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Soft Cell

WDR 4 präsentiert

Soft Cell

Stand: 12.12.2022, 10:25 Uhr

Zum letzten Mal live in Deutschland

Mit "Tainted Love" eroberten Soft Cell 1981 die Popwelt – in der Folge wurden sie das große Vorbild für viele weitere Synthesizer-Acts. Sänger Marc Almond und Instrumentalist Dave Ball waren ursprünglich 1984 getrennte Wege gegangen, bevor sie sich Anfang der 2000er Jahre wiedervereinten, um ein neues Album, "Cruelty Without Beauty", aufzunehmen. Ein erstes Abschiedskonzert gab es dann im September 2018 vor 20.000 begeisterten Fans in London. Doch jetzt kehrt das Duo ein letztes Mal zurück, um mit dem dieses Jahr erschienenen neuen Album "Happiness Not Included" endgültig bye bye zu sagen. Zwei exklusive Deutschland-Konzerte stehen im April auf der Agenda, eines davon im RuhrCongress Bochum.

Soft Cell, Bochum, 21.04.2023

Datum: Freitag, 21.04.2023
Ort: RuhrCongress
Stadionring 20
44791 Bochum
Beginn: 20.00 Uhr
Einlass: 19.00 Uhr
Karten:

Karten erhältlich

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Marc Almond und Soft Cell: So klangen die 80er

Von Ingo Neumayer

Chansons und Elektrobeats, Charterfolge und Kunstexperimente: Nach dem Superhit "Tainted Love" mit Soft Cell hat Marc Almond in seinem musikalischen Leben alles Mögliche ausprobiert.

Marc Almond 1984

Wie klangen die frühen 80er Jahre? Die Antwort auf diese Frage heißt "Tainted Love": Der Song von Soft Cell, der 1981 erscheint, steht mit seinen Synthie-Sounds und den Elektrobeats exemplarisch für eine musikalische Ära, die von Bands wie New Order, Depeche Mode, Visage oder Ultravox geprägt wird. David Ball kümmert sich bei Soft Cell um die Musik, Marc Almond singt und ist für Optik und Image zuständig.

Wie klangen die frühen 80er Jahre? Die Antwort auf diese Frage heißt "Tainted Love": Der Song von Soft Cell, der 1981 erscheint, steht mit seinen Synthie-Sounds und den Elektrobeats exemplarisch für eine musikalische Ära, die von Bands wie New Order, Depeche Mode, Visage oder Ultravox geprägt wird. David Ball kümmert sich bei Soft Cell um die Musik, Marc Almond singt und ist für Optik und Image zuständig.

Als Kind ist Peter Mark Sinclair Almond eher schüchtern, er leidet unter seinem strengen Vater und den Hänseleien der Schulkameraden wegen seiner Homosexualität. Seine Heimatstadt Southport im Nordwesten Englands ist ein verschlafenes Nest, also sucht er Zuflucht in der Musik. Vor allem T.Rex hat es ihm angetan. In Anlehnung an deren Sänger Marc Bolan ändert er seinen Vornamen in Marc.

Ende der Siebziger lernt er an der Universität in Leeds David Ball kennen, wenig später gründen die beiden Soft Cell. Doch die Karriere scheint vorbei, bevor sie richtig begonnen hat: Nach mehreren Flops gibt die Plattenfirma den beiden eine letzte Chance. Sie entscheiden sich dafür, "Tainted Love" als Single aufzunehmen: Ein obskurer Song von 1964, gesungen von Gloria Jones, der späteren Freundin von Marc Bolan. Die Jones-Version ist eine flotte Nummer, die zwar in den Sechzigern kein großes Aufsehen erregt, zehn Jahre später aber auf britischen Northern-Soul-Parties rauf und runter gespielt wird.

Bell und Almond haben das richtige Gespür: Sie verlangsamen das Tempo, bauen ein höchst prägnantes Synthie-Riff und garnieren die Nummer über die befleckte Liebe mit dem lasziven, leicht paranoiden Gesang von Marc Almond. Das Ergebnis: "Tainted Love" wird ein Superhit, den später auch die Scorpions, Marilyn Manson, Flying Pickets, Max Raabe oder Rihanna covern beziehungsweise samplen.

Nach "Tainted Love" folgen ein paar kleinere Hits, doch schon Ende 1983 ist bei Soft Cell die Luft raus. Aber Marc Almond genießt das Popstar-Dasein in vollen Zügen: Sex, Drogen, Promi-Parties. Er gründet mit Nick Cave die Band The Immaculate Comsuptive, die sich nach drei Tagen und drei Konzerten auflöst, lebt eine Weile in New York, verkehrt in Künstlerkreisen, hängt mit Andy Warhol ab.

Musikalisch versucht sich Almond nach dem Ende von Soft Cell eher an experimentellen Klängen: "Ich wusste: Wenn ich eine längere Karriere haben will, muss ich die Mamis und Papis vergraulen und eine Art kommerziellen Selbstmord begehen", sagt er später. Ende der 80er gelingt ihm allerdings noch ein großer Hit: "Something's Gotten Hold Of My Heart" zusammen mit Gene Pitney, der den Song bereits 20 Jahre zuvor veröffentlicht hatte.

Die weitere Karriere von Almond verläuft äußerst wechselhaft und meist unter dem Aufmerksamkeitsradar des Massenpublikums. Er experimentiert mit modernen Stilen wie Techno, HipHop, Dance und House, verarbeitet osteuropäische Folklore, französische Chansons und klassisches Las-Vegas-Entertainment.

Im selben Jahr hat Almond einen schweren Unfall, als ein Auto das Motorrad rammt, auf dem er als Sozius mitfährt. Almond erleidet schwere Kopfverletzungen, seine Karriere liegt mehrere Jahre auf Eis.

Doch Almond kommt wieder zu Kräften und stürzt sich voll in die Musik: Er veröffentlicht ein Album nach dem anderen, singt bei einer T.Rex-Coverband, geht auf Tournee. Zwar plagen ihn immer wieder Zweifel, wie lange er sein Leben als Künstler noch mit Würde aufrecht erhalten kann.

Aber letzten Endes macht Almond immer weiter, und das mit Erfolg. Zum ersten Mal seit vielen Jahren ergattert Almond 2016 wieder einen Vertrag bei einer großen Plattenfirma, und auch das Interesse an Soft Cell ist im Laufe der Jahre nicht kleiner geworden.

2022 ist es dann tatsächlich soweit: Soft Cell reformieren sich wieder und veröffentlichen mit "Happiness Not Included" ihr erstes Album nach 20 Jahren Pause. "Kreativ lief es nie besser", sagt Almond über das Comeback. Ob das stimmt, davon können sich die deutschen Fans im April 2023 überzeugen. Dann kommt das Duo für zwei Konzerte nach Bochum und Berlin.

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