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Astern sorgen für herbstliche Blütenpracht

Astern sorgen für herbstliche Blütenpracht

"Es wird durchgeblüht", getreu dem Motto des deutschen Vaters der Staudenzucht Karl Foerster, versuchen Gärtner, ganzjährig Blüten im Garten zu haben. Der Herbst ist Asternzeit.

Gartengestalterin Dorothea Steffen mit einem bunten Asternstrauß

Die freiberufliche Gartengestalterin Dorothea Steffen ist bekennender Asternfan. Zum Interviewtermin am Staudenbeet im Rombergpark Dortmund hat sie auch einen Strauß aus ihrem eigenen Garten mitgebracht: um ihre Lieblingssorten zu präsentieren und zu Bildungszwecken. So kann sie die unterschiedlichen Asternarten besser vorstellen. Sich damit auszukennen, schützt vor Fehlplanungen bei der Beetgestaltung. Und nebenbei vermittelt sich: Astern eignen sich auch prima für frische Gartensträuße.

Die freiberufliche Gartengestalterin Dorothea Steffen ist bekennender Asternfan. Zum Interviewtermin am Staudenbeet im Rombergpark Dortmund hat sie auch einen Strauß aus ihrem eigenen Garten mitgebracht: um ihre Lieblingssorten zu präsentieren und zu Bildungszwecken. So kann sie die unterschiedlichen Asternarten besser vorstellen. Sich damit auszukennen, schützt vor Fehlplanungen bei der Beetgestaltung. Und nebenbei vermittelt sich: Astern eignen sich auch prima für frische Gartensträuße.

Viele Hobbygärtnerinnen und -Gärtner wissen, dass manche Astern lästig werden können, weil sie sich zu sehr ausbreiten. Um zu vermeiden, dass man sich solche Exemplare in den Garten holt, weist Dorothea Steffen darauf hin, dass Raublattastern eher zahm bleiben. Ausnahmen gebe es aber natürlich auch. Man erkennt Raublattastern an den rauen Blättern und Stielen, die feine Härchen haben. "Glattblattastern tendieren dagegen zum Wuchern", warnt Steffen.

Auch Myrtenastern breiten sich nicht so stark aus, und sie haben einen weiteren Vorteil: Sie vertragen in der Regel Hitze ganz gut, wichtig in Zeiten des Klimawandels. "Man erkennt sie an ihren vielen winzigen Blättchen und unzähligen kleinen Blüten", so die Gartengestalterin.

Über den Strauß hinaus ragt diese rotstielige Waagerechte Aster der Sorte 'Speyrer Herbstwoge'. Dorothea Steffen: "Man sieht schon, dass sie hoch hinaus will, bis 1,50 Meter groß wird sie. Da braucht man auch nur eine Pflanze pro Quadratmeter. Hier sind die Blütenknospen noch geschlossen. Sie blüht weiß und ihre gelbe Blütenmitte verfärbt sich später rot."

Dorothea Steffen liebt knallige Farben. Diese Raublattaster der Sorte 'Alma Pötschke' hat fast schon phosphoreszierende himbeerfarbene Blüten: "Die hat auch eine angenehme Höhe, so ungefähr 90 Zentimeter. Wer aber nur zurückhaltende weiße und blaue Blüten im Garten mag, läuft weg, wenn er die sieht. Wenn die aufgeht, ist das ein Feuerwerk!", lacht sie.

Die Gartengestalterin legt den Strauß beiseite und wendet sich den Staudenrabatten im Rombergpark zu. Sie werden gestaltet von der Gesellschaft der Staudenfreunde, deren Vize-Präsidentin sie ist. Steffen zeigt auf niedrige Astern unter einer Tanne: "Diese sehr feine Waldaster empfehle ich für trockene Schatten-Standorte unter Bäumen. Der einzige Nachteil: Sie legt sich. Aber das ist für diesen schwierigen Standort im trockenen Schatten eigentlich egal. Sie verbreitet sich sittsam und blüht über Jahrzehnte. Ihre zarten weißen Sternblüten hellen Schattenbereiche wunderbar auf. Man kann sie sehr schön mit Funkien und dem Japan-Waldgras kombinieren."

Diese hier ist ebenso eine Waldaster, diesmal die blaue Waldaster der Sorte 'Little Carlow'. Sie wird gerne für Wildpflanzungen und naturnahe Gärten verwendet. "Sie wächst horstig, kommt also aus einem Vegetationspunkt heraus und macht keine Ausläufer. Damit eignet sie sich bestens für kleinere Gärten. Auf einen Quadratmeter kann man sicherlich sechs Pflanzen setzen", so Steffen.

Die Ageratum-ähnliche Aster 'Asran' kommt aus Asien. "Leider breitet sie sich, wie die meisten anderen Ageratum-ähnlichen Astern, ziemlich aus. Sie sind also eher für größere Gärten geeignet, aber robust und ausdauernd. Ich finde sie auch sehr schön", meint die Gartengestalterin.

Diese violetten Blüten mit der sonnengelben Mitte wachsen auf dunkelroten Stielen. Sie gehören auch zu einer Ageratum-ähnlichen Aster, nämlich der Sorte 'Ezo Murasaki' aus Japan. "Das Kennzeichen der Ageratum-ähnlichen Astern sind gezähnte Blätter. Diese aparte Sorte gehört zu den späten Astern und blüht von Oktober bis November. Aber Vorsicht: So schön sie ist, so sehr breitet sie sich auch aus. Wir müssen hier jedes Jahr im Frühjahr einen Teil von ihr abstechen, sonst überwuchert sie alles."

Ebenfalls dunkle Stiele in einem satten Bordeauxrot hat diese Aster lateriflorus 'Buck‘s Fizz'. Sie wächst sparrig, also breit auseinander, fast waagerecht. "Haben Sie schon mal eine so schöne Aster gesehen? Sie hat sehr viele kleine weiße Blüten mit einer rosafarbenen gefüllten Mitte", schwärmt Dorothea Steffen. Hier ist sie sehr passend mit einem anderen Herbstblüher kombiniert, der Fetthenne. Deren Blütenfarbe findet sich wieder in der Blütenmitte von 'Buck’s Fizz'.

Die Waagerechte Aster 'Coombe Fishacre' ist eine alte Züchtung von 1889 und nach einem Dorf in der englischen Grafschaft Devon benannt. "Die ist auch sehr bezaubernd, blüht rosafarben mit einer gefüllten Mitte in Gelb bis Purpurrot. Eine sehr schöne Erscheinung", findet Dorothea Steffen. Sie blüht eher spät, von September bis Oktober.

Diese Frikarts-Aster gehört zu den frühblühenden Arten. Sie fängt schon im Juli an. Sie wird circa 60 cm bis einen Meter hoch und blüht unentwegt. "Wichtig bei Astern, vor allem bei solchen frühblühenden Sommerastern, ist, sie im Frühjahr zu pflanzen. Sonst besteht die Gefahr, dass sie im Frost kaputtgehen", rät die Gartengestalterin. Auch diese Aster macht sich sehr gut in Kombination mit der Fetthenne.

"Hier haben wir einen wahren Astern-Schatz: Es ist eine Aster, die auch sehr früh blüht, und zwar von August bis Oktober, in leuchtend rosa-fliederfarbenen Blütensternen. Sie hat einen kleinen Nachteil: Sie kippt gerne. Aber dafür hat sie eine sehr schöne Höhe, nämlich 60 bis 70 Zentimeter. Und besonders gut verträgt sie Trockenheit", eine klare Empfehlung der Asternfreundin für kleine Gärten: die Pyrenäen-Aster 'Lutetia'.

Nicht weniger begeistert ist Dorothea Steffen von dieser Aromatischen Aster: "Hier unter der Buche ist es sehr trocken und diese Aster steht da wie eine Eins. Wenn Sie also eine trockene Stelle im Garten haben, dann nehmen Sie die Aromatische Aster. Sie hat eine schöne Höhe von 60 bis 80 Zentimetern und wächst horstig, bleibt also zahm."

Die Kahle Aster der Sorte 'Calliope' blüht gerade auf. Kahle Astern haben wenig Blätter. Das Besondere an 'Calliope' ist, dass ihre Stängel und Blätter dunkel getönt sind. Die Blüten erscheinen als hellviolette Strahlen mit gelber Mitte. "Der Nachteil ist, dass sie ziemlich wuchert. Wer aber den Platz dafür hat, kann es mit dieser stattlichen Erscheinung versuchen", meint die Staudenfreundin, "schön ist sie."

"Sehr gut kombinieren kann man Astern mit Gräsern, hier mit dem Diamantgras. Diamantgras hat sehr schöne und breite Ähren, die mit Tau und Lichttropfen herrlich spielen und so den Herbst zum Leuchten bringen, wenn die Sonne scheint. Diamantgras wird einen Meter hoch. Allerdings versamt es sich. Versamen können sich Pflanzen aber nur auf freien Flächen. Deshalb haben wir hier den konkurrenzstarken Kerzenknöterich daneben gesetzt", erklärt Steffen.

Gegenüber ist die weiß-blühende Raublattaster 'Herbstschnee' mit einer weißen Japan-Herbst-Anemone 'Honorine Jobert' und schmal aufrecht wachsendem Reitgras kombiniert. Dahinter steht eine imposante Chinaschilf-Pflanze: "Das Chinaschilf ist als Solitär gesetzt, das Reitgras wiederholt sich im Gegensatz dazu rhythmisch. Als Gestalterin von naturnahen Pflanzungen lasse ich zudem Verblühtes gerne stehen, wie hier die dunklen Samenstände der Kugeldisteln und der Wilden Karde. Sie bilden einen schönen Kontrast zu den hellen Blüten."

Achtung Verwechsler: Neben dem weiß-blühenden Wasserdost links steht rechts keine Aster, sondern die Schönaster Kalimeris incisa: "Kalimeris verwende ich sehr gerne in meinen Gartengestaltungen, weil sie schon ab Anfang Juli blühen, mittelhoch werden, horstig wachsen und nicht wuchern. Das Kennzeichen sind tausende kleine Blüten, die einen zweiten Flor machen, wenn man die verblühten Köpfe abschneidet. Es gibt sie auch noch fliederfarben, zum Beispiel Kalimeris mongolica."

Auch ein Verwechsler: Hier wächst der Feinstrahl, auch Einjähriges Berufkraut genannt. Dorothea Steffen: "Das ist eigentlich Unkraut. Aber ich als Naturgärtnerin sehe das nicht so eng. Das darf hier stehenbleiben. Im Frühjahr hat es schönes breites Laub und jetzt diese zarten sternförmigen Blüten wie die Astern."

Leuchtend fuchsienrot blüht hier wieder eine Aster, nämlich die Glattblattaster 'Neron'. Sie wächst aufrecht und buschig bis einen Meter hoch und ist auch sehr gut für die Vase geeignet. 'Neron' blüht von September bis Oktober und ist extrem winterhart.

"Der Leuchtpunkt vor der dunklen Eibenhecke ist die Raublattaster 'Roter Turm' mit purpurroten Blüten. Sie breitet sich zwar auch aus, aber ich liebe sie sehr", gesteht Dorothea Steffen. Hier in den fünf Meter tiefen Staudenrabatten im Rombergpark ist ja auch Platz dafür.

Hier liefert Dorothea Steffen den Beweis, dass der 'Rote Turm' tatsächlich "frauhoch" wächst. Wer in seinem eigenen Garten auch in ein Astern-Blütenmeer abtauchen möchte, für den hat die Gartengestalterin noch einen Tipp: "Bei Astern kann man auch den sogenannten Chelsea-Chop anwenden. Das heißt, dass man zur Zeit der Chelsea Flower Show, also Mitte/Ende Mai, die Astern um die Hälfte einkürzt. Der Lohn: kompakte, reich verzweigte und blühende Pflanzen."

Stand: 08.10.2020, 09:22 Uhr