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Reinhard Schrage und Ehrenkottenmeister Herbert Loos im Industriedenkmal Schleiferei Wipperkotten

Hofschaften im Tal der Wupper

Stand: 07.11.2022, 00:00 Uhr

Wenn man in den "Hofschaften" im Tal der Wupper unterwegs ist, in den kleinen dörflichen Flecken mit oft nur einer Straße, kann man besondere Menschen kennenlernen wie den Mitachtziger Herbert Loos, der über 50 Jahre im Wipperkotten in Solingen ein heute aussterbendes Handwerk ausgeübt hat: das Scherenschleifen.

Von Petra Krüll

Hofschaften im Tal der Wupper

WDR 4 Mein Dorf 11.11.2022 11:52 Min. Verfügbar bis 18.11.2023 WDR 4 Von Petra Krüll


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Solingen trägt stolz den Beinamen "Klingenstadt", denn sie hat eine bis ins 13. Jahrhundert reichende Tradition in der Herstellung und im Vertrieb von Klingen für Schwerter, Messer und Scheren. 1938 wurde mit dem "Solingengesetz" sogar eine erste gesetzlich geschützte Herkunftsangabe für auf Solinger Stadtgebiet hergestellte, hochwertige Klingen erlassen. Sie genießen einen erstklassigen internationalen Ruf.

Der Ruf der Wupper dagegen war nicht immer der beste. Doch in den zurückliegenden Jahrzehnten hat er sich deutlich verbessert, sodass sie einmal den Beinamen "Amazonas des Bergischen Landes" bekam. Der vierfache Kanuweltmeister und Olympiadritte, Thomas Becker, ist an der Wupper groß geworden und freut sich heute darüber, dass er bei Kanutouren interessierten Hobbypaddlern die Schönheiten der Pflanzen- und Tierwelt an der Wupper zeigen kann.

Während die Wasserqualität der Wupper recht gut ist, sind die Wälder zurzeit einem Stresstest ausgesetzt. Der Klimawandel zeigt seine Folgen, und so müssen Baumkletterer Moritz Buchmüller und seine Mitarbeiter regelmäßig ausrücken, um abgestorbene Äste an kranken Bäumen zu entfernen und da für Sicherheit zu sorgen, wo sich Mensch und Natur den Lebensraum teilen.

"Bergische Kräher" und der "Rüdenstein"

Ein Leben mit ganz besonderen Hühnern teilt sich Dieter Kube aus Wuppertal-Vohwinkel. Er züchtet "Bergische Kräher". Die hochgewachsenen dreifarbig gefiederten, majestätischen Tiere sind vom Aussterben bedroht. Umso mehr freut sich der Geflügelzüchter jeden Morgen darüber, wenn seine sechs Hähne ihn mit ihrem markanten Krähruf wecken. Der ist fünfmal so lang wie der eines normalen Hahns und endet mit einer Art Schnarchton, dem sogenannten "Schnork".

Einem weiteren Tier aus dem Tal der Wupper wurde sogar ein Denkmal gesetzt. So entstand der "Rüdenstein". Der Legende nach verunglückte im Winter 1424 Jungherzog Robert von Berg bei einer Jagd, was die Jagdgesellschaft wegen des schlechten Wetters nicht bemerkte. Der treue Hund des Herzogs aber alarmierte die Begleiter und führte sie zur Unfallstelle, wo sie den Herzog retteten. Daraufhin ließ Robert van Berg seinem Jagdhund ein Denkmal setzen, das ihn überlebensgroß, auf drei großen Steinblöcken thronend, zeigt.

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