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"Der Mann im Leuchtturm" von Erik Valeur

"Der Mann im Leuchtturm" von Erik Valeur, Buchcover

"Der Mann im Leuchtturm" von Erik Valeur

Von Stefan Keim

Reglos sitzt Viggo Larsen auf einer Steinbank. Manchmal liest er, oft schaut er stundenlang aufs Meer. Er ist "Der Mann im Leuchtturm". Eine junge Frau beobachtet ihn, erst aus der Ferne, dann nähert sie sich behutsam. Schließlich bricht sie in seiner Abwesenheit in den Leuchtturm ein und stöbert in Larsens Sachen.

"Der Mann im Leuchtturm" von Erik Valeur

WDR 4 Bücher 18.12.2018 02:20 Min. WDR 4

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Was sie antreibt, ist lange nicht klar. Überhaupt verrät Autor Erik Valeur nur sehr langsam, worum es in seinem Roman eigentlich geht.

"Der Mann im Leuchtturm" ist ein atmosphärisch starker Roman für geduldige Leser. Eine alte Frau wird aus dem Pflegeheim entführt. Es ist die Mutter zweier mächtiger dänischer Politiker, einer von ihnen ist Ministerpräsident. Die Ermittler haben keine Namen, sie sind nur der "Mord-Chef" und "Nummer zwei". Sie tappen lange im Dunkeln, ebenso wie die Leser.

Gerade deshalb entwickelt der Roman eine große Spannung. Wer Puzzles für den Kopf mag, ist hier genau richtig. Viggo Larsen beschließt, dass er seine Einsamkeit aufgeben muss, um etwas aus seiner Vergangenheit zu klären. Viele Leute tauchen auf und machen sich mehr oder weniger verdächtig. Ein gescheiterter Wissenschaftler, eine Pfarrerin, die ungeahnte Seiten entwickelt. Wie es auch die geheimnisvolle Beobachterin tut, aus deren Sicht viele Passagen erzählt werden.

Es geht um Familiendramen, um Sünden aus der Vergangenheit, die immer noch die Gegenwart bestimmen. Ein typisches Thema für skandinavische Thriller. Doch selten wurde es so konsequent rätselhaft und in einem fesselnden Sprachstil erzählt wie in "Der Mann im Leuchtturm".

Der Mann im Leuchtturm
Autor: Erik Valeur
Verlag: blanvalet
512 Seiten
20 Euro

Stand: 18.12.2018, 00:00