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1981: 40. Jahrestag Kinostart "Das Boot"

1981: 40. Jahrestag Kinostart "Das Boot"

"Das Boot ist einer der großartigsten Kriegsfilme, die je gedreht wurden", so der Tenor der Kritiken damals. Dieser Anti-Kriegsfilm über das deutsche U-Boot U 96 wird am 17. September 1981, vor 40 Jahren, in München im Kino uraufgeführt.

Der Regisseur Wolfgang Petersen (r) und der Schriftsteller Lothar-Günther Buchheim sitzen in dem original nachgebauten U-Boot für den Film "Das Boot".

1973 veröffentlicht Lothar Günther Buchheim (links im Bild) seinen Roman "Das Boot". Der Autor schildert seine persönlichen Erfahrungen als Kriegsberichterstatter in einem U-Boot. Die Filmrechte sichert sich die Bavaria Filmproduktion aus München. Lange ist unklar, wer die Regie übernehmen soll, dann fällt die Wahl auf Wolfgang Petersen (rechts im Bild in dem original nachgebauten U-Boot), der damals erst 40 Jahre alt ist. Das Drehbuch schreibt Buchheim selbst und liefert mit 600 Seiten ein umfangreiches Manuskript: Ein Albtraum aus Klaustrophobie und Todesangst beginnt.

1973 veröffentlicht Lothar Günther Buchheim (links im Bild) seinen Roman "Das Boot". Der Autor schildert seine persönlichen Erfahrungen als Kriegsberichterstatter in einem U-Boot. Die Filmrechte sichert sich die Bavaria Filmproduktion aus München. Lange ist unklar, wer die Regie übernehmen soll, dann fällt die Wahl auf Wolfgang Petersen (rechts im Bild in dem original nachgebauten U-Boot), der damals erst 40 Jahre alt ist. Das Drehbuch schreibt Buchheim selbst und liefert mit 600 Seiten ein umfangreiches Manuskript: Ein Albtraum aus Klaustrophobie und Todesangst beginnt.

Erfolgsaussichten verspricht der Film zunächst nicht: Wie soll ein Film erfolgreich werden, wenn nur Männer in ein U-Boot steigen, es keine Liebesgeschichte und keine weibliche Hauptrollen gibt? Als Wolfgang Petersens "Das Boot" am 17. September 1981 in See sticht, wird der Film kontrovers diskutiert: Ist der Film kriegsverherrlichend? In der USA wird der Film ein Kassenschlager.

Die Geschichte der letzten Fahrt des deutschen U-Bootes U96 im Zweiten Weltkrieg, wird im Kinofilm stark gekürzt gezeigt, weshalb nur noch, wie der Filmdienst schreibt, "die martialischen Knalleffekte übrig bleiben". Die 300-Minuten-Fernsehfassung für die TV-Ausstrahlung in drei Teilen von 1985 bietet weitaus mehr Platz für die Antikriegshaltung, die der Film eigentlich vermitteln möchte. So oder so, der Film feiert bis heute einen großen Erfolg – der erfolgreichste Film der Bavaria-Filmproduktion.

Zusammen mit dem Bezahl-Sender Sky hat die Bavaria auch an der Fortsetzung mitgewirkt: Seit November 2018 gibt es "Das Boot" als Serie, die nach den Ereignissen des Kinofilms ansetzt und die Erfahrungen einer jungen Besatzung zeigt. Hier ein Blick in das Innere des U-Boots am Film-Set.

Doch an den Erfolg des legendären Kinofilms kommt die Serie nicht ran. Die gesamten Dreharbeiten nehmen fast ein Jahr in Anspruch und für die Schauspieler ist die Dynamik des Drehs eine große Herausforderung. Durch das Mitwirken in diesem Film haben die meisten Schauspieler ihren Durchbruch erlangt.

Jürgen Prochnow spielt in "Das Boot" den Kommandanten ("Der Alte"). Den rauhbeinigen Kaleun, der das Kommando im U-Boot hat, mimt er mit Bravour. Hierzulande bekommt er danach zunächst keine großen Rollen, dafür wirkt er international in einigen Hollywoood-Produktionen, wie David Lynchs "Der Wüstenplanet", "Beverly Hills Cop" oder "Air Force One" mit. In Deutschland ist er als Synchronsprecher (u.a. für Sylvester Stallone) tätig.

Der Kriegsberichterstatter Werner wird von Herbert Grönemeyer gespielt. In seiner Rolle kommt er 1941 an Bord des U-Boots, das englische Transportschiffe versenken soll. Für die Heimatfront soll Werner von den Heldentaten der Mannschaft berichten. Grönnemeyer hat ohne Schauspiel-Ausbildung fast zehn Jahre immer wieder Theater gespielt oder in Filmproduktionen mitgewirkt – bis er seinen musikalischen Durchbruch mit "Bochum" 1984 hat.

Martin Semmelrogge spielt im Film den spitzbübischen 2. Wachoffizier. Diese Rolle ist für den damals 26-Jährigen der Karrieresprung: Er wirkt unter anderem in vielen bekannten Fernsehserien mit, bekommt eine Rolle in Spielbergs "Schindlers Liste", ist Synchronsprecher und spielt Theater.

Der Kapitänleutnant Philipp Thomsen wird von Otto Sander gespielt. Neben Prochnow ist Sander beim Start der Dreharbeiten der einzige mit Filmdreh-Erfahrungen, alle anderen kommen vom Theater.
Sander, der am 12. September 2013 im Alter von 72 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung stirbt, trug den Beinamen "The Voice": Für seine unverwechselbare warme kräftige Stimme ist er bekannt als Sprecher für Dokumentationen, Hörspiele und -bücher. Außerdem lieh er unter anderem Dustin Hoffmann seine Synchronstimme.

Seit 1981 lässt sich die Kulisse aus "Das Boot" in München-Geiselgasteig in den Bavaria-Filmstudios besichtigen. Man kann sogar in das Innere des nachgebauten U-Boots gehen und lässt die Besucher dieses klaustrophobische Gefühl aus dem Film nachspüren.

Die Filmmusik komponiert Klaus Doldinger: Diese dunklen Klängen sind außergewöhnlich und der Soundtrack bekommt Kult-Status. Als Coverversion erlangt das Lied "Das Boot" seit 1991 durch das Musikprojekt U96 auch über die deutschen Grenzen hinaus großen Erfolg.

Stand: 13.09.2021, 13:46 Uhr