

Ein großer Fortschritt ist die drahtlose digitale Übertragung. Dabei überträgt ein Zusatzgerät den Ton von Radio, Fernsehen oder Handy direkt aufs Hörgerät. Praktisch sind auch kleine drahtlose Mikrofone, die man etwa dem Tanzlehrer oder einem Redner anstecken kann.

 

Stand: 31.01.2020, 09:25