Vom Glück des Tuns – warum uns Arbeit Freude bereitet

Das menschliche Gehirn mit verschiedenen Aktivitäten

Vom Glück des Tuns – warum uns Arbeit Freude bereitet

Von Anne Debus

  • Ergebnisse machen Glücklich
  • Selbst Traumberufe verlieren ihren Reiz
  • Zwei Berufe, doppeltes Glück

Vom Glück des Tuns – warum uns Arbeit Freude bereitet

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 25.01.2020 14:05 Min. Verfügbar bis 24.01.2021 WDR 4

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Glücklich macht, was Ergebnisse bringt

Ein Bäcker kann in seinem Beruf glücklicher sein als ein Investmentbanker, selbst schlichte Arbeit wie Putzen oder Bügeln bringt vielen Menschen Freude. Wie viel Erfüllung uns eine Tätigkeit schenkt, hängt nämlich nicht vorrangig von Geld oder Prestige ab.

Der Grund: Am glücklichsten macht es, wenn das Ergebnis unserer Leistung auch tatsächlich sichtbar wird. Ob das nun ein Haarschnitt ist, eine köstliche Torte oder ein gemähter Rasen. Sagt unser Studiogast, der Hirnforscher Dr. Henning Beck:

"Wenn man nicht mehr sieht, was man bewirkt, kann es schwierig werden. Dann ist man häufig in Tätigkeiten, die sich entkoppeln von der Mühe, die man sich gibt. Dann kann man noch so viel Geld dafür bezahlen – Menschen sind dann auf Dauer unzufrieden."

Selbst Traumberufe verlieren ihren Reiz  

Selbst die interessanteste Tätigkeit wird uns auf Dauer anöden, wenn sie keine Veränderung mehr parat hält. Denn das Gehirn möchte Neues erleben, es sehnt sich nach Überraschungen, erklärt Hirnforscher Henning Beck:

"Bedenken Sie, wenn das nicht so wäre – wir wären niemals über Ozeane gesegelt, wären niemals auf neue Ideen gekommen." Wenn man die Möglichkeit hat, sei es deshalb sinnvoll und legitim, sich ab und an neu zu orientieren, auch beruflich.

"Diese Brüche von Zeit zu Zeit sind wichtig – sei es in der Wirtschaft, sei es in persönlichen Biografien. Im Gehirn ist nichts in Stein gemeißelt. Ein Großteil unseres Lebens folgt Gewohnheiten, aber wir sind auch immer bereit, etwas Neues zu erleben."

Zwei Berufe, doppeltes Glück

Den Job wechseln, wenn einen der bisherige allein nicht erfüllt oder schlicht irgendwann langweilt? Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Aber manchmal bietet sich plötzlich die passende Gelegenheit.

Ralph Schmitz-Engemann zum Beispiel war Anwalt. Bis sein Onkel erkrankte und ihm seinen Bauernhof anbot. Heute steht Ralf vormittags im Anwaltstalar im Gerichtssaal, nachmittags in Latzhose im Pferdestall. In WDR 4 Mittendrin erzählt er davon:

"Man muss sich erst mal über die Vorurteile der Leute hinwegsetzen, nach dem Motto: 'Wie geht das denn?' Mich juckt das nicht mehr. Die Tiere laufen an mir vorbei, begrüßen mich. Und ich fühle dabei innere Zufriedenheit. Ausgeglichenheit!"

 

Stand: 23.01.2020, 15:09