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Senioren im Park

Alter ist kein Hinderungsgrund für Abenteuer

Stand: 06.05.2022, 12:41 Uhr

Alter ist kein Hinderungsgrund, noch Abenteuer zu erleben. Das sagen sich immer mehr ältere Menschen und entdecken riskante Sportarten, reiten oder stürzen sich an Seilen in die Tiefe.

Von Michael Westerhoff

Alter ist kein Hinderungsgrund für Abenteuer

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter 07.05.2022 09:16 Min. Verfügbar bis 07.05.2023 WDR 4 Von Michael Westerhoff


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Der 87-jährige Heinz Wemhof stürzt sich an einer Seilrutsche einen Kilomter in die Tiefe. Astenkick heißt dieser Adrenalin-Kick im Sauerland. Eine so genannte Zipline. Also, eine Seilrutsche vom Berg ins Tal. Bis auf 70 Stundenkilometer wird Heinz Wemhof bei der Fahrt ins Tal beschleunigt. Im Ballon ist er auch schon gefahren. "So leben wir ja heute, immer was Neues. Da muss man schon mitmachen", lacht Wemhof nach der Fahrt. 

Immer mehr Menschen wollen sich die Laune nicht vom Alter verderben lassen. Sie machen alles mit, solange die Knochen und der Körper es aushalten. "Manchmal habe ich Rücken", erzählt Ulrike vom Senioren-Reitsportverein in der Soester Börde. Das hindert sie aber nicht am Reiten. Im Verein haben sich viele ältere Menschen zusammengetan, die als Jugendliche schon geritten sind und das Hobby im Alter wiederentdeckt haben.

Josef Hillbrich aus Plettenberg hat im Alter von 60 Jahren Tauchen gelernt. "Jeder ist so alt, wie er sich fühlt und mir geht es gut", sagt der mittlerweile 64jährige. Deshalb hat er einen neuen Berufswunsch: Er möchte Tauchlehrer werden. In der Sorpetalsperre lernt er für die Prüfung. Auch wenn man da unter Wasser kaum was sieht. Schon gar keine bunten Fische, wie in der Karibik oder dem Roten Meer.

Sportwissenschaftler Prof. Dr. Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln ist begeistert von den aktiven Älteren: "Ich bin ja auch schon 65", sagt er: "Wenn man sich wie der 87jährige Heinz juchzend in die Tiefe stürzt, begeistert mich das". Auch beim Reiten hat er wenig Bedenken. Ja, man könne vom Pferd fallen, das sei mit künstlichen Gelenken nicht gut, aber man könne auch auf der Straße auf die Nase fallen oder über die Teppichkante stolpern. Prof. Froböse rät gerade ab 60 aufwärts zu trainieren, weil Menschen im Alter Muskelmasse verlieren. Aber nur mit Muskeln könne man Reisen oder auch andere Hobbies bis ins hohe Alter verfolgen.