Live hören
Jetzt läuft: It's all over now, baby blue von Them

Verjüngungskur für alte Obstbäume

Verjüngungskur für alte Obstbäume

Von Sabine Krüger

Sind Obstbäume in die Jahre gekommen oder hat man versäumt, sie regelmäßig zu schneiden, kann man sie mit gezielten Schnitten verjüngen. Wir zeigen, worauf es dabei ankommt.

Christian Platz neben einem alten Klarapfelbaum

Christian Platz, Geograph und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Rhein-Kreis Neuss schätzt, dass dieser Klarapfelbaum über 40 Jahre alt ist. Die Krone ist ziemlich dicht zugewachsen, einige Äste sind tot und viele hängen nach unten, anstatt wie bei einem vitalen Baum nach oben zu streben. Höchste Zeit also für einen Verjüngungsschnitt!

Christian Platz, Geograph und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Biologischen Station Rhein-Kreis Neuss schätzt, dass dieser Klarapfelbaum über 40 Jahre alt ist. Die Krone ist ziemlich dicht zugewachsen, einige Äste sind tot und viele hängen nach unten, anstatt wie bei einem vitalen Baum nach oben zu streben. Höchste Zeit also für einen Verjüngungsschnitt!

Vertrocknete und tote Zweige und Äste können auf alle Fälle komplett raus. Christian Platz erklärt, woran man sie erkennt: "Vertrocknete und tote Äste haben meist eine geriefte, leicht gewellte Oberfläche." Auf dem Foto sind das die dünnen hellen Striche auf der Rinde.

Solche dünnen, toten Zweige und Äste schneidet Rolf Behrens vom BUND NRW mit der Rosenschere aus dem Baum. Auch vergreiste Äste, die nach unten wachsen und so dünn sind, dass er sie mit der Rosenschere rausnehmen kann, entfernt er. Parallel arbeitet Christian Platz im Hintergrund auf der gegenüberliegenden Seite mit der Teleskopsäge.

Mit der Teleskopsäge entfernt Christian Platz Schosser, die senkrecht nach oben wachsen aus dem Baum: „Damit geht das am besten“. Schosser sind Wildtriebe, die dem Baum unnötig Licht, Luft und Energie nehmen.

Dickeren nach unten wachsenden Ästen rückt Platz mit der traditionellen Frischholzsäge mit auswechselbaren Sägeblättern zu Leibe. Am besten mit Wasser und Nährstoffen werden Äste versorgt, die in einem Winkel zwischen 90 und 45 Grad schräg nach oben wachsen. Um den Baum zu verjüngen, entnimmt man also nach unten Wachsendes und fördert jüngere, schräg nach oben wachsende Triebe.

Um ganz dicke Äste schonend abzusägen, setzt man den Schnitt zweimal an: Zunächst beginnt man an der gewünschten Stelle von unten zu sägen.

Dann setzt man die Säge an der gleichen Stelle von oben an. So vermeidet man, dass der Schnitt ausfranst oder der Ast eher abreißt als abgeschnitten wird. Genau das ist an dieser Stelle früher wohl passiert. Denn an der Rinde ist eine Verletzung zu erkennen, die nach einem langen Riss aussieht. Eine solche Wunde zu heilen, kostet den Baum Kraft und birgt die Gefahr, dass Krankheiten entstehen.

Auch an der unebenen Schnittstelle des dicken abgesägten Astes ist diese alte Verletzung noch zu erkennen.

Dünnere nach unten wachsende Äste kann man auch mit der Teleskopschere entfernen. Sie ermöglicht einen einzigen sauberen Schnitt.

Dieser Ast ist sogar in einem Bogen nach unten gewachsen. Die Wuchsrichtung ändern Pflanzen häufig, wenn sie von Schädlingen oder Krankheiten befallen sind.

Christian Platz und Rolf Behrens sind zufrieden. Dem alten Klarapfelbaum sieht man die Verjüngungskur an: Die Krone ist viel lichter, Totes und Krankes wurde entfernt und der Baum hat insgesamt wieder eher eine Tendenz nach oben als nach unten. "Wir haben auch die konkurrenzlose Spitze wiederhergestellt und die Leitäste sind in der Saftwaage, also alle auf gleicher Höhe. Damit ist die Arbeit für dieses Jahr erledigt", so das Fazit von Christian Platz.

Diese Heidschnucken halten das Gras auf der Streuobstwiese kurz. Damit erhöhen sie die Artenvielfalt, weil auch Pflanzen wachsen können, die sonst keine Chance hätten. Durch ihren Tritt festigen sie zudem die Grasnarbe und das niedrig gehaltene Gras ermöglicht dem Steinkauz seine Jagd. Das macht er nämlich im Laufen. Und Greifvögel können Wühlmäuse im kurzen Gras besser erkennen und jagen, was die Schäden, die durch sie entstehen, minimiert.

Stand: 03.12.2020, 13:07 Uhr