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Henning Sandmann, der "Nachtwächter" Blankensteins

Blankenstein

Stand: 17.10.2022, 00:00 Uhr

Früher eine eigenständige Stadt, ab 1970 dann Stadtteil von Hattingen, hat Blankenstein im südlichen Ruhrgebiet nie seinen dörflichen Charakter verloren. Und das Dorfleben ist bunter denn je!

Von Daniel Chur

Blankenstein

WDR 4 Mein Dorf 18.10.2022 07:20 Min. Verfügbar bis 18.10.2023 WDR 4 Von Daniel Chur


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"Blankenstein ist einfach schnuckelig", sagt ein Anwohner – und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Hoch über der Ruhr thront die alte Burg Blankenstein und neben ihr der kleine historische Ortskern mit zahlreichen Fachwerkhäusern, zwei alten Kirchen und einem kleinen Marktplatz.

Auf Tour mit dem Nachtwächter

Wer Burg und Ortskern mal erkunden möchte, sollte sich Henning Sandmann anschließen. Er ist der "Nachtwächter" Blankensteins – natürlich nur verkleidet. In dieser historischen Montur bietet er Führungen durch den Ort an. Fast könnte man diese schon "Bergtouren" nennen, denn viele Fachwerkhäuser in Blankenstein sind am Berg gebaut. Die kleinen Gassen winden sich steil abwärts Richtung Ruhrtal.

"Ich bin Ur-Blankensteiner," erzählt Henning Sandmann, "und ich erzähle Geschichte und Geschichten von hier." So erfährt man auf der gut einstündigen Tour etwa, wie ein Schmiedemeister in Blankenstein einst die angeblich größte Bratpfanne Westfalens mit Platz für 44 Koteletts hergestellt haben soll. Oder welche nicht ganz jugendfreien Beobachtungen der damalige Nachtwächter durch das Schlafzimmerfenster des Bürgermeisters machen konnte.

Zwischen Butterbrotmarkt, Burg und Irrgarten

Ebenso wie Henning Sandmann "leben" viele Menschen hier Blankenstein: Otfried Priegnitz zum Beispiel. Er hat zusammen mit einigen anderen den Blankensteinern und vielen anderen Besuchern den "Butterbrotmarkt" beschert. Eine Veranstaltung, immer am ersten Freitag im Monat, bei der auf dem Marktplatz Live-Musik gespielt wird und zahlreiche Stände aufgebaut sind, von denen mehrere tatsächlich Butterbrote verkaufen.

"Bei den ersten Veranstaltungen haben die Leute den Marktplatz regelrecht gestürmt", berichtet Priegnitz, "ab 18.30 Uhr war alles weggekauft, die Stände hatten nichts mehr." Mit rund 200 Menschen habe man gerechnet – es kamen 800.

Blankenstein bietet viele weitere Perlen: Die Burg Blankenstein aus dem 13. Jahrhundert, die neben einer tollen Aussicht vom Turm oben auch noch eine schicke Gastronomie im Burghof bietet. Die Eisdiele neben der Kirche, die weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist. Der "Irrgarten", der eigentlich Gethmannscher Garten heißt, mit vielen Spazierwegen und Aussichtspunkten ins Ruhrtal.

Bürger schaffen Kultur-Lokal

Und dann ist da noch die "Kleine Affäre" am Marktplatz. So heißt das Ladenlokal, in dem seit 2018 Kultur in Form von Comedy, Lesungen oder Ausstellungen geboten wird. Ungewöhnlich für einen so kleinen Ort – zumal hier schon Künstler wie Wigald Boning, Lisa Feller oder Frank Goosen aufgetreten sind.

Eigentlich sollte in das Ladenlokal mal eine Teppichreinigung einziehen, erzählt "Kleine Affäre"-Gründer Uli Wilkes: "Da haben zwölf Nachbarn und ich gesagt: Nein, Blankenstein hat was Besseres verdient!" Und so entstand nach einigen Renovierungsarbeiten die "Kleine Affäre" – und damit ein weiterer Grund, unbedingt mal Hattingen-Blankenstein zu besuchen.

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