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Baumbestattung statt Friedhof – Trauerkultur im Wandel

Blick über verschiedene Grabstellen. Inmitten von Grabsteinen steht eine Metallstatue, die eine betende Muttergottes darstellt.

Baumbestattung statt Friedhof – Trauerkultur im Wandel

Von Anne Debus

  • Nur noch ein Drittel der Hinterbliebenen wählt die Erdbestattung
  • Baum- und Seebestattung werden immer beliebter
  • In unseren Nachbarländern sind mehr Bestattungsformen erlaubt

Baumbestattung statt Friedhof Trauerkultur im Wandel

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 23.11.2019 13:58 Min. Verfügbar bis 22.11.2020 WDR 4

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Bestattungsformen im Überblick

Hinterbliebene müssen zunächst die Grundsatzentscheidung zwischen Erd- und Feuerbestattung treffen. Bei der Erdbestattung ist man festgelegt, sie ist zwingend an die Beerdigung im Sarg auf dem Friedhof gebunden.

Bei der Feuerbestattung gibt es mehr Auswahl. Man kann die Urne danach ebenfalls auf dem Friedhof beisetzen, in einem Urnengrab oder der Urnenhalle des Friedhofs. Es gibt aber auch die Möglichkeit einer Baum- oder Seebestattung der Urne.

Für Naturliebhaber: Die Baumbestattung

Bei der Baumbestattung wird die Urne in bestimmten Waldgebieten unter den Wurzeln eines Baumes beigesetzt. An dem Baum kann eine Plakette mit dem Namen des Verstorbenen angebracht werden.

Vielen Menschen gilt die Baumbestattung als tröstliches Symbol. Denn es werden dazu biologisch abbaubare Urnen verwendet. Die Asche verteilt sich also später unter den Wurzeln, wird vom Baum aufgenommen – ein Symbol für das Aufgehen in der Natur.

Organisiert wird die Baumbestattung in Deutschland von den Anbietern "Friedwald" und "Ruheforst".

Die Seebestattung

Seebestattungen sind bei uns in Nord- und Ostsee möglich. Dabei wird die Asche von Bord eines Schiffes aus ins Wasser verstreut. Damit hat man später allerdings keinen festen Ort zum Gedenken.

Birgit Kampmann aus Dortmund, die in WDR 4 Mittendrin von der Seebestattung ihrer Schwiegermutter erzählt, stört das aber nicht: "Uns fehlt nichts. Sie ist ja im Meer, und somit auch im gesamten Universum. Da kann man sich gut vorstellen, dass sich in dieser Unendlichkeit die Seelen wiedertreffen werden!"

Mehr Auswahl im Ausland

Deutschland hat die strengsten Bestattungsgesetze in Europa. In unseren Nachbarländern haben Hinterbliebene mehr Freiheiten, weil es dort meist keinen Friedhofszwang gibt.

In den Niederlanden etwa darf man die Urne zuhause aufbewahren. In der Schweiz gibt es die Almwiesenbestattung, bei der die Urne auf eine Almwiese begraben oder die Asche in den Bergen verstreut wird.

Diese Form der Bestattung kann man auch als Deutscher in Anspruch nehmen. Es gibt Bestattungshäuser, die Überführung und Formalitäten übernehmen.

 

Stand: 22.11.2019, 09:38