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Rückschnitt: Starthilfe für frisches Grün

Rückschnitt: Starthilfe für frisches Grün

Wann, wie und mit welchem Werkzeug, diese Fragen zum Staudenrückschnitt beantwortet ein Workshop der Gartenschule der Gesellschaft der Staudenfreunde im Rombergpark Dortmund.

Gartengestalterin Dorothea Steffen mit einer Staudensichel

Gartengestalterin Dorothea Steffen präsentiert ihr Lieblingswerkzeug für den Staudenrückschnitt: die Staudensichel. Sie eignet sich für Pflanzen, die fest im Boden eingewachsen sind und dünne Stängel haben. Das gilt für die meisten Stauden. Dorothea Steffen leitet den Kurs zum Start in die Gartensaison. Organisiert wird der Kurs von der Gartenschule der Gesellschaft der Staudenfreunde in Dortmund.

Gartengestalterin Dorothea Steffen präsentiert ihr Lieblingswerkzeug für den Staudenrückschnitt: die Staudensichel. Sie eignet sich für Pflanzen, die fest im Boden eingewachsen sind und dünne Stängel haben. Das gilt für die meisten Stauden. Dorothea Steffen leitet den Kurs zum Start in die Gartensaison. Organisiert wird der Kurs von der Gartenschule der Gesellschaft der Staudenfreunde in Dortmund.

Neben der Staudensichel kommt auch bei Dorothea Steffen die Rosenschere zum Einsatz. "Kaufen Sie gutes Werkzeug im Fachhandel, auch wenn es teurer ist, das lohnt sich!", rät sie. Die 58-jährige Kursteilnehmerin Petra Bille-Supanc ist von der kleineren Schere begeistert: "Die leg' ich mir zu: Ich hab Arthrose in den Fingern und mit der geht das Schneiden schön leicht!"

Die Gruppe staunt, als ihre Kursleiterin ihnen empfiehlt, große Gräser und Präriestauden mit der motorisierten Heckenschere zu schneiden: "Ich schneide auch Rosen mit der Heckenschere", sagt sie. "Die kann man wie ein Samurai-Schwert hin- und herschwingen und nach einer Stunde habe ich 250 Quadratmeter damit runtergeschnitten. Die Feinheiten arbeite ich mit der Rosenschere nach, aber um meine Handgelenke zu schonen, mache ich das Grobe damit."

Die Kursleiterin hat auf ihrem Beet als Übungsfläche alles stehen lassen. "Wer einen kompletten Naturgarten hat, muss auch gar nicht zurückschneiden. Wem das aber nicht gefällt, der schneidet so ab Ende März alles Braune ab. Bis dahin konnten auch die Insekten, die in den Halmen überwintert haben, rauskrabbeln."

"Wer in seinem Hausgarten allerdings viele Frühjahrsblüher hat, wird schon etwas zeitiger zurückschneiden, damit das frische Grün und die schönen Blüten auch zur Geltung kommen", so Steffen.

Jetzt sollen die Teilnehmer selber ran: Der 66-jährige Hans-Jürgen Nowack kommt gut klar mit der Staudensichel. Er weiß es zu schätzen, von einer Fachfrau Starthilfe für die neue Gartensaison zu bekommen.

Die 59-jährige Barbara Przibylla hat den Kurs von ihrem Sohn geschenkt bekommen. Auch sie ist von der Staudensichel überzeugt: "Das geht sehr gut! Ich mache es normalerweise mit der Rosenschere. Aber mit dieser Sichel bekommt man das kugelig-wachsende Gras viel leichter in Form geschnitten", findet sie.

Und fertig ist die kleine Graskugel!

Die trockenen Grasreste können auf den Kompost oder als Mulch direkt im Beet liegen bleiben.

"Empfindlichere Stauden, die nicht so fest im Boden wurzeln, wie hier die Färberkamille oder auch die Hohe Fetthenne, muss man mit der Schere schneiden. Mit der Sichel, bei der man eher zerrt und zieht, als dass man schneidet, würde man die Triebe mitsamt den Wurzeln rausreißen", erklärt die Garten-Expertin.

Faul sein darf man bei den Seggen (botanisch: Carex): Diese wintergrünen Ziergräser sehen wunderbar frisch aus. "Alles, was grün in den Winter rein- und wieder rausgegangen ist, kann so bleiben. Warum sollten Sie da schneiden?", fragt Steffen und rät, statt nach Regeln zu suchen, dem gesunden Menschenverstand zu folgen.

Am Ende gibt es beim Gang am Beet entlang noch Gestaltungstipps: "Wenn ich andere Gärten besuche, schaue ich immer, was unter Bäumen wächst. Denn der trockene Schatten ist eine Problemzone. Da sind die bodendeckende Elfenblume und die hochwachsende Wolfsmilch zwei echte Empfehlungen!"

Wahre Überlebenskünstler unter Bäumen sind zudem Wild-Alpenveilchen. Ihre Blüten sind zwar viel kleiner als die der hochgezüchteten Zimmerpflanzen, aber schon das auffallend gemusterte Laub ist ein absoluter Hingucker.

Auch Lenzrosen (botanisch: Helleborus) sind so früh im Jahr eine Pracht im Garten und Lieblingspflanzen von Dorothea Steffen. "Und damit die gut zur Geltung kommen, dafür greifen wir zur Schere", sagt sie.

Stand: 11.03.2020, 15:06 Uhr