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Die alte Heizung muss raus – und jetzt?

Ein Mann hockt vor einer Heizanlage und führt Installationsarbeiten durch

Die alte Heizung muss raus – und jetzt?

Von Christoph Tiegel

  • Energieschleudern sind unzeitgemäß
  • Austausch aber nicht um jeden Preis
  • Brennwerttechnik und die Alternativen

Die alte Heizung muss raus - und jetzt?

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 22.02.2020 13:27 Min. Verfügbar bis 21.02.2021 WDR 4

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Alte Heizung = Energieschleuder?

Sind Heizungen, die über 20 Jahre alt sind, grundsätzlich Energieschleudern? „Leider ja“, sagt dazu unser Studiogast Ramona Mittag, Energieexpertin von der Verbraucherzentrale NRW. „In alter Heizung steckt leider alte Technik, die überholt ist.“ Der Brennstoff werde nicht besonders effizient genutzt. Und die alte Heizung könne in der Regel nur einen Zustand, nämlich: „an oder aus, sie läuft also entweder komplett oder gar nicht“.

Neue Systeme seien da deutlich weiter. Schon durch einen reinen Kesseltausch könnten bis zu 15 Prozent Energiekosten gespart werden. Dazu kommen noch weitere Stellschrauben zur Heizkostenoptimierung, z.B. das Dämmen von Rohrleitungen und der Austausch der alten energieintensiven Heizungspumpe gegen eine deutlich sparsamere neue.

Eine moderne Hocheffizienzpumpe verbrauche nur noch 10 Prozent der Energie. Das Tauschen der Pumpe erfordere einen Geldeinsatz von gut 300 Euro – allein damit ließen sich dann aber ab sofort jedes Jahr 130 Euro Stromkosten sparen. Eine optimierte Regelung der alten Heizung bringe auch oft schon einiges an Ersparnis.

Austausch um jeden Preis?

Es empfiehlt sich in jedem Fall mal der Gang in den Heizungskeller und ein Blick aufs Energielabel des Schornsteinfegers. „Ist die Heizung erst zehn Jahre alt, dann kann man sicher den Heizkessel stehen lassen und über die Peripherie noch Einsparungen machen“, sagt Energieexpertin Ramona Mittag.

„Ist die Heizung aber schon 20 Jahre und älter, der Keller sehr, sehr warm“, dann wisse man schon, „da sind ordentlich Verluste, die Wärme geht in den Keller und nicht ins Haus“. Dann sollte man doch darüber nachdenken, gleich den kompletten Heizkessel auszutauschen. Wann macht sich die Investition von mehreren tausend Euro wirklich bezahlt?

Eine Runderneuerung der Heizungsanlage spart bis zu 30 Prozent der bisherigen Heizkosten. Ramona Mittag: „Da müsste ich mir meine Ausgaben fürs Heizen mal ansehen, mir überlegen, was kann ich da einsparen, und wenn sich das in den nächsten 15 bis 20 Jahren amortisieren lässt, dann kann ich da auch investieren.“

Moderne Heizsysteme

Ölheizungen sind eindeutig out. Ein generelles Verbot gibt es aber (noch) nicht. Bestehende Anlagen dürfen vorerst weiter betrieben werden. Bis 2025 dürfen grundsätzlich auch Ölheizungen neu eingebaut und in Betrieb genommen werden. Aber eigentlich, so Energieexpertin Ramona Mittag, gehe so etwas heute „guten Gewissens“ nicht mehr.

Im Bereich der Heizsysteme hat sich in den letzten Jahren vieles weiterentwickelt. Bei konventionellen Heizkesseln stellt die Brennwerttechnik mittlerweile den technischen Standard dar. Bei ihr wird die Restwärme aus den Abgasen ebenfalls zum Heizen genutzt. Die Brennwerttechnik gibt es seit vielen Jahren. Rund 40 Prozent der Heizungsanlagen in Deutschland sind bereits auf diesen Standard erneuert worden. Dazu kommen alternative Systeme wie Wärmepumpen, Holzpelletkessel oder solarthermische Anlagen. Mit Mini-Blockheizkraftwerken oder Brennstoffzellenheizungen lassen sich gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen und auch nutzen.

Bei einigen der genannten Techniken ist mit zum Teil deutlich höheren Investitionskosten zu rechnen als bei einem konventionellen Heizsystem. Allerdings wird zum Beispiel eine neue Holzpelletheizung mit aktuell bis zu 45 Prozent staatlich gefördert.

Stand: 20.02.2020, 16:52