Ältere Person mit Glas in der Hand

Wenn es immer heißer wird – Was sollten ältere Menschen in Hitzewellen beachten?

Stand: 16.07.2022, 00:00 Uhr

Ältere Menschen verkraften Hitze oft schlecht. Das liegt zum Teil an Krankheiten und Medikamenten, aber auch daran, dass das Durstgefühl mit dem Alter nachlässt. Mit etwas Vorbereitung kommen aber auch Ältere gut durch heiße Tage.

Von Anne Debus

Wenn es immer heißer wird – Was sollten ältere Menschen in Hitzewellen beachten?

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 16.07.2022 12:33 Min. Verfügbar bis 16.07.2023 WDR 4 Von Anne Debus


Download

Auf den Flüssigkeitsnachschub achten

Mit zunehmendem Alter lässt der Durst nach. Bei hohen Temperaturen braucht der Körper aber mehr Flüssigkeit als sonst, denn allein durch das Schwitzen verlieren wir pro Tag einen Liter Wasser oder mehr. Dazu kommt, dass bei Hitze der Appetit nachlässt. Dadurch fehlt dann auch noch die Flüssigkeit, die man sonst über die Nahrung zu sich nimmt.

Dagegen hilft nur: Viel trinken! Am besten stellt man sich in jeden Raum ein leckeres Getränk, um sich selbst ans Trinken zu erinnern. Jeder Schluck zählt! Auch Kaffee oder Tee.

Vorsicht bei bestimmten Krankheiten

Bei bestimmten Erkrankungen ist Hitze besonders problematisch. Dazu zählen neben Herz- und Kreislaufproblemen auch Lungen- und Nierenkrankheiten. Wer davon betroffen ist, sollte besonders auf die Temperatur in der Wohnung und die eigene Körpertemperatur achten.

Am besten stellt man sich gut sichtbar ein Thermometer in die Wohnung. Spätestens bei Raumtemperaturen über 26 Grad sollte man mehr trinken und versuchen, sich Kühlung zu verschaffen. Und auch mal die Körpertemperatur messen. Steigt sie deutlich über 38 Grad, droht ein Hitzschlag und man braucht Hilfe.

Medikamente mit dem Arzt durchsprechen

Einige Medikamente sollten bei Hitze niedriger dosiert werden. Etwa Blutdrucksenker und Mittel zur Entwässerung. Aber auch Medikamente, die als Nebenwirkung das Schwitzen vermindern. Auch mit Schmerzpflastern muss man vorsichtig sein, da bei Hitze die Haut stärker durchblutet wird und mehr Wirkstoff aufnimmt.

Wer solche Medikamente nimmt, seinen Arzt aber gerade nicht erreichen kann, kann auch in der Apotheke nachfragen. Langfristig sollte man den Hausarzt bitten, in einen Medikationsplan einzutragen, wie die Dosierung der Medikamente in einer Hitzewelle angepasst werden soll.

Wie man sich Kühlung verschaffen kann

Mit Wasser kann man sich gut abkühlen – etwa durch feuchte Wickel oder kühle Fuß- oder Armbäder. Auch eine Dusche tut gut, aber nicht eiskalt.

Eigenheimbesitzer können sich eine Klimaanlage fest installieren lassen. Für Mietwohnungen eignet sich eher ein mobiles Klimagerät, ein so genannter "Monoblock". Die Stiftung Warentest hat aktuell Klimageräte getestet. (Link s. unten)

Wer keine Möglichkeit hat, die Temperatur in der Wohnung zu senken, sollte überlegen, welche kühlen Orte es in der Nähe gibt – im Zweifel hilft ein Besuch in einem klimatisierten Supermarkt.