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Herbstzauber – Indian Summer

Grüne, gelbe, orangefarbene und rote Blätter des Fächerahorns

Herbstzauber – Indian Summer

Von Sabine Krüger

Herbst, das heißt: Schwelgen in Gelb, Orange und Rot! Wir lassen uns verzaubern vom Indian Summer im Rombergpark Dortmund. Ein Rundgang mit Gärtnermeister Stefan Sirigu.

Herbstzauber - Indian Summer

WDR 4 Drinnen und Draußen 19.10.2019 02:18 Min. Verfügbar bis 18.10.2020 WDR 4

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Indian Summer in Dortmund

Dass Botanische Gärten vorrangig exotische Pflanzen zeigen, kommt uns im Herbst besonders entgegen. Denn nordamerikanische und asiatische Bäume färben sich intensiver als unsere heimischen.

Das Laub dieses Davids-Ahorns changiert sehr elegant zwischen gelb, lachsfarben und rot. Er wird sechs bis zwölf Meter hoch und drei bis fünf Meter breit. Der dekorative Baum fühlt sich in normalem Gartenboden in Sonne oder Halbschatten wohl. Gärtnermeister Stefan Sirigu präsentiert das Bäumchen bei seiner Führung zum "Indian Summer" im Rombergpark Dortmund.

Noch bunter treibt es dieser Fächerahorn: Er hüllt sich in grünes, gelbes, orangefarbenes und dunkelrotes Laub.

Da lohnt es sich, näher hinzuschauen: Herbstfärbung in ihrer schönsten Variante!

Aber auch dieser Kirschbaum kann mit der Herbstfärbung der Ahornbäume durchaus mithalten.

"Hinter dem gelben Laub leuchtet das dunkelrote einer Blutpflaume hervor und links daneben in Orange persische Eisenholzbäume", erklärt Stefan Sirigu.

"Das gelbe Laub gehört zum amerikanischen Sassafrasbaum", so der Gärtnermeister. Das ist das einzig winterharte Gehölz der Lorbeergewächse, die sonst aus den Tropen kommen. Es besticht durch seine sehr schöne Herbstfärbung: Neben dem gerade dominanten Gelb verfärbt sich das Laub auch Grün, Orange und Feuerrot. Und das amerikanische "Root-Beer" wird aus seinen Wurzeln gewonnen.

Diese Früchte, die wie warzige Orangen in Grün aussehen, gehören zum Osagedornbaum: "Sie sollen bitter schmecken, ich habe es noch nicht probiert. In seiner Heimat Nordamerika wird er gerne als Heckenpflanze verwendet, weil er säure- und pilzresistent ist und eine sehr dornige und dichte Verzweigung hat", erklärt Sirigu.

Unten in der Aue leuchten rechts alte mächtige Fächerahornbäume mit jung gepflanzten Ahornbäumen in verschiedenen Rottönen um die Wette.

Hier setzt der Eisenhutblättrige Japan-Ahorn einen starken orangefarbenen Akzent. Die Wildart kommt aus den Bergwäldern Japans, wird maximal fünf Meter hoch und im Alter so breit wie hoch. Seine Blüten werden gerne von Bienen und Hummeln angeflogen.

Scharlachrot strahlen dagegen diese tief eingebuchteten Blätter. Sie gehören, wie der Name schon sagt, zur Scharlach-Eiche. Sie kommt aus dem östlichen Nordamerika, ist wegen ihrer besonders schönen Herbstfärbung ein beliebter Parkbaum und wird bis zu 25 Meter hoch.

Der Blick zurück zeigt nochmals sehr deutlich, wie stark das rote Laub der Scharlach-Eiche heraussticht.

Auch wenn das Laub jetzt grün aussieht: "Das sind veredelte Blutbuchen, die schon seit 1804 hier an der Bastei stehen. Sie gehören zu den ältesten Bäumen im Park", erklärt Stefan Sirigu. "Im Frühjahr und Sommer ist das Laub rot, aber jetzt im Herbst zieht der Baum den roten Farbstoff aus den Blättern und das grüne Chlorophyll bleibt übrig." Herbstfärbung verkehrtherum sozusagen.

Dieser Anblick strahlt den Besuchern des Rombergparks schon von weitem entgegen: Von links nach rechts stehen am Teich zwei Rot-Ahorne der Sorte "Autumn Blaze", in der Mitte ein gelb-leuchtender Wald-Tupelobaum und ganz rechts mit bräunlichem Laub eine Gewöhnliche Rosskastanie.

Der Tulpenbaum am Teich besticht nicht nur im Juni durch seine großen gelblich-orangefarbenen Blüten, sondern auch durch die Herbstfärbung seiner Blätter in Tulpenform. Im Moment zeigt sich ein sehr schöner Übergang von Grün zu Gelb.

Wer sich den Indian Summer im Rombergpark Dortmund ansieht, passiert unweigerlich die imposante Lindenallee. "Sie ist 120 Meter lang, hat aber eine Tiefenwirkung von 300 Metern, weil die Bäume so gepflanzt wurden, dass die Abstände zwischen ihnen nach hinten kürzer werden", erklärt Stefan Sirigu die optische Täuschung, die ursprünglich aus der Theaterwelt kommt.

Lesetipps:

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Autoren: Baumschule Lorenz von Ehren, Kerstin Abicht
Ulmer Verlag, 2019
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Autor: Steve Marsh
Dorling Kindersley Verlag, 2019
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Prestel Verlag, 2019
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Stand: 19.10.2019, 00:00