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Erste Hilfe – Auch Sie können Leben retten!

Zwei Hände üben an einer Puppe die Herzdruck-Massage

Erste Hilfe – Auch Sie können Leben retten!

Von Christoph Tiegel

  • Nur nichts machen ist falsch!
  • Atemspende trotz Corona?

Erste Hilfe – Auch Sie können Leben retten!

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 01.08.2020 15:47 Min. Verfügbar bis 01.08.2021 WDR 4 Von Anne Debus

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In Deutschland erleiden pro Jahr rund 50.000 Menschen einen plötzlichen Herzstillstand außerhalb eines Krankenhauses. Nur jeder zehnte Betroffene überlebt. Es könnten wohl deutlich mehr sein, wenn jeweils ein zufälliger Passant, ein anwesender Familienangehöriger, Bekannter oder Freund unverzüglich tun würde, was in einem solchen Fall zu tun ist: Notruf absetzen! Dann: Herzdruckmassage. Sicher schon gehört. Vielleicht auch irgendwann schon mal unter Anleitung geübt. Meist im obligatorischen Erste-Hilfe-Kurs zum Führerscheinerwerb. Mitunter vor Jahrzehnten. Den Kenntnissen fehlt es also oft an Frische. Hinzu kommt nicht selten die Unsicherheit: Man könnte womöglich beim Helfen etwas gefährlich falsch machen.                         

Nur nichts machen ist falsch

"Das einzige, was man falsch machen kann, ist, wenn man nichts macht", sagt dazu Judith Hammer vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) Rhein-Sieg. In WDR 4 Mittendrin erklärt sie in Grundzügen den Handlungs-Ablauf einer Ersthilfe-Situation mit einer leblosen Person. Frühestmöglich müsse man dafür sorgen, "dass die 112 angerufen wird, unsere deutschlandweite Notrufnummer", bevor man sich intensiver um die hilfsbedürftige Person kümmere. Im Gespräch mit Mittendrin-Moderatorin Anne Debus gibt die DRK-Dozentin für Erwachsenbildung eine Kompakteinführung in Atemkontrolle, stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und Atemspende. Wer seine vor längerer Zeit erworbenen Erste-Hilfe-Kenntnisse gründlich auffrischen möchte, kann dies in einem achtstündigen Grundkurs tun, wie ihn neben dem DRK u.a. auch Malteser Hilfsdienst, Johanniter-Unfall-Hilfe oder ADAC anbieten. (Kurs-Kosten: um 40 Euro).

Atemspende trotz Corona?

Natürlich ist in aktuellen Erste-Hilfe-Kursen auch Corona ein Thema, speziell, wenn es um die Atemspende geht. Vom ADAC gibt es dazu den Hinweis: "Auch schon vor Covid-19 galt: Eine Atemspende (Mund-zu-Mund- bzw. Mund-zu-Nase-Beatmung) durchzuführen ist für Laien nicht zwingend erforderlich. Wichtig ist aber, dass Sie bei bewusstlosen Personen mit keiner oder keiner normalen Atmung durchgehend eine Herzdruckmassage ausführen, bis professionelle Helfer übernehmen." Grundsätzlich werde weiterhin auch die Atemspende empfohlen, sagt Judith Hammer vom DRK. Mit Blick auf eine mögliche Corona-Infektion rät sie, sich vorsorglich eine so genannte "Pocket Mask" zu besorgen. Im Notfall ermöglicht diese Taschenmaske die berührungslose Atemspende, der eingebaute Luftfilter minimiert dabei das Infektionsrisiko.

Stand: 31.07.2020, 12:08