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Hilfen für pflegende Angehörige

Eine Frau hilft einer älteren Dame im Rollstuhl, die Jacke anzuziehen

Hilfen für pflegende Angehörige

Von Christoph Tiegel

  • Pflegegeld und Pflegesachleistung
  • Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag
  • Kostenlose Pflegeberatung nutzen

Hilfen für pflegende Angehörige

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 27.04.2019 12:25 Min. Verfügbar bis 26.04.2020 WDR 4

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Anspruch auf Pflegeleistungen

Grundsätzlich haben Pflegebedürftige und pflegende Angehörige Anspruch auf Pflegeleistungen. Wie viel Geld man von der Pflegekasse für die häusliche Pflege bekommt, richtet sich nach dem festgestellten Pflegegrad. Ab Pflegegrad 2 gibt es einen Anspruch auf Pflegegeld (316 Euro pro Monat, über die der oder die Pflegebedürftige frei verfügen, es also z. B. an den pflegenden Angehörigen weitergeben kann) oder auf Pflegesachleistung (bis zu 689 Euro pro Monat für zugekaufte professionelle Unterstützungsleistungen eines zertifizierten ambulanten Pflegedienstes). Pflegegeld und Pflegesachleistung können auch kombiniert werden, allerdings wird dann das Pflegegeld nicht mehr in voller Höhe, sondern nur anteilig ausgezahlt.

Verhinderungspflege und Entlastungbetrag

Der zumindest zeitweisen Entlastung pflegender Angehöriger dient das Angebot der so genannten Verhinderungspflege. Dabei kann sich die private Pflegeperson bis zu sechs Wochen im Kalenderjahr zum Beispiel im Krankheitsfall oder bei Urlaub auf Kosten der Pflegekasse vertreten lassen. Die Leistung kann auch stundenweise genutzt werden. Zusätzlich gibt es noch den so genannten Entlastungsbetrag (125 Euro im Monat). Der wird nicht wie das Pflegegeld einfach monatlich ausgezahlt, sondern darf nur zweckgebunden eingesetzt und abgerechnet werden für verschiedene Unterstützungsleistungen im Alltag. Welche Art von Leistungen das sein können, welche Pflegeeinrichtungen oder -personen beauftragt werden dürfen, darüber informieren zum Beispiel die Landesverbände der Kranken- bzw. Pflegekassen.

Beratungsangebote nutzen

"Vor allem sollten pflegende Angehörige darauf achten, dass sie sich nicht selbst überlasten", sagt unser Studiogast Raquel Reng, Pflege-Expertin bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) und weist auf weitere vielfältige Entlastungmöglichkeiten hin, über die zum Beispiel die UPD ausführlich und kostenfrei informiert. "Es gibt da noch ganz viele Varianten, die man hier in Anspruch nehmen kann". Pflege-Beraterin Reng empfiehlt dringend, bestehende Beratungsangebote zu nutzen und "dass man als pflegende Angehörige das eigenen Wohlbefinden und die eigene Gesundheit immer mit im Auge behält".

 

Stand: 25.04.2019, 00:00