Live hören
Jetzt läuft: Sloop John B. (The wreck of the John B.) von The Beach Boys
00.00 - 06.00 Uhr ARD Hitnacht

Hausbesuche – wann der Arzt zum Patienten kommt

Junger Hausarzt, Allgemeinmediziner, macht sich nach einem Hausbesuch Notizen in seinem Auto mit Hinweisschild "Arzt im Einsatz"

Hausbesuche – wann der Arzt zum Patienten kommt

Von Anne Debus

  • Zahl der Hausbesuche ist stark rückläufig
  • Wenn es medizinisch notwendig ist, muss der Arzt zum Patienten kommen
  • Über die Notwendigkeit entscheidet der Arzt

Hausbesuche - wann der Arzt zum Patienten kommt

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter | 12.01.2019 | 12:38 Min.

Download

Hausbesuche sind seltener geworden

Die Zeiten, in denen der Hausarzt seine Patienten noch regelmäßig zuhause besuchte und dann auch noch Zeit für eine Tasse Kaffee hatte, sind vorbei. Die Zahl der Hausbesuche ist deutlich zurückgegangen, von rund 30 Millionen im Jahr 2009 auf 25 Millionen im Jahr 2016.

Ein Grund dafür dürfte der zunehmende Mangel an Hausärzten sein, der dazu führt, dass viele Ärzte überlastet sind. Manche Mediziner argumentieren auch mit der ihrer Ansicht nach schlechten Bezahlung von Hausbesuchen.

Anspruch auf einen Hausbesuch

Wer wirklich zu krank ist, um in die Praxis zu kommen, hat Anspruch auf einen Hausbesuch. Das kann aber nicht der Patient selbst bestimmen – die Entscheidung darüber, ob ein Besuch aus medizinischer Sicht erforderlich ist, liegt beim Arzt.

Dem sollte das Anliegen aber auch wirklich vorgetragen werden, man sollte sich nicht von einer Arzthelferin abwimmeln lassen. Unser Studiogast, die Ärztin Anke Richter-Scheer vom Hausärzteverband Westfalen-Lippe, rät: "Im Zweifel sollte man um einen Rückruf des Arztes bitten."

Modell 'Eifelpraxis' – die Assistentin kommt vorbei

Blutdruck messen, Verband wechseln, Blut abnehmen – nicht für alles muss der Arzt selbst zum Patienten kommen. Ärzte können heute auch medizinische Fachangestellte zur VERAH fortbilden lassen, das steht für ‚VERsorgungsAssistent(in) in der Hausarztpraxis‘.

Hausärztin Anke Richter-Scheer begrüßt diese Möglichkeit. So werde der Arzt entlastet, erfahre aber trotzdem, wie es dem Patienten geht.
"Das unterscheidet uns von einem Pflegedienst. Macht meine Mitarbeiterin den Verbandswechsel, wird dabei natürlich geredet. Und meine Mitarbeiterin kommt danach zurück und sagt: 'Hör mal, der hat auch noch das und das gesagt, darauf müssen wir noch achten.‘ "

Der ärztliche Notdienst

Braucht man außerhalb der normalen Sprechstundenzeiten einen Arzt, dann wendet man sich an den ärztlichen Notdienst. Man erreicht ihn unter bundeseinheitlichen Telefonnummer 116 117. In lebensbedrohlichen Notfällen wählt man den Notruf 112.

Stand: 11.01.2019, 00:00