Die Macht der Düfte

Frau riecht an pinkfarbener Rose.

Die Macht der Düfte

Von Anne Debus

  • Gerüche verbinden sich mit Bildern und Emotionen
  • Das Geruchsvermögen lässt sich trainieren
  • Im ganzen Körper gibt es Duft-Sensoren

Die Macht der Düfte

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 14.12.2019 13:15 Min. Verfügbar bis 13.12.2020 WDR 4

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Wie der Geruchssinn funktioniert

In der obersten Etage unserer Nase sitzt die Riech-Schleimhaut. Sie ist nur so groß wie ein 1-Euro-Stück, aber dicht mit etwa 20 Millionen Riechzellen bestückt.

Jede Zelle ist auf bestimmte Düfte spezialisiert. Wenn sie ein entsprechendes Duftmolekül erkannt hat, erzeugt sie ein elektrisches Signal und schickt es über die Nervenbahnen an das Gehirn. Und das signalisiert uns dann 'Vanille', 'Parfum' oder 'nasser Hund'.

In tiefsten Hirnregionen verankert

Düfte lassen Bilder und Gefühle in uns aufsteigen. Das liegt daran, dass die Nase direkt mit den beiden ältesten Zentren unseres Gehirns verbunden ist, dem Gedächtnis- und dem Emotions-Zentrum. Erklärt der Duftforscher Hanns Hatt in WDR 4 Mittendrin:

"Und all diese Informationen – die Emotion, die ich in dem Moment habe, wenn ich einen Duft rieche, die Bilder, die ich in dem Moment sehe, und die ganze Situation, in der ich mich befinde – die werden zusammen mit diesem Duft abgespeichert."

Nicht nur die Nase kann 'riechen'

Jüngste Forschungen haben gezeigt, dass es Duftsensoren praktisch in allen Teilen unseres Körpers gibt – im Herzen, im Darm oder auch in der Haut. Diese Sensoren außerhalb der Nase können zwar nicht im herkömmlichen Sinne 'riechen', sie können aber zellbiologische Funktionen steuern.

Das eröffnet der Medizin aufsehenerregende neue Möglichkeiten. Wenn etwa die Duftsensoren in der Haut über bestimmte Düfte angesteuert werden, können sie Hautzellen zu schnellerer Teilung anregen. Wunden heilen so um 40 Prozent schneller.

Wie man das Riechen trainieren kann

Nicht nur Augen und Ohren, auch die Nase lässt mit dem Alter nach. Mit 80 Jahren haben fast die Hälfte der Menschen nur noch ein stark eingeschränktes Riechvermögen. Mit etwas Training für die Nase kann man aber gegensteuern, erklärt Duftforscher Hanns Hatt.

Zum Beispiel, indem man jeden Tag bewusst an duftenden Dingen riecht – etwa an verschiedenen Früchten, Blüten oder Cremes. "Ich muss nur meine Nase beschäftigen", so der Duftforscher, "dann kann ich damit diesen Riechverlust hinauszögern."

Lesetipp

Das kleine Buch vom Riechen und Schmecken

Hanns Hatt, Regine Dee
Knaus Verlag

 

Stand: 13.12.2019, 09:08