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E-Bike-Boom – zwischen Fahrspaß und Unfallgefahr

Ausschnitt eines E-Bike-Fahrers bei voller Fahrt

E-Bike-Boom – zwischen Fahrspaß und Unfallgefahr

Von Christoph Tiegel

  • Häufig gefährlich flott unterwegs
  • Oft brenzlig: Anfahren am Berg
  • Sicherheit kann man trainieren

E-Bike-Boom zwischen Fahrspaß und Unfallgefahr

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 31.07.2021 12:08 Min. Verfügbar bis 31.07.2022 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Häufig gefährlich flott unterwegs

2016 fuhren etwa drei Millionen Pedelecs auf deutschen Straßen. Aktuell sind es über sieben Millionen. Tendenz weiterhin stark steigend. Leider auch beim Unfallaufkommen. Besonders beunruhigend: Obwohl bislang nur gut zehn Prozent der Radfahrer mit elektrischer Tretunterstützung unterwegs sind, liegt ihr Anteil bei den tödlichen Fahrrad-Unfällen bei gut 30 Prozent.

Meist führen eigene Fahrfehler zum Unfall. Das Handling eines E-Bikes unterscheidet sich doch merklich von dem eines normalen Fahrrades. Die Motorunterstützung und entsprechend höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten sorgen dafür, dass insbesondere ältere Verkehrsteilnehmer nicht wirklich sicher in der Handhabung sind. Und in bestimmten Situationen schnell gefährlich überfordert.   

Oft brenzlig: Anfahren am Berg

Gerade beim Bergauffahren bzw. beim Anfahren am Berg kommt es häufiger zu brenzligen, unfallträchtigen Situationen. Unser Studiogast, Michael Kleine-Möllhoff vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), erklärt das so: "Wenn ich ganz langsam anfahren will und ein Motor, der vielleicht nicht gut geregelt ist, da einen plötzlichen Schub gibt, dann kann es sein, dass der mich hinschiebt, wo ich so schnell gar nicht hin wollte".

Dabei ist Fahrsicherheit offenbar auch eine Frage des Kaufpreises. "Die ganz einfachen Baumarkt-Fahrräder haben einen Vorderradmotor, das heißt, das Vorderrad, mit dem ich auch lenke, zieht mich ein bisschen weg – das kann schon gefährlicher sein, als wenn das Hinterrad mit angetrieben wird."

Sicherheit kann man trainieren

Grundsätzlich empfiehlt der Fahrrad-Experte jedem E-Bike-Neuling ein Fahrsicherheitstraining. Entsprechende Angebote (zum Teil sogar kostenlos) gibt es beim ADFC, den Verkehrswachten oder auch der Caritas (in unserer Mittendrin-Reportage z.B. das CariBIC Eslohe).

Unbedingt anzuraten ist so ein Training älteren Menschen, die vielleicht zuletzt vor 20 oder 30 Jahren überhaupt mal auf einem Fahrrad gesessen haben. Grundsätzlich täte es aber auch jüngeren und fitteren gut. Michael Kleine-Möllhoff: "Dazu lernen können wir alle, egal wie versiert wir sind".

Ach ja, und was für normale Fahrradfahrer gilt, gilt natürlich erst recht für extraflotte E-Bike- und Pedelec-Piloten: Helm auf! Im Fall des Falles ein potentieller Lebensretter ...

Stand: 30.07.2021, 09:22