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"Totenwinter" von Sabine Hofmann

"Totenwinter" von Sabine Hofmann

Stand: 01.11.2022, 00:00 Uhr

Eine junge Frau ist aus Ostpreußen nach Bochum geflohen. Dort überlebt sie trickreich die Kälte und den Hunger. Ein historischer Roman aus dem Ruhrgebiet der Nachkriegszeit.

Von Stefan Keim

"Totenwinter" von Sabine Hofmann

WDR 4 Bücher 01.11.2022 01:12 Min. Verfügbar bis 01.11.2023 WDR 4 Von Stefan Keim


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Eine Stelle bei einem Anwalt – das ist für Edith der Hauptgewinn. Der Winter 1947 ist sehr kalt, die Menschen frieren, viele haben zu wenig zu essen. Der Schwarzmarkt blüht, wer etwas organisieren kann, der tut es. Auch der Anwalt wird oft in Naturalien bezahlt, Kinder krabbeln in Bahnwaggons und klauen Kohle. Und Ediths Freundin Lilli nennt sich Madame Luna und hält sich mit Kartenlesen über Wasser. Autorin Sabine Hofmann erzählt in atmosphärisch dichten Bildern von Bochum in der Nachkriegszeit.

Spannend ist der Roman außerdem. Denn es gibt einen Mord. Ein kommunistischer Arbeiter, der im KZ gesessen hat, liegt tot in einem Waggon. Und zwar zusammen mit Resten von Milchpulver. Doch weder seine Kollegen noch seine Frau glauben, dass er sich am Schwarzmarkt beteiligt hat. Der Tote galt als aufrecht und unbestechlich.

Kein leichter Job für die Polizisten, den Täter zu ermitteln. Denn die Arbeiter sind misstrauisch, viele bei der Kripo haben schon unter den Nazis gearbeitet und die Linken verfolgt. Edith hegt schließlich den Verdacht, dass ihr Chef ebenfalls mit der Sache zu tun haben könnte. Denn sie lernt einen jungen Journalisten kennen, der einige Geheimnisse des Anwalts zu kennen scheint.

"Totenwinter" ist ein Roman mit lebendigen, sympathischen und teilweise undurchsichtigen Charakteren. Sabine Hofmann schreibt unterhaltsam und spannend, ohne den historischen Hintergrund zu vernachlässigen.

"Totenwinter“

Autor: Sabine Hofmann
Verlag: Aufbau Verlag
352 Seiten
14 Euro