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Brennnesseln: Essen statt Entsorgen

Brennnesseln: Essen statt Entsorgen

Die Brennnessel eignet sich als Mulch oder für Jauche. Sie dient ungefähr 40 Schmetterlingsarten als Futterquelle und lässt sich auch in unseren Küchen vielfältig verarbeiten.

Superfood Brennnessel

Veronika Neumann (Links Mitte, in grauer Jacke) hat sich zur Wildkräuterpädagogin weitergebildet und bietet für die Volkshochschule (VHS) Neuss einen Kurs zum Kochen mit Brennnesseln an. Mit verschließbaren Plastikbeuteln ausgestattet, sammeln die Teilnehmerinnen am Waldrand Triebspitzen der Brennnessel. "Wir pflücken jeweils die oberen sechs Blätter. Das sind die zartesten und so weit oben müssen wir keine Sorge vor dem Fuchsbandwurm haben", sagt sie.

Veronika Neumann (Links Mitte, in grauer Jacke) hat sich zur Wildkräuterpädagogin weitergebildet und bietet für die Volkshochschule (VHS) Neuss einen Kurs zum Kochen mit Brennnesseln an. Mit verschließbaren Plastikbeuteln ausgestattet, sammeln die Teilnehmerinnen am Waldrand Triebspitzen der Brennnessel. "Wir pflücken jeweils die oberen sechs Blätter. Das sind die zartesten und so weit oben müssen wir keine Sorge vor dem Fuchsbandwurm haben", sagt sie.

Zum Pflücken sollten die Teilnehmerinnen Handschuhe mitbringen. Gabriele Surudo sorgt mit besonders dicken Winterhandschuhen vor. Es geht aber auch ganz ohne, erklärt die Kursleiterin: "Wenn man die Brennnessel in Wuchsrichtung ausstreicht, passiert nichts. Nur wenn man gegen den Strich streicht, brechen die Härchen ab und spritzen ihr Gift unter die Haut."

Mit der grünen Beute geht es in die Küche der VHS. Jeweils zwei Frauen arbeiten zusammen: Brigitte Exner (links) und Gabriele Surudo (rechts), beide aus Neuss, haben sich für die Zubereitung von Powerballs, also Energieballen, und Brennnesselchips entschieden. Sie haben offensichtlich viel Spaß dabei.

Hauptzutat für die Energieballen sind Brennnesselsamen. Die kann man jetzt noch nicht pflücken, aber Veronika Neumann hat im letzten Herbst welche aufbewahrt. An der Brennnessel sind das die kleinen braunen Kügelchen, die in langen Schnüren an den verblühten Pflanzen hängen. "Nach dem Pflücken trocknet man sie und dann kann man sie roh oder geröstet zum Beispiel ins Müsli streuen", so Neumann.

Für die Energieballen mischt man die Samen im Stabmixer mit kernigen Haferflocken, Dörrpflaumen und Apfelmus. Die Konsistenz sollte weder zu trocken noch zu feucht sein: gerade so, dass man daraus gut mit den Händen Kugeln formen kann.

Zum Schluss die Kugeln noch in Sesam wälzen, fertig ist der ausgewogen süß-fruchtig-nussige Snack. Sehr gut geeignet als kleine Energiebombe bei der Arbeit zwischendurch oder für die Pause beim Wandern!

Kursleiterin Veronika Neumann (links) arbeitet derweil an den Brennnesselbratlingen. Sie erinnert kurz daran, dass man Brennnesseln zwar nicht roh als Salat essen kann, weil sie sehr faserig sind, aber wenn man sie mit dem Nudelholz plattwalzt, blanchiert oder kocht, kann man seine Fantasie spielen lassen. Teilnehmerin Anja Lohmann aus Villich-Anrath (rechts) macht eine Brennnessel-Frittata.

Für die Bratlinge werden die Brennnesselblätter fünf Minuten blanchiert, ausgedrückt und kleingeschnitten. Dann mit Ei, Möhre, Sesam und Zwiebeln mischen. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Muskat und so viel Paniermehl dazugeben, dass die Masse leicht feucht wird. Bratlinge formen und ausbraten!

Bei der Frittata werden Kartoffeln kurz vorgegart, Zwiebeln in Öl angebraten, und die Kartoffeln sowie die Brennnesselblätter dazugegeben. Dann verquirlte Eier, gewürzt mit Salz, Pfeffer und Muskat, in die Pfanne gießen. Schafskäse dazu und mit Deckel kurz stocken lassen. Danach das Pfannengericht noch circa 10 Minuten bei 180 Grad im Ofen ausbacken.

Brigitte Exner und Gabriele Surudo arbeiten inzwischen schon an den Brennnesselchips. Dazu frittieren sie ganze Brennnesselblätter in reichlich heißem Fett in der Pfanne. Das zischt und spritzt: Am besten also mit Spritzschutz arbeiten! Wenn die Blätter fest sind, rausfischen und auf einem Küchenkrepp abtrocknen lassen.

Gabriele Surudo verpasst dem Ganzen mit einer Mischung aus Salz, Pfeffer und Paprika noch die typische Würze und schon sind auch die Chips fertig. Ihr Urteil: "Die Blätter sind fest geworden, zerbröseln dann im Mund und schmecken nussig – sehr lecker!" Eine interessante Chips-Variante!

Als alle Gruppen fertig sind, wird aufgetischt: ganz unten im Foto die Brennnesselbratlinge, dann die Chips, Brotscheiben für die Brennnesselpaste, danach der Spinatersatz aus Brennnesseln, in der Pfanne die Frittata, im kleinen Glasschälchendie Brennnesselpaste fürs Brot und ganz vorne im Anschnitt die Powerballs. Zu trinken gibt es natürlich Brennnesseltee! Geschmeckt hat alles. Bei der Blitzumfrage nach den Favoriten machen Brennnesselbratling und -Frittata das Rennen.

Stand: 27.06.2019, 14:10 Uhr