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Nachhaltiger Feiern mit Bio-Bäumen

Nachhaltiger Feiern mit Bio-Bäumen

Die umweltfreundlichste Variante wäre ein Weihnachtsfest ohne Baum. Wer aber auf die Tradition nicht verzichten möchte, kann die Umwelt mit einem Bio-Weihnachtsbaum schonen.

Stefan Lüdenbach mit einer Blau-Fichte in einer seiner Schonungen

In dritter Generation verkauft der Gartenbetrieb Lüdenbach in Engelskirchen nun schon Weihnachtsbäume. Der 61-jährige Stefan Lüdenbach hat ihn vor ungefähr 30 Jahren von seinem Vater übernommen. Sohn Phillip, 36, ist auch schon Mit-Inhaber. Das Weihnachtsfest feiern sie in der Großfamilie in der guten Stube von Stefan Lüdenbachs 90-jähriger Mutter: "Und zwar mit so einer schön sattgrünen Blau-Fichte wie dieser hier", zeigt er auf das Bäumchen vor sich.

In dritter Generation verkauft der Gartenbetrieb Lüdenbach in Engelskirchen nun schon Weihnachtsbäume. Der 61-jährige Stefan Lüdenbach hat ihn vor ungefähr 30 Jahren von seinem Vater übernommen. Sohn Phillip, 36, ist auch schon Mit-Inhaber. Das Weihnachtsfest feiern sie in der Großfamilie in der guten Stube von Stefan Lüdenbachs 90-jähriger Mutter: "Und zwar mit so einer schön sattgrünen Blau-Fichte wie dieser hier", zeigt er auf das Bäumchen vor sich.

Auf 22 Hektar wachsen hier Nordmanntannen, Kolorado-Tannen und Blau-Fichten. Das Besondere: Sie sind alle biozertifiziert. "Ich bin Baumschulmeister und in der klassischen Ausbildung war Spritzen fast Pflicht. Aber nachdem ich den Betrieb von meinem Vater übernommen hatte, habe ich relativ schnell damit aufgehört. Anfangs habe ich die Bäume noch nicht bio-zertifizieren lassen, aber als sich das Bewusstsein der Kunden verändert hat, bin ich diesen letzten Schritt auch noch gegangen. Das kostet zwar, aber es war die richtige Entscheidung", so Lüdenbach.

Die Blau-Fichte kommt ursprünglich aus den USA. Sie hat eine rauere Rinde, spitze Nadeln, riecht dafür aber sehr lecker. "Manchmal wächst sie etwas bizarr. Eben hat ein Kunde eine mit zwei Spitzen gekauft. Das muss man mögen. Aber Blau-Fichten haben eben eine schöne Färbung von Blau bis zu einem satten Grün", erklärt der Baumschulist.

Kolorado-Tannen bieten ein ähnliches Farbspektrum wie die Blau-Fichten. Sowohl der bläuliche Baum vorne als auch der sattgrüne links hinten ist eine Kolorado-Tanne. Die zweite Gemeinsamkeit mit der Blau-Fichte: Manchmal nehmen auch sie ungewöhnliche Formen an. Das Charakteristikum der Kolorado-Tanne: ihre aufwärts-gebogenen langen Nadeln, die an Kiefern erinnern. "Das macht das Schmücken etwas schwieriger", schränkt Stefan Lüdenbach ein, "aber sie duften gut, und Kunden, die das Besondere suchen, kaufen sie gerne."

Am beliebtesten sind die Nordmann-Tannen: "Sie nadeln nicht, wachsen gerade und sind sehr schön grün", so Stefan Lüdenbach. Auch dieser Kunde möchte zuhause eine Nordmanntanne aufstellen. Der Baum ist ausgewählt und er rückt ihm mit der Säge zu Leibe: "Schön, dass man hier die Säge ausleihen und die Bäume selber schlagen kann!"

Stefan Lüdenbach packt den Baum des Kunden auf den Transportwagen. Die Familie hat im Jahr zuvor einen Baum in einem Baumarkt gekauft: "Der sah auch super aus. Aber nach einem Abend haben wir ihn weggeworfen, weil er einfach gestunken hat. Und danach haben wir uns überlegt, dass wir dieses Jahr einen Biobaum holen", sagt die Ehefrau.

Das Paar und die Mutter der Ehefrau freuen sich über das Bäumchen. "Wir sind froh, dass es Höfe gibt, wo man Bio-Bäume kaufen kann. Heutzutage möchte jeder etwas für die Umwelt tun. Vielleicht ist es zu spät? Ich hoffe nicht!", meint die Kundin.

Diese junge Nordmanntanne sieht etwas zugewachsen aus. Stefan Lüdenbach erklärt, dass das eine gärtnerische Maßnahme wegen des trockenen Sommers ist: "Wir haben das Bäumchen vom Gras und den Wildkräutern überwuchern lassen, um es vor Sonne und Trockenheit zu schützen. Mit der Nordmanntanne geht das, die ist schattenliebend. Damit wir wissen, wo die Bäumchen stehen, haben wir diese Stöcke gesetzt."

Die Bäume von Stefan Lüdenbach sind bio-zertifiziert, weil er weder Pestizide noch Kunstdünger verwendet. Auf Unkrautvernichtungsmittel kann er verzichten, weil er vierbeinige Mitarbeiter hat: Shropshire-Schafe. "Die Dänen haben irgendwann mal festgestellt, dass die keine Nadelbäume verbeißen und haben sie dann europaweit eingeführt. Ich wollte von vornherein keine Pestizide einsetzen und ich mag Schafe, insofern ist diese Art zu wirtschaften für mich ideal", sagt Stefan Lüdenbach.

Allerdings hatte er mal 15 Schafe, jetzt sind es noch zehn. Fünf wurden von einem Wolf gerissen, zuletzt zwei trächtige Muttertiere, von denen eines sein Lieblingsschaf war: "Das kam auch, ohne dass ich Futter dabei hatte, einfach, um sich kraulen zu lassen. Eine DNS-Analyse hat bei den ersten drei Opfern belegt, dass es ein Wolf war. Aber auch bei den letzten beiden ist das klar: Sowas macht kein Hund!"

"Ich werde wohl wolffeste Zäune bauen müssen. Das ist aufwändig", bedauert der Schafhalter: "Ich hab’s nicht so mit Hunden, deshalb ist ein Hund als Schutz vor Wölfen für mich keine Option". Bei der Investition in den Zaun werden ihm aktuell beschlossene Förderungen des NRW-Umweltministeriums in "Wolfverdachtsgebieten" helfen.

Nach dem kurzen Ausflug zu den Schafen ist unten am Hof schon wieder Stefan Lüdenbachs Einsatz gefragt. Stammkundin Elena Härtel hilft dabei, ihren Baum in ein Netz zu hüllen. "Den Baum hier selber zu schlagen, ist bei uns Familien-Tradition. Der Weg von Köln aus hierhin ist schön. Vor zwei Jahren lag hier Schnee, das war wunderbar und wir sind einfach gerne hier: Es ist so ruhig und friedlich und man hat eine kleine Auszeit in der Natur."

Stand: 05.12.2019, 09:42 Uhr