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Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn im Garten

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn im Garten

Auch im Beet kann es hakelig werden, wenn die Chemie zwischen den einzelnen Pflanzen nicht stimmt. Mit Mischkultur und Fruchtfolge sorgen Gärtner allerseits für gedeihliche Verhältnisse.

Kurs zum biologischen Gemüsegärtnern in der Düsseldorfer Volkshochschule

Dagmar Exner (hinten links) und Heinrich Martini (hinten rechts) leiten im Biogarten der Düsseldorfer Volkshochschule den Kurs zum biologischen Gemüsegärtnern. Im Zentrum stehen die Themen "Mischkultur" und "Fruchtfolge". Bei der Fruchtfolge geht es darum, welche Pflanzen in einem Beet nacheinander wachsen sollten, damit sich der Boden regenerieren kann. Die Mischkultur empfiehlt, verschiedene Pflanzen, die sich gegenseitig fördern, zusammen in einem Beet anzupflanzen.

Dagmar Exner (hinten links) und Heinrich Martini (hinten rechts) leiten im Biogarten der Düsseldorfer Volkshochschule den Kurs zum biologischen Gemüsegärtnern. Im Zentrum stehen die Themen "Mischkultur" und "Fruchtfolge". Bei der Fruchtfolge geht es darum, welche Pflanzen in einem Beet nacheinander wachsen sollten, damit sich der Boden regenerieren kann. Die Mischkultur empfiehlt, verschiedene Pflanzen, die sich gegenseitig fördern, zusammen in einem Beet anzupflanzen.

"Wie bei uns Menschen gibt es auch Pflanzen, die sich mögen und welche, die sich nicht mögen", erklärt Heinrich Martini. Das liegt daran, dass verschiedene Arten unterschiedliche Stoffe und Düfte aufnehmen oder abgeben. Manche wurzeln tief, andere flach, manche sind frostempfindlich, andere wieder nicht. All das entscheidet darüber, welche Kombinationen im Beet für die Pflanzen-Entwicklung förderlich und welche hinderlich sind.

Günstige und ungünstige Partner von 20 verschiedenen Gemüsepflanzen lassen sich an der Mischkultur-Scheibe ablesen, die die beiden Dozenten empfehlen. Allerdings gibt es sie nur noch antiquarisch, und sie wird auch nicht mehr neu aufgelegt. Gute Partner für Chinakohl sind demnach: Buschbohne, Erbse, Kopfsalat, Spinat und Möhre (grüne Markierung). Schlechte Nachbarn wären Radieschen und Rettich, Kartoffel, Kohlrabi, Kohlsorten sowie Lauch (schwarze Markierung).

Die Buschbohne lässt sich zu sehr vielen anderen Gemüsearten kombinieren, wie Chinakohl, Erdbeere, Pflücksalat, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Gurke, Rote Bete, Kartoffeln, Rüben, Kohlrabi, Sellerie, Kohlsorten, Kopfsalat, Tomate und Mangold. Unverträglich mit Buschbohnen sind Erbsen, Fenchel, Knoblauch, Lauch und Zwiebeln. Bohnen und Erbsen gehören beide zur Familie der Hülsenfrüchtler oder auch Leguminosen. Generell sollte man es vermeiden, zu viele Mitglieder einer Familie neben- oder nacheinander anzubauen.

Nähere Informationen über die Eigenschaften der verschiedenen Gemüsearten findet man in der Bio-Gemüsescheibe. Aber auch sie ist nur noch antiquarisch zu haben und wird, nach Auskunft des Verlags, nicht mehr neu aufgelegt. Es sind aber zahlreiche andere gute Ratgeber fürs Gemüsegärtnern auf dem Markt, die auch Auskunft über Mischkultur und Fruchtfolge geben.

Nachdem sich die Kursteilnehmer darüber informiert haben, welche Gemüsearten zusammen passen und welche nicht, ermitteln sie Details zum Anbau: Aussaat- oder Pflanzzeit, geeigneter Boden und auch ob die Pflanze den Boden stark, mittel oder nur schwach auszehrt. Die Kartoffel ist ein Starkzehrer, das heißt, sie entzieht dem Boden viele Nährstoffe. Bevor man also ein Beet mit Kartoffeln bepflanzt, sollte darauf möglichst eine Gründüngung gestanden haben, die dem Boden Stickstoff zugeführt hat. Zum Beispiel Bohnen oder Feldsalat.

Christian Dase bepflanzt in Berlin zwei Hochbeete und Nadine Dase gärtnert in einem circa 200 Quadratmeter großen Schrebergarten in Düsseldorf. "Gemüseanbau ist komplizierter als ich dachte", meint Nadine Dase, steckt aber voller Tatendrang und nimmt Tipps für weiterführende Literatur mit nach Hause. Beide werden jedenfalls bei ihren Planungen Mischkultur und Fruchtfolge berücksichtigen.

Und so sieht im Sommer Mischkultur im Beet aus. Hier wachsen Wildtomaten zusammen mit Lauch. Der Lauch soll vor Schimmelpilzen schützen und das Wachstum der Tomaten fördern. Da scheint etwas dran zu sein, so prächtig wie beide Gemüsearten einträchtig nebeneinander wachsen.

Stand: 07.04.2018, 00:00 Uhr