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WDR 4 Weihnachtsbuchtipps

WDR 4 Buchtipp: WDR 4 Weihnachtsbuchtipps, Buchcover, Collage

WDR 4 Weihnachtsbuchtipps

Von Cathrin Brackmann und Stefan Keim

Nur noch ein paar Wochen und dann ist Weihnachten. Auf jeden Fall ist es nicht zu früh, sich Gedanken über Geschenke zu machen. Unsere WDR 4-Buchtipper haben für Sie vorgelesen und aus den vielen, vielen Neuerscheinungen die besten ausgesucht. Jetzt müssen Sie sich nur noch für das passende Buchgeschenk entscheiden.

WDR 4 Weihnachtsbuchtipps

WDR 4 Bücher 03.12.2019 10:43 Min. Verfügbar bis 02.12.2020 WDR 4

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"Vivaldi und seine Töchter" von Peter Schneider

Peter Schneider erzählt in "Vivaldi und seine Töchter" aus dem Venedig des 18. Jahrhunderts. Der Komponist gibt grandiose Konzerte in einem Waisenhaus und gerät in Konflikt mit der Kirche und der Liebe.

"Vivaldi und seine Töchter" von Peter Schneider, Buchcover

Die Stimmen klingen noch schöner und verführerischer als in der Oper. Aber das Publikum sieht nicht, wer singt. Die Sängerinnen und Musikerinnen leben in einem Waisenhaus. Dort dirigiert der Komponist Antonio Vivaldi Konzerte, die hohe Persönlichkeiten anlocken, sogar aus Rom. Seine Schützlinge sind den Blicken entzogen, sie überzeugen nur durch die Musik.

Peter Schneider hat einen Roman über die unbekannte Seite Antonio Vivaldis geschrieben. Bis heute zählt der Italiener durch seine "Vier Jahreszeiten" zu den meistgespielten Komponisten der Welt. Dass er schon als junger Mann seine Familie ernährte und viele Jahre lang vor allem für das Waisenhaus arbeitete, steht im Zentrum des Buches.

Die Geschichte beruht auf Tatsachen, Schneider erzählt manchmal auch von seinen eigenen Recherchen in Venedig. Dann taucht er wieder ganz in die Zeit Vivaldis ein. Und berichtet packend und plastisch, wie der Komponist Probleme mit der Kirche bekommt – und die Freundschaft zu einer seiner Sängerinnen immer intensiver wird. Eine faszinierende Zeitreise.

Vivaldi und seine Töchter
Autor: Peter Schneider
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
288 Seiten
20 Euro

"Morduntersuchungskommission" von Max Annas

Max Annas beginnt mit "Morduntersuchungskommission" eine Krimireihe, die in der DDR spielt. Ein Ermittler erfährt bei seinen Nachforschungen, welche Abgründe es auch im real existierenden Sozialismus gibt.

Eigentlich durfte es in der DDR keine Morde geben. Denn der sozialistische Staat glaubte, neue Menschen hervorzubringen. Bessere Menschen, die sich nicht an die Kehle gehen wie die Leute im kapitalistischen Westen. Und wenn doch ein Mord passierte, wurde die Tat herunter gespielt oder sogar als Selbstmord dargestellt.

"Morduntersuchungskommission" von Max Annas, Buchcover

Oberleutnant Otto Castrop von der Morduntersuchungskommission in Gera ist ein ganz normaler Mensch. Er hat zwei Kinder, eine mittelprächtige Ehe und eine leidenschaftliche Liebesaffäre. Ein Afrikaner wird ermordet, auf rätselhafte Weise. In der DDR gab es sogenannte "Vertragsarbeiter" aus ärmeren Ländern, die meistens für einfache Arbeiten eingesetzt wurden. Die Vorgesetzten haben wenig Interesse an der Aufklärung dieses Falls. Aber Otto Castrop beißt sich hinein, gegen alle Widerstände. Und beginnt schließlich immer misstrauischer gegenüber den Verkündungen des Sozialismus zu werden.

"Morduntersuchungskommission" beruht auf einem realen Fall aus den achtziger Jahren, der erst nach dem Ende der DDR bekannt wurde. Max Annas hat einen wirklichkeitsnahen Krimi geschrieben, der viel über eine untergehende Gesellschaft erzählt. Und nach dem man sich nicht mehr wundert, warum es heute so viele Rechte in den östlichen Bundesländern gibt.

Morduntersuchungskommission
Autor: Max Annas
Verlag: Rowohlt
352 Seiten
20 Euro

"Die Abenteuer des Alexander von Humboldt" von Andrea Wulf

Im September 2019 wäre einer der größten Deutschen Naturforscher, der Universalgelehrte Alexander von Humboldt, 250 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass hat die Humboldt Expertin Andrea Wulf, die im letzten Jahr schon eine preisgekrönte Biographie über den Forscher geschrieben hat, jetzt ein wundervolles, außergewöhnliches und opulentes Buch über die Südamerikareise Alexander von Humboldts geschrieben.

"Die Abenteuer des Alexander von Humboldt" von Andrea Wulf, Buchcover

Im Alter von 29 machte sich von Humboldt auf die fünfjährige Reise voller Abenteuer, Entdeckungen und Gefahren. Andrea Wulf hat anhand von erst kürzlich veröffentlichten Tagebuchaufzeichnungen, Skizzen, getrockneten Pflanzen und mit Hilfe der Zeichnerin Lillian Melcher ein "Bilderbuch" geschaffen, dass uns Lesern einen ganz neuen Einblick in diese aufregende Reise verschafft. Wir sind direkt dabei, hören Alexander von Humboldt sprechen (wie in einem Comic in Sprechblasen), erleben seine Sorgen und Nöte und seine Triumphe.

"Die Abenteuer des Alexander von Humboldt" ist nicht nur ein schönes, sondern ein ein unglaublich lehrreiches Buch, dass uns ermöglicht, die Welt dieses Universalgelehrten hautnah mitzuerleben. Dieses Buch werden sie nicht durchlesen – sie werden es immer wieder lesen.

Die Abenteuer des Alexander von Humboldt
Autorin: Andrea Wulf
Illustriert von Lillian Melcher
Übersetzt von Gabriele Werbeck
Verlag: C. Bertelsmann Verlag
Hardcover, Halbleinen, 272 Seiten
28 Euro

Andrea Wulf, Autorin und Humboldt-Biografin

WDR 2 Jörg Thadeusz 26.06.2019 25:04 Min. Verfügbar bis 25.06.2020 WDR 2

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Samstagsgespräch mit Andrea Wulf

WDR 3 Gespräch am Samstag 29.06.2019 32:06 Min. Verfügbar bis 28.06.2020 WDR 3

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"111 Jazz-Alben, die man gehört haben muss" von Roland Spiegel und Rainer Wittkamp

Das Buch "111 Jazz-Alben, die man gehört haben muss" gibt einen Überblick von der Entstehung des Jazz bis in die Gegenwart. Louis Armstrong und Benny Goodman kommen ebenso vor wie heutige Musiker.

"111 Jazz-Alben, die man gehört haben muss" von Roland Spiegel und Rainer Wittkamp, Buchcover

Jazz ist ein weites Feld. In den zwanziger und dreißiger Jahren war es die angesagteste Tanzmusik, nicht nur in den USA, auch in Deutschland. Bis die Nazis den Jazz verboten. Louis Armstrong, Benny Goodman, Duke Ellington, Glenn Miller – mit ihren Bands und Big Bands gehören sie zu den berühmtesten Musikern des 20. Jahrhunderts. In ihrem Buch beschreiben Roland Spiegel und Rainer Wittkamp, warum diese zum Teil improvisierte Musik bis heute begeistert.

Es gibt immer einen kurzen Text und auf der anderen Seite das Plattencover. Manchmal sind es Schwarzweißfotos der Musik, es gibt aber auch witzige Zeichnungen und Bilder, in denen die Musik zu pulsieren scheint. Das Buch geht bis in die Gegenwart und zeigt, dass Jazz längst keine Domäne amerikanischer Musiker mehr ist. Die Interpreten kommen aus Schweden und Japan, aus Deutschland und Frankreich. Frauen haben von Anfang an eine große Rolle im Jazz gespielt. Von Bessie Smith, die in den Zwanzigern selbstbewussten Blues sang, geht die Tradition zu Maria Schneider, die heute kraftvolle und schwermütige Songs komponiert und mit ihrer Big Band aufführt.

111 Jazz-Alben, die man gehört haben muss
Autoren: Roland Spiegel und Rainer Wittkamp
Verlag: Emons
240 Seiten
16,95 Euro

"Dreizehn Gäste" von J. Jefferson Farjeon

Seit einigen Jahren bringt der Klett-Cotta Verlag eine Reihe von klassischen englischen Krimis, aus dem goldenen Zeitalter der britischen Kriminalliteratur (1920er und 30er), in deutscher Erstübersetzung heraus. So kommt es, dass wir, neben bekannten Größen wie Agatha Christie oder Dorothy L. Sayers jetzt auch Autoren wie J. Jefferson Fargeon kennenlernen dürfen. Und für alle, die klassische englische Krimiliteratur mögen, sind diese Bücher einfach ein Muss.

WDR 4 Buchtipp: "Dreizehn Gäste" von Jefferson J. Farjeon, Buchcover

Zwölf Gäste hat Lord Aveling auf sein Landgut eingeladen, darunter einer Schauspielerin, einen Journalisten, eine Krimiautorin und die schöne Witwe Nadine. Weil Nadine am Bahnhof einen Verletzten aufliest und ihn mit auf das Landgut nimmt, erhöht sich die Zahl der anwesenden Gäste auf die unglückbringende Zahl Dreizehn. Und das Pech ereilt, wie zu erwarten, genau den dreizehnten Gast, der durch die Tür tritt, wird kurz darauf, tot aufgefunden. Keine leichte Aufgabe für Kriminalinspektor Kendall.

"Dreizehn Gäste" ist im Original im Jahr 1936 erschienen und ist damit ein im besten Sinne altmodischer und gerade deshalb so wunderbar zu lesender klassischer englischer Krimi.

Dreizehn Gäste
Autor: J. Jefferson Farjeon
Verlag: Klett-Cotta
Übersetzt von Eike Schönfeld
348 Seiten
15 €

"Mr. Hicks feiert Weihnachten" von Kate Roseland

Die Weihnachtszeit ist immer eine ganz besondere Zeit, der ein besonderer Zauber innewohnt. In dieser Zeit hören wir jedes Jahr dieselbe Musik, wir gucken dieselben Filme. Jetzt kommt ein Buch dazu, dass perfekt in dieses Weihnachtsgefühl passt und auch das Potential hat, ein Weihnachtsdauerbrenner zu werden.

WDR 4 Buchtipp: "Mr. Hicks feiert Weihnachten" von Kate Roseland, Buchcover

Mortimer Hicks ist 70, Witwer und hat genauer Prinzipien. Er liebt Ruhe, Ordnung und Sparsamkeit. Er lebt alleine in seinem Reihenhäuschen in London, sein Tag ist minutengenau durchstrukturiert und am liebsten meidet er andere Menschen, vor allem Kinder sind ihm ein Graus. Doch drei Wochen vor Weihnachten gerät seine Welt plötzlich durcheinander. Zuerst zieht ein streunender Kater bei ihm ein, dann lädt die alleinerziehende Nachbarin ihren kleinen Sohn bei ihm ab, weil sie Sonderschichten arbeiten muss und dann lernt er auch noch eine resolute und ziemlich laute Museumswärterin mit einer Vorliebe für schrecklich bunte Hemden kennen, die ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Und dann sind da noch diese plötzlichen Schwächeanfälle und seltsamen Visionen, die Mortimer plötzlich hat. Körperlich scheint bei ihm alles in Ordnung, also woher kommen sie? Entweder er wird langsam senil oder ist es vielleicht doch Liebe? In seinem Alter?

"Mr. Hicks feiert Weihnachten" ist ein wunderschönes kleines Geschenkbuch für ein wohliges Gefühl in der Weihnachtszeit.

Mr. Hicks feiert Weihnachten
Kate Roseland
Verlag: Wunderlich
176 Seiten
15 €

Stand: 03.12.2019, 00:00