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Frauenherzen sind anders

Eine Frau fasst sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Brust und den Rücken

Hirschhausens Sprechstunde

Frauenherzen sind anders

Von Katharina Adick

Herzinfarkte gelten noch immer als Männerkrankheit. Das stimmt so aber nicht: Zwar treten Herzinfarkte bei Frauen im Durchschnitt später im Leben auf, aber insgesamt sterben mehr Frauen an einem Herzinfarkt als beispielsweise an Brustkrebs.

Unklare Symptome

Nicht immer äußert sich der Herzinfarkt durch Schmerzen in der Brust oder im Arm. Kieferschmerzen können zum Beispiel erste Anzeichen sein und den Verdacht vom eigentlichen Problem ablenken. Besonders häufig passiert das bei Frauen, die regelmäßig unter eher unklaren Symptomen leiden wie Kurzatmigkeit, Atemnot, Schweißausbrüche, Rückenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch, unerklärliche Müdigkeit. In so einem Fall sollte auch ein Herzinfarkt in Betracht gezogen werden.

Gebrochenes-Herz-Syndrom

Dass das Herz mehr ist als eine Pumpe und die Herzgesundheit viel enger mit dem seelischen Wohlbefinden verbunden ist, wird in den letzten Jahren immer klarer. Negative Gefühle wie Groll oder Feindseligkeit sind handfeste Risikofaktoren für Herzerkrankungen. Seit den 90er Jahren ist auch das sogenannte Broken Heart Syndrom bekannt. Immer wieder wurde beobachtet, dass Menschen nach traumatischen Erlebnissen eine Art Herzinfarkt erleiden, der in einer bestimmten Phase ähnlich lebensgefährlich ist. Auslöser für dieses Syndrom ist meistens Stress, aber auch andere heftige emotionale Reaktionen wie große Glücksgefühle etwa durch die Geburt eines Enkelkindes können das Syndrom auslösen.

Hitze gefährdet das Herz

Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen setzen die heißen Wetterperioden in unseren Sommern zu. Dass diese Phasen immer häufiger und langanhaltender werden und es auch nachts in den Städten nicht abkühlt, wird von der Weltgesundheitsorganisation als eines der größten Gesundheitsrisiken der kommenden Jahre gewertet. Heißes Wetter kann akut zu plötzlichem Blutdruckabfall, Kreislaufkollaps oder Hitzschlag führen. Das körpereigene Kühlsystem gerät an seine Grenzen, die Wärme kann nur unzureichend und unter größter Anstrengung aus dem Körper transportiert werden. Herzpatientinnen und -patienten sollten ihren Tagesablauf an heißen Sommertagen unbedingt auf das Wetter abstimmen und die Mittagszeit bzw. den frühen Nachmittag, wenn es in den Städten am heißesten ist, meiden. Einer Studie aus dem Jahr 2017 zufolge leben schon 30 Prozent der Weltbevölkerung an Orten, in denen Temperatur und Luftfeuchtigkeit an mindestens 20 Tagen im Jahr die Wärmeregulation des menschlichen Körpers überfordern. Tendenz stark steigend.

Prüfen – Rufen – Drücken

Ob Männer oder Frauen – noch immer sterben viel zu viele Menschen in Deutschland, weil sich Umstehende im Falle eines Herzstillstands nicht trauen, lebensrettende Maßnahmen zu ergreifen. Dabei ist alles besser, als nichts zu tun. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Menschen sich sicher fühlen, sind die Empfehlungen für die Herzdruckmassage noch einfacher geworden. Und insbesondere die Mund-zu-Mund-Beatmung ist nicht mehr nötig. Die Herzdruckmassage sorgt dafür, dass der Sauerstoff, der bereits im Blut gelöst ist, weiter durch den Körper gepumpt wird. Ist die Person nicht ansprechbar, ist ein Notruf (112) abgesetzt, sollten Sie unverzüglich mit der Herzdruckmassage beginnen. Sie können damit ein Leben retten! Wie einfach das geht, sehen Sie hier.

Zecken

Hirschhausens Sprechstunde 10.05.2021 02:01 Min. Verfügbar bis 10.05.2022 WDR 4 Von Eckart von Hirschhausen


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Stand: 05.02.2021, 11:12