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Geliebter Wald: Kraft schöpfen unter Bäumen

Wald am frühen Morgen, Sonnenstrahlen

Geliebter Wald: Kraft schöpfen unter Bäumen

Von Anne Debus

  • Ein Waldspaziergang senkt Blutdruck und Adrenalin
  • Die Waldluft stimuliert unser Immunsystem
  • Beim 'Waldbaden' kommen Gestresste zur Ruhe

Geliebter Wald: Kraft schöpfen unter Bäumen

WDR 4 Mittendrin - In unserem Alter | 11.08.2018 | 18:10 Min.

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Nicht nur schön, sondern auch gesund

Ein Waldspaziergang ist nicht nur angenehm, sondern auch gesundheitsfördernd: "Blutdruck und Puls sinken, die Stresshormone im Blut nehmen ab. Ein Tag im Wald senkt den Adrenalinspiegel von Männern um 30, den von Frauen sogar um 50 Prozent", sagt unser Studiogast, der Forstwissenschaftler und Buchautor Simon Abeln. Diese Effekte untersucht in Japan ein neuer medizinischer Forschungszweig, die 'Waldmedizin'.

Waldluft gegen Viren und Krebszellen

Jüngstes Forschungsergebnis der 'Waldmedizin': Ein Aufenthalt im Wald soll unser Immunsystem ankurbeln. Das funktioniert so: Wenn Bäume etwa von Schädlingen bedroht werden, geben sie sekundäre Pflanzenstoffe an die Luft ab. Über diese Stoffe 'warnen' sie andere Bäume, die fahren daraufhin ihr Immunsystem hoch.

Auf diese Botenstoffe scheint auch das menschliche Immunsystem zu reagieren: "Ein Tag im Wald steigert die Zahl der Killerzellen in unserem Körper um 40 Prozent. Und das Tolle daran: Das hält sogar eine Woche an!", erzählt Waldfachmann Simon Abeln. Killerzellen bekämpfen Krankheitserreger und entartete Zellen, die zu Krebs werden könnten.

Neuer Trend 'Waldbaden'

Der Trend kommt aus Japan und nennt sich dort 'Shinrin Yoku', das bedeutet so viel wie 'Baden in der Waldluft'. Menschen sollen sich bewusst im Wald entspannen, seine Düfte, Geräusche, Farben und Formen mit allen Sinnen aufnehmen. Etwa, indem sie barfuß laufen oder den Geschmack von Blättern und Beeren kosten.

Wir begleiten eine Gruppe einer Reha-Klinik beim 'Waldbaden' im Sauerland. "Das ist für mich eine fremde Welt, die ich entdecke und vor der ich auch oft staunend stehe", erzählt uns eine Teilnehmerin. "Ich finde, es ist etwas Magisches, Geheimnisvolles in all dieser Lebensenergie."

Ein anderer Teilnehmer fühlt sich im Wald in einem größeren Zusammenhang: "Der große, alte Baum da vorne – der stand schon da, als ich noch nicht auf der Welt war. Und der wird auch noch da stehen, wenn ich nicht mehr auf der Welt bin. Das ist eine wunderbare Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft."

Buchtipp

111 Gründe, den Wald zu lieben
Autor: Simon Abeln
Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf

Stand: 10.08.2018, 00:00