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Blütenrausch fast ganzjährig

Blütenrausch fast ganzjährig

Von Ferne leuchten die Blütenstände der Rhododendren. Und manche zeigen auch noch eine schöne Blattfärbung im Herbst. Ein Besuch im Rhododendrenwald des Rombergparks Dortmund.

Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf bei einem Rundgang durch den Botanischen Garten in Dortmund

"Wenn man Rhododendren sammelt, kann man damit ein ganzes Leben verbringen. Das wird nie langweilig und es gibt immer welche, die Sie noch nicht kennen", prophezeit Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf bei seinem Rundgang durch den Botanischen Garten in Dortmund. Zuallererst klärt er darüber auf, dass Azaleen auch zur Gattung der Rhododendren gehören.

"Wenn man Rhododendren sammelt, kann man damit ein ganzes Leben verbringen. Das wird nie langweilig und es gibt immer welche, die Sie noch nicht kennen", prophezeit Rombergpark-Direktor Dr. Patrick Knopf bei seinem Rundgang durch den Botanischen Garten in Dortmund. Zuallererst klärt er darüber auf, dass Azaleen auch zur Gattung der Rhododendren gehören.

Rechts im Bild ist die beeindruckende am Saum leicht gewellte glockenförmige Einzelblüte der Rhododendron-Hybride "Kluis Triumpf" zu sehen. Links davon der Blütenstand mit mehreren Blüten an einem Endstück: "Den bezeichnen die Züchter als 'Stutz'. Eigentlich ist es eine Ähre, die sehr stark gedrungen ist", so Patrick Knopf. Diese Blütenstände sorgen für die enorme Fernwirkung dieser Ziersträucher.

Der Rhododendron hat meist fünf Blütenblätter, die miteinander verwachsen sind. Die nach vorne ragenden Stängelchen sind die Staubgefäße. Das längste davon mit dem dunklen Punkt dran ist der Griffel mit der Narbe. Darauf sollen die Bestäuber, also Insekten oder Vögel, den Pollen auftragen. In der Mitte sind die geschlossenen Samenkapseln und rechts die geöffneten zu sehen.

Und so sieht die ganze Pflanze aus: Es ist der Rhododendron catawbiense "Boursault". Der Strauch kann über vier Meter hoch und über zwei Meter breit werden und hat sich als winterhart im Garten bewährt. Das helllilafarbene Zentrum der Blüte ist ganz zart gelbbraun gepunktet. Er blüht von Mai bis Juni.

Tänzerisch leicht schweben die Äste des Rhododendron "Hatsu-giri" über dem Weg. Diese Azalee aus Japan trägt ungefüllte trichterförmige Blüten in dunkelrosa bis violett.

Eine selten harmonische Kombination aus Magenta und Orange zeigen die Blüten dieser Knap-Hill-Azalee "Jolie Madame" – auf Deutsch: "Schöne Dame". Keck ragen ihre zart-geschwungenen Staubgefäße nach vorne. Der gut verzweigte kompakt wachsende Strauch kann bis zu zwei Meter fünfzig hoch und breit werden. Er fühlt sich wohl an einem halbschattigen geschützten Standort in locker-durchlässig-feuchtem Boden.

Diese Loderi-Hybride der Sorte "King George" hat einen fantastischen Duft und gehört zu den Rhododendren mit den größten Blüten. Die Einzelblüte kann bis 18 Zentimeter Durchmesser erreichen. Im Dortmunder Rombergpark ist sie winterhart: "Wir haben hier ein besonders gutes Klima, weil wir genau auf der Grenze liegen zwischen dem kontinentalen und dem atlantischen. Wir haben also die Ausgeglichenheit der Temperatur vom kontinentalen und die Milde vom atlantischen Einfluss", so Knopf.

Hellrosa mit zarter dunkelrosa Punktzeichnung präsentieren sich die Blüten dieser Yakushimanum-Hybride der Sorte "Arabella". Auffallend ist der stark gefranste Blütensaum. An ihrem enorm großen Blütenstand wachsen zwölf bis vierzehn Einzelblüten. Sie gehört wie "King George" zu den immergrünen Rhododendren.

Die Oberseite der Blätter von "Arabella" ist graugrün und die Unterseite ist filzig mit hellen Haaren. Das ist ein Schutz, der darauf hindeutet, dass die Pflanze viel Licht verträgt.

"Der Sommer 2018 hat einige Rhododendren von der Krone abwärts um bis zu zwei Meter runtertrocknen lassen", bedauert der Park-Direktor. Manche wurden zurückgeschnitten und haben die Trockenheit dadurch besser überstanden. Links im Bild sieht man, wie eine derart verjüngte Pflanze mit Knospen neu austreibt. "Am schnittverträglichsten sind die hellen Sorten und diejenigen mit einer rauen Borke", beobachtet Patrick Knopf.

Ebenfalls besser überstanden haben die Trockenheit die laubabwerfenden Sorten, wie hier im Bild dieser gelbblühende Rhododendron luteum. "Die Moose und Flechten schaden dem Strauch übrigens nicht. Im Gegenteil: Die Flechten zeigen an, dass wir in Dortmund wieder bessere Luft haben", beruhigt der Biologe. Die laubabwerfenden Sorten sind übrigens für Rhododendron-Anfänger am besten geeignet.

Orange ist eine eher untypische Rhododendren-Farbe. "Das sind alles nordamerikanische Kreuzungen, die auch im Winter ihr Laub abwerfen. Die hat man früher als Sommer-Azaleen bezeichnet", erklärt Patrick Knopf. Eine leuchtende, aber gleichzeitig auch sehr warme Blütenfarbe.

Hier sieht man deutlich, dass bei der sommergrünen Azalee "Arneson Little Gem" der Griffel nicht dunkel, sondern weiß ist. Im Herbst verfärben sich die Blätter purpurrot. Diese Sorte fühlt sich in Vollsonne bis Halbschatten wohl.

Der "Rhododendrenwald" im Rombergpark macht seinem Namen alle Ehre: Zwischen dem Geäst leuchten hier die knallroten Blüten von Rhododendron obtusum "Satschiko" durch. Diese Sorte gehört zu den Halbimmergrünen, das heißt, sie wirft im Winter nur einen Teil ihres Laubs ab. Wenn die gezeigten Rhododendren verblüht sind, übernehmen andere im Rombergpark – bis in den Herbst hinein!

Stand: 02.07.2019, 15:51 Uhr