Abbildung Lunge

Wenn die Luft immer knapper wird... Volkskrankheit COPD

Stand: 20.01.2022, 09:30 Uhr

  • COPD zerstört dauerhaft Lungengewebe
  • Die Krankheit wird oft erst spät diagnostiziert
  • Die beste Vorbeugung ist, nicht zu rauchen

Von Anne Debus

Wenn die Luft immer knapper wird... Volkskrankheit COPD

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 22.01.2022 15:14 Min. Verfügbar bis 22.01.2023 WDR 4 Von Anne Debus


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Wie COPD entsteht

Ursache der COPD ist das dauerhafte Einatmen von Schadstoffen, meist durch das Rauchen. Über die Jahre entsteht so eine chronische Entzündung von Lunge und Bronchien. Sie führt dazu, dass nach und nach Lungengewebe unwiderruflich geschädigt wird und sich die Atemwege immer mehr verengen.

Schon beim Spaziergang außer Atem

Eine COPD macht sich zuerst bei körperlicher Belastung bemerkbar – man kommt beim Sport und beim Treppensteigen außer Puste, schließlich schon bei einem langsamen Spaziergang. Im fortgeschrittenen Stadium der Lungenerkrankung leiden die Patienten sogar unter Atemnot, wenn sie ruhig auf dem Sofa sitzen.

Oft erst späte Diagnosen

Weil die Lunge große Reserven hat und wir meist nur ein Zehntel ihrer Kapazität nutzen, bleibt die COPD oft lange unbemerkt. Die ersten Symptome treten häufig erst nach Jahren auf, wenn die Lunge schon großen Schaden genommen hat. Neben der Luftnot sind auch hartnäckiger Husten mit Auswurf und pfeifende Atemgeräusche typische Symptome.

Bei diesen Symptomen zum Arzt

Gerade weil die chronisch obstruktive Lungenerkrankung oft so lange unentdeckt bleibt, ist es wichtig, beim Auftreten von Symptomen zum Arzt zu gehen.

Unser Studiogast Prof. Michael Dreher von der Universitätsklinik Aachen ist Spezialist für Lungenheilkunde. Er rät: Wer unter Atemnot leidet oder länger als sechs Wochen Husten hat, sollte sich untersuchen lassen. Auch, weil noch andere Krankheiten dahinter stecken könnten – bei Atemnot zum Beispiel eine Herzerkrankung.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine COPD ist zwar nicht heilbar. Aber man kann das Fortschreiten der Krankheit stoppen oder zumindest verlangsamen. Und die Symptome behandeln. Dazu verschreibt der Arzt entzündungshemmende Medikamente und Sprays, die die Atemwege erweitern.

Wichtig ist auch Bewegung, zum Beispiel in einer Lungensportgruppe oder im Rahmen von Physiotherapie. Es gibt Physiotherapeuten, die auf Lungenerkrankungen spezialisiert sind.

Wer COPD hat, für den ist es besonders ratsam, sich gegen Covid19 impfen zu lassen. Denn die Lungenerkrankung bedeutet einen Risikofaktor für einen schweren Verlauf der Infektion.

Mit dem Rauchen aufhören

So schwer es auch fällt – die wichtigste Maßnahme gegen COPD ist, auf das Rauchen zu verzichten. Das macht zwar den schon entstandenen Schaden in der Lunge nicht mehr rückgängig, vermeidet aber eine weitere Schädigung. Wer mit dem Rauchen aufhört, tut seinem Körper also zu jedem Zeitpunkt etwas Gutes.