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Herein in den Schattengarten

Ahorn, Hosta und Bambus vor einer Art Japanischem Teehaus

Herein in den Schattengarten

Von Sabine Krüger

Kein gewöhnlicher Schattengarten, sondern ein asiatisch anmutender Dschungel mit Baumriesen und Blattschmuckstauden: Thomas Faßbender lädt ein in seinen Garten in Königswinter.

Herein in den Schattengarten

WDR 4 Drinnen und Draußen 14.09.2019 02:20 Min. Verfügbar bis 13.09.2020 WDR 4

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Offene Gartenpforte: Austausch auf Augenhöhe

Thomas Faßbender öffnet gerne seinen Garten für andere "Pflanzenverrückte", um sich mit ihnen auszutauschen. In seinem privaten Dschungel gibt er Tipps zu Bambus, Ahorn, Hosta.

Hobbygärtner Thomas Faßbender und sein Gelbrohr-Bambus

Hobbygärtner Thomas Faßbender war auf der Suche nach Immergrünen: "Und Bambus ist im Winter eine grüne Pracht. Wer was großes und schnellwachsendes Immergrünes haben möchte, der greift am besten zu Bambus. Man kann mit ganz Kleinen anfangen und innerhalb von drei, vier Jahren hat man stattliche Pflanzen". Dieser Gelbrohr-Bambus (lat.: Phyllostachys vivax Aureocaulis) ist zehn Meter hoch.

Hobbygärtner Thomas Faßbender war auf der Suche nach Immergrünen: "Und Bambus ist im Winter eine grüne Pracht. Wer was großes und schnellwachsendes Immergrünes haben möchte, der greift am besten zu Bambus. Man kann mit ganz Kleinen anfangen und innerhalb von drei, vier Jahren hat man stattliche Pflanzen". Dieser Gelbrohr-Bambus (lat.: Phyllostachys vivax Aureocaulis) ist zehn Meter hoch.

Für die Gestaltung seines Gartens ließ er sich auf einer Thailand-Reise mit seinem Lebenspartner Wolfgang Pitzke inspirieren sowie in den Japanischen Gärten in Leverkusen und Bonn. Die sind ihm allerdings zu streng, und auch wenn er Buddha-Figuren im Garten hat: Sie sind für ihn reine Deko. "Das japanische Teehaus ist für mich Kaffeehaus und Geräteschuppen", schmunzelt Thomas Faßbender.

Das Tee- oder Kaffeehaus steht im eigentlichen Garten hinter dem Wohnhaus. Den betreten seine Besucher vorne durch einen schmalen Gang rechts von der Hauswand. Dort wartet eine imposante Hosta-Sammlung: "Hier stehen meine Prachtexemplare – 200 von 450 insgesamt. Ich bezeichne mich schon selbst als Hosta-Holic", lacht er und erzählt, dass er in niederländischen Spezialgärtnereien regelmäßig schwach wird.

Hinter dem Haus weitet sich der Blick zum eigentlichen Garten: ein Baumpark am Hang auf der ganzen Breite des Grundstücks. Eine Steintreppe führt hinauf. "Unter meinen Bäumen pflanze ich Bodendecker, was mir das Unkrautjäten erspart. Hier wächst vor allem das Dickmännchen (lat.: Pachysandra terminalis). Es blüht früh im Jahr und ist eine exzellente Bienenweide", erklärt der versierte Hobbygärtner.

Das Steinmäuerchen mit Blick zur bepflanzten Baumscheibe ist im Spätsommer Thomas Faßbenders Lieblingsplatz. "Hier genieße ich die blühenden Herbst-Alpenveilchen. Die Zimmerpflanzen waren für mich immer Oma-Pflanzen, aber die kleinen Wild-Alpenveilchen finde ich sehr schön, vor allem wegen der Blattzeichnungen. Sie lieben es schattig und kalkhaltig, weshalb ich hier jedes Jahr einmal mit Kalk nachhelfen muss."

In der Mitte der Baumscheibe überrascht ein Mammutbaum der Sorte Chinesisches Rotholz. "Der ist sehr trockenheitsverträglich, also für den Klimawandel geeignet, und man kann ihm beim Wachsen zuschauen. Nach sieben Jahren hat er schon einen Stammumfang von einem Meter und eine Höhe von 15 Metern. Den musste ich mir bringen lassen, weil er beim Kauf schon vier Meter hoch war. Und er ist meine Landmarke: Ich freue mich immer, wenn ich ihn im Auto von weitem sehe."

Vom Lieblingsplatz zur derzeitigen Lieblingspflanze von Thomas Faßbender: ein Chinesischer Maiapfel (lat.: Podophyllum cultorum Spotty Dotty): "Er hat im Mai eine ganz tolle rote orchideenartige Blüte, aber gekauft habe ich ihn wegen des Blattes. Er treibt schon im März aus und ist die letzte Pflanze, die geht. Auch Frost verträgt er. Und ich finde es erstaunlich, dass im totalen Schatten so ein stattliches Blatt wachsen kann."

Unter Faßbenders 24 Bambussen fällt dieser besonders auf: der Schwarzrohrbambus (lat.: Phyllostachys nigra) mit pechschwarzen Halmen, allerdings erst im zweiten Jahr; im ersten Jahr sind sie grün. "Dieses Jahr hat er nur ungefähr sieben neue Halme gebildet, wohl wegen des letzten trockenen Sommers". Phyllostachys-Bambusse bilden Ausläufer und müssen mit einer robusten Rhizomsperre gepflanzt werden. Fargesien sind Bambussorten ohne Ausläufer.

Übrigens soll man Bambussen das abgeworfene Laub lassen: "Erstens als Mulch, das die Feuchtigkeit hält und zweitens wegen dem Silizium, das in den Blättern enthalten ist. Wenn man das Laub entfernen würde, würden die Blätter fahlgelb werden. So sehen Bambusse von Gartenbesitzern aus, die alles akkurat haben wollen", warnt der Pflanzensammler.

Der Garten ist erst 14 Jahre alt und wirkt wie ein Dschungel. Als Thomas Faßbender mit seinem Partner das Haus gebaut hat, war da nur eine durchnässte Wiese am Hang. "Als erstes haben wir die Wege angelegt. Als Anwohner des Quirrenbacher Steinbruchs haben wir den Basaltsplit umsonst bekommen: 120 Tonnen liegen hier unter 38 Tonnen Kopfsteinpflaster."

In Faßbenders Garten kommen nur Pflanzen, die auch im Herbst und Winter gut aussehen. Daher wachsen bei ihm verschiedene Ahornbäume. Dieser Zimtahorn besticht durch die Rinde, die sich im Herbst ablöst. Die neue ist erst grün und verfärbt sich dann wieder zimtfarben. "Das einzige Manko: Er treibt erst im Juni aus. Da kommt mir die enge Bepflanzung hier entgegen, weil die Nachbarbäume dann schon grün sind."

Ein Fest der Grüntöne aus Ahorn, Hosta, Farnen und Bambussen. Besonders schön, wenn die Sonne ihre Strahlen in den Schattengarten schickt! Der Hobbygärtner gießt einmal pro Woche, bewässert die einzelnen Bäume dann aber eine halbe Stunde lang mit dem Schlauch, damit das Wasser die Wurzeln erreicht. Dem Boden beigemischtes Vulkangestein hält die Feuchtigkeit in der Erde.

Wieder unten angekommen, durchbricht ein riesiger Buddha-Kopf die Trockensteinmauer. "Der wiegt 400 Kilogramm. Den mussten wir uns auch bringen lassen, und zwar mit dem Kranwagen. Die Skulptur stand dann vier Jahre vor der Tür, bis wir sechs oder sieben Leute hatten, die ihn uns in den Garten tragen konnten."

Noch taucht man in diesem asiatisch anmutenden Schattengarten in Königswinter in ein Meer von Grün. Aber dieser Fächerahorn (lat.: Acer palmatum Kamagata) hat sich schon gelblich-orange verfärbt.

Damit die Besucher der Offenen Gartenpforte sehen können, wie Thomas Faßbenders Garten im Herbst wirkt, legt er ein Fotobuch aus: "Dann werden die einzelnen Bäume erst so richtig erkennbar, weil sie sich farblich voneinander absetzen". Thomas Faßbender öffnet seinen 1.000 Quadratmeter großen Garten in der Neuenhofer Straße 37 in Königswinter am Sonntag, 15. September 2019 von 11 bis 18 Uhr.

Lesetipps:

Schattenstauden
Die dunkle Seite Ihres Gartens
Autorin: Katrin Lugerbauer
Ulmer Verlag, 2017
24,90 €

Schattenpflanzen
Romantische Plätze gestalten
Autorin: Dorothée Waechter
BLV / GU Verlag, 2017
15 €

Die richtigen Pflanzen für Schattenplätze im Garten
Autorinnen: Elke Borkowski und Helga Gropper
DVA, 2016
29,99 €

Schattengarten
Die Pflanzen, die Jahreszeiten, die Stimmungen
Autorin: Beth Chatto
Fotograf: Steven Wooster
Übersetzer: Stefan Leppert
DVA, 201
34,99 €

Stand: 13.09.2019, 15:59