Verdorrt und verbrannt: Hilfe für sommergeplagte Gärten!

Eine Frau steht mit einer Gießkanne in einem Garten und gießt Pflanzen.

Verdorrt und verbrannt: Hilfe für sommergeplagte Gärten!

Von Christoph Tiegel

  • Gärten im Sommerstress
  • Gefragt: Hitzetoleranz und Frosthärte
  • Die Allwetter-Stars unter den Gartenpflanzen

Verdorrt und verbrannt: Hilfe für sommergeplagte Gärten!

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 31.08.2019 12:57 Min. Verfügbar bis 30.08.2020 WDR 4

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Zweiter Härte-Sommer für den Garten

Auch in diesem Sommer galt: man kam mit dem Gießen kaum hinterher. Wer bei mehrtätiger Abwesenheit keinen hilfsbereiten Nachbarn hatte, dem bot oder bietet sich jetzt bei der Heimkehr ein trauriges Bild: statt frischem Grün und Blütenpracht sieht man vor allem Braun und Grau und großflächig verdorrtes und verwelktes Elend. Es sei denn, der Gartenbesitzer hat bereits durch klimawandel-kompatible Bepflanzung vorgesorgt. Und zum Beispiel Bäume gesetzt, die – wie es das neuerdings in unseren Breiten braucht – hinreichend frosthart im Winter und extrem hitzetolerant im Sommer sind. Am besten sind sie dazu noch ökologisch wertvoll, heißt: gut von heimischen Tierarten zu nutzen.

Gefragt: Hitzetoleranz und Frosthärte

Unser Studiogast, der Lokalzeit Gartenexperte Rüdiger Ramme, nennt als Beispiele dafür die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia), die mit ihren kleinen Blättern und ihrem Wuchs an Olive erinnert und mediterran wirkt, aber eigentlich aus dem Kaukasus stammt. Sie kommt auch mit langen Trockenperioden problemlos zurecht. Ist absolut winterhart, gilt als besonders pflegeleicht und insektenfreundlich. Ihre kleinen Früchte sind zum Verzehr geeignet. Als allwettertauglich, insektenfreundlich und pflegeleicht bietet sich laut Gartenexperte Ramme auch der Weißdorn (Crataeguslaevigata) an. In Mai und Juni schön anzuschauen mit seinen roasafarbenen Blüten, später mit seiner intensiven Herbstfärbung. Die dornige Krone bietet vielen Vogelarten einen sicheren Brutplatz, die Weißdorn-Frucht ist für sie eine wichtige Winternahrung.

Die Allwetter-Stars unter den Gartenpflanzen

Im Rombergpark, dem botanischen Garten in Dortmund, testen Gärtner und Biologen derzeit gut 700 Baum- und Straucharten auf ihre Klima-Stress-Festigkeit. Als pflanzliche "Allwetter-Stars" dürfen sich nach Auskunft des Rombergpark-Chefs Patrick Knopf schon jetzt der Sanddorn und die Hopfenbuche fühlen: "Beide sind extrem trockenheitsverträglich." Die Hopfenbuche, die wie die Weidenblättrige Birne eigentlich im Kaukasus heimisch ist, überstehe auch feucht-kalte Winter locker. "Das sind die perfekten Hausbäume für den normalen Garten." Im Dortmunder Rombergpark gedeihen auch "Exoten" wie spanische Oliven oder chinesischer Ahorn ganz ausgezeichnet. Aber Patrick Knopf gibt zu bedenken: "Wenn wir hier im botanischen Garten die Bäume testen oder sie hier besonders gut wachsen, dann gilt das auch für Bochum oder Essen, aber wenn wir Richtung Köln/Bonn kommen, da haben wir ein rheinisches Klima. Der Sommer ist viel, viel trockener und noch heißer und dementsprechend wachsen manche Sachen nicht so gut." Pflanzenfreunde im Rheinland sollten sich für ihre Neubegrünungen dann besser an botanischen Gärten in ihrer Nähe orientieren.

Hitzeresistente Pflanzen Servicezeit 09.07.2019 04:04 Min. UT Verfügbar bis 09.07.2020 WDR Von Anja Koenzen

Stand: 30.08.2019, 14:06