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Zum 108. Geburtstag von Louis de Funès

Von René Denzer

Eigentlich sollte Louis de Funès Kürschner werden. Doch anstatt Tieren das Fell über die Ohren zu ziehen, flog er wegen diverser Streiche aus der Lehre. Die wurden ihm auch auf der Filmhochschule zum Verhängnis. Seine Filme waren es aber schließlich, die ihn zu Frankreichs Komiker Nummer eins machten. Am 31. Juli 1914 wurde Louis de Funès geboren.

Filmplakat zum Spielfilm "Oscar" (Frankreich, 1967) mit Louis de Funès

Nachdem er sich als Zeichner, Dekorateur und Buchhalter durchgeschlagen hatte, nahm Louis de Funès Schauspielunterricht. 1942 schrieb er sich beim Cours Simon ein, einer Ausbildungsstätte für Komödianten. Nach kleineren Filmrollen gelang ihm mit der Komödie "Oscar" der Durchbruch am Theater. In der Hauptrolle des Geschäftsmannes Barnier perfektionierte er den Typus des Grimassen schneidenden Cholerikers.

Nachdem er sich als Zeichner, Dekorateur und Buchhalter durchgeschlagen hatte, nahm Louis de Funès Schauspielunterricht. 1942 schrieb er sich beim Cours Simon ein, einer Ausbildungsstätte für Komödianten. Nach kleineren Filmrollen gelang ihm mit der Komödie "Oscar" der Durchbruch am Theater. In der Hauptrolle des Geschäftsmannes Barnier perfektionierte er den Typus des Grimassen schneidenden Cholerikers.

Diese Rolle war richtungsweisend für die bekannte spätere Filmfigur des Komikers. Im Sommer 1964 drehte Louis de Funès innerhalb von vier Monaten drei Filme. Einer davon war "Der Gendarm von Saint Tropez". In der Hauptrolle spielte er den cholerischen, manipulativen und machthungrigen Gesetzeshüter Ludovic Cruchot.

Die turbulente Gaunerkomödie "Louis, das Schlitzohr", die fast zwölf Millionen Menschen in Frankreich ins Kino lockte, gehörte genauso zu diesen drei Filmen wie "Fantomas". Hier spielte de Funès die Rolle des Inspektor Juve.

Ab Mitte der 60er Jahre galt Louis de Funès als der populärste Filmkomiker Frankreichs. Unabhängig von der jeweiligen Handlung waren die Filme stets auf de Funès in der Hauptrolle zugeschnitten. Die meisten De-Funès-Komödien wurden von Jean Girault oder Édouard Molinaro (Foto) inszeniert.

Nach seinem Durchbruch drehte der Schauspieler in der Zeit von 1966 bis 1971 zwei bis drei Filme pro Jahr, darunter auch "Oscar" (1967, hier mit Claude Rich), die Adaption seines Bühnenerfolgs. Später kehrte er ans Theater zurück, um dort die Rolle mit großem Erfolg erneut zu spielen.

Nach 1971 stand der Komiker aus gesundheitlichen Gründen weniger vor der Kamera. 1973 drehte er mit "Die Abenteuer des Rabbi Jacob" seinen wohl anspruchsvollsten Film. In Frankreich wurde der Film über den rassistischen Industriellen, der sich als orthodoxer Jude verkleidet und einem arabischen Revolutionär zur Staatsmacht verhilft, mit 7,3 Millionen Zuschauern der dritterfolgreichste Streifen von Louis de Funès.

1974 erlitt der Schauspieler zwei Herzinfarkte. Er gab sein Theater-Engagement auf, die Dreharbeiten zu dem Film "Le Crocodile" wurden abgesagt. Produzent Christian Fechner wollte aber unbedingt einen Film mit ihm machen. In der Rolle des Restaurantkritikers Duchemin kehrte de Funès 1976 in "Brust oder Keule" auf die Leinwand zurück. Bei den Dreharbeiten war zur Sicherheit stets ein Kardiologe anwesend.

Nach "Brust oder Keule" drehte de Funès noch fünf Komödien, bei denen er nach fast zehn Jahren wieder in die Rolle des Gendarmen Cruchot schlüpfte (hier: mittig in "Louis' unheimliche Begegnung mit den Außerirdischen").

Stand: 31.07.2022, 00:00 Uhr