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Diagnose Brustkrebs

Diagnose Brustkrebs

Hirschhausens Sprechstunde

Diagnose Brustkrebs

Von Katharina Adick

Brustkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland. Die Erkrankung kann noch immer tödlich enden – allerdings ist das heute deutlich seltener als noch vor 20 Jahren. Neben neuen Therapien und Medikamenten steht auch die Lebensqualität der Patientinnen im Fokus neuer medizinischer Entwicklungen.

Diagnose Brustkrebs & die richtige Beratung

Die Diagnose Brustkrebs ist für die Patientinnen ein Schock und mit vielen Ängsten verbunden. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Heilungschancen bei vielen Brustkrebsarten heute sehr gut sind. Und auch, dass viele Therapien heute sehr viel verträglicher sind als noch vor 20 Jahren.

Auch wenn die Chancen heute generell sehr viel besser sind, die Diagnose Brustkrebs kann das gesamte Leben der Betroffenen auf den Kopf stellen. Häufig beginnt dann die Suche nach möglichen Ursachen und für viele Frauen geht das auch mit Fragen von Schuld oder der Annahme einer "Krebspersönlichkeit" einher. Diese Annahme ist allerdings widerlegt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass die innere Einstellung etwa direkt zur Entstehung von Brustkrebs beiträgt oder die Heilungschancen negativ beeinflussen könnte.

Demgegenüber gibt es tatsächliche Risikofaktoren für Brustkrebs wie vermehrter Alkoholkonsum, Übergewicht oder die Hormonersatztherapie, die nach wie vor unterschätzt werden. Eine gute erste Anlaufstelle, um sich über die eigene Krebsdiagnose näher zu informieren oder die verschiedenen Therapieformen zu verstehen, sind die Seiten des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Eine Übersicht über zertifizierte Brustzentren in NRW bietet die Ärztekammer Westfalen-Lippe.

Zwischen Komplementärmedizin und Scharlatanerie

So wie um die Ursachen der Erkrankungen ranken sich auch viele Mythen um scheinbar "mildere" oder "natürlichere" Heilmethoden. Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Heilpraktiker oder sogenannte Health-Influencer zu Methoden raten, die die klassischen Therapieformen wie Bestrahlung, Operation oder Chemotherapie ersetzen sollen. Immer wieder kommt es dann dazu, dass Frauen sich an die Aussicht auf eine vermeintlich schonendere Therapie klammern und versterben.

Gerade weil die Heilungschancen bei vielen Brustkrebspatientinnen heute so gut sind, ist das besonders tragisch. Etwas anderes sind Naturheilmittel, die zum Beispiel das Wohlbefinden während einer belastenden Krebstherapie fördern können. Einen guten Überblick über alternative und komplementäre Methoden in der Krebstherapie liefern die Seiten des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Armutsrisiko Krebserkrankung

Neben der Erschöpfung durch die Erkrankung selbst, Kosten für Reha-Maßnahmen und durch geringere Einkünfte kann sich auch die finanzielle Situation von Krebspatientinnen deutlich verschlechtern. Auf den Seiten der Deutschen Krebshilfe finden Betroffene, Angehörige und Interessierte hilfreiche und kostenlose Informationsbroschüren zu den Themen Krebstherapie, Prävention, Früherkennung – aber auch andere Wegweiser für das Leben mit dem Krebs, etwa zu Sozialleistungen.

Bei diesen Hilfsmaßnahmen handelt es sich nicht um Almosen, sondern um Leistungen, auf die jede privat oder gesetzlich Versicherte, aber auch jede Arbeitslosengeld-I- oder Hartz-IV-Empfängerin Anspruch hat. Sie sollen dabei helfen, so schnell wie möglich wieder in das gewohnte Leben zurückzufinden.

Auf den Seiten des Krebsinformationsdienstes finden Sie auch Kontakte für eine individuelle telefonische Beratung – und erhalten auch die Adressen von Selbsthilfegruppen in ihrer Nähe, von denen viele Brustkrebspatientinnen profitieren.

Margot Käßmann und der Brustkrebs

Hirschhausens Sprechstunde 18.01.2021 14:33 Min. Verfügbar bis 18.01.2022 WDR 4 Von Eckart von Hirschhausen/Katharina Adick


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Stand: 15.01.2021, 17:45