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Jetzt läuft: Jack of all trades von Bruce Springsteen

Manfred Mann’s Earth Band

Manfred Mann's Earth Band

WDR 4 präsentiert am 01.12.2018 in Münster

Manfred Mann’s Earth Band

Unvergessene Kult-Songs wie "Blinded By The Light" und "For You" haben Manfred Mann und die legendäre Earth Band berühmt gemacht. Vor über 40 Jahren gründete Manfred Mann seine Band und begeistert seitdem sein Publikum.

Seit der Gründung 1971 schreibt die Gruppe um den Südafrikaner und Namensgeber der Band Manfred Mann Musikgeschichte und tourt mit Interpretationen bekannter Musikgrößen wie Bruce Springsteen und The Police. In den 1970ern und Anfang der 1980er Jahre war Manfred Mann´s Earth Band regelmäßig in den Charts vertreten und spielte europaweit in ausverkauften Hallen. Ihre Live-Konzerte waren sensationell.

Manfred Mann's Earth Band

Manfred Mann's Earth Band

Innerhalb der Bandgeschichte gab es immer mal wieder wechselnde Musiker und Sänger, komplette Bandauflösung und Neuauflagen, doch die Konstante "Manfred Mann" war stets präsent. Seit 2011 ist Manfred Mann`s Earth Band mit neuer Stimme auf Tour: Robert Hart. Dank Robert Hart ist das Programm der Band wieder rockorientiert, aber auch die Super-Hits werden nach wie vor Programm sein.

Manfred Mann’s Earth Band
Datum: Samstag, 01.12.2018
Ort: Jovel Music Hall
Albersloher Weg 54
48155 Münster
Beginn: 20.00 Uhr
Einlass: 19.00 Uhr
Karten:

Ausverkauft

An allen bekannten Vorverkaufsstellen

Rückblick: Manfred Mann's Earth Band in Menden

Von Markus Rinke

"Mighty Quinn" ist einer der größten Hits von Manfred Mann. Der Titel ist 50 Jahre alt, doch die Band ist beliebt wie früher. Das Konzert in Menden ist ausverkauft.

Konzert der Manfred Mann's Earth Band

Manfred Mann's Earth Band bringt man vor allem mit zwei Namen in Verbindung. Manfred Mann natürlich, der Mann am Keyboard, und Gitarrist Mick Rogers. Beide sind Gründungsmitglieder.

Manfred Mann's Earth Band bringt man vor allem mit zwei Namen in Verbindung. Manfred Mann natürlich, der Mann am Keyboard, und Gitarrist Mick Rogers. Beide sind Gründungsmitglieder.

Manfred Mann wurde 1940 als Manfred Lubowitz in Südafrika geboren. Obwohl er der Kopf der Band ist, sitzt er häufig in der zweiten Reihe am Keyboard. Er ist der zurückhaltende Typ.

Ganz anders ist dagegen Robert Hart. Er ist seit 2011 neben Mick Rogers der Sänger der Band und heizt dem Publikum mächtig ein.

Wie offen Hart ist, zeigt sich vor dem Konzert. Da steht er am Merchandising-Stand, plaudert mit den Fans und macht Selfies mit ihnen. Ingo (Mitte) aus Unna ist begeistert: "Die sind einfach auch älter geworden. Ich liebe die Musik einfach."

Manfred Mann hat 1963 seine erste Platte veröffentlicht. Groß wurde der Musiker aber vor allem damit, Hits von anderen Künstlern zu covern: zum Beispiel von Bruce Springsteen und Bob Dylan.

Tatsächlich kann es sich der Künstler erlauben, den zweiten ganz großen Hit aus der Zeit nicht zu spielen. "Ha! Ha! Said The Clown" war 1967 zwei Wochen an der Spitze der deutschen Charts.

Die Manfred Mann's Earth Band gibt es seit 1971. Die Band löste sich 1988 auf, ums sich 1991 wieder neu zu formieren.

Anna und Jörg haben das Konzert in der ersten Reihe genossen. Jörg hat die Manfred Mann's Earth Band schon 1978 gesehen: "Die werden wie guter Wein immer besser", sagt Jörg und Anna ergänzt: "Man merkt denen einfach die Spielfreude an, das macht einfach nur Spaß."

Mit dem Sänger Robert Hart wurde die Musik rockiger. Er ist seit 2011 dabei. In dem Jahr ist auch eine Box mit 19 CDs erschienen, die das Gesamtwerk widerspiegeln.

Roland fällt in der Menge als besonderer Fan auf. Auf seinem Shirt hat er viele Sticker. Der älteste ist mehr als zehn Jahre alt. Der Düsseldorfer hat auch von dieser Tournee schon mehrere Konzerte besucht.

Für Roland gibt es aber auch einen guten Grund, warum sich jedes Konzert lohnt. "Die Musiker haben Spaß auf der Bühne, die improvisieren gerne, die spielen die Musik nicht nur einfach runter. Auch wenn die Lieder meistens die gleichen sind, spielen sie jeden Abend etwas anderes."

Mehrfach ist zum Beispiel Mick Rogers alleine auf der Bühne und spielt Soli.

Das jüngste Album von Manfred Mann ist 2014 erschienen. Auf "Lone Arranger" spielt er mit vielen Gastmusikern bekannte Hits anderer Künstler ein. Mit dabei ist zum Beispiel der Trompeter Till Brönner.

Doch die alten Hits wie "Blinded By The Light" oder "Father Of Day, Father Of Night"sind es, die bei den Fans besonders gut ankommen. Für Monika und Hermann aus dem ostwestfälischen Herzebrock-Clarholz waren es die Erinnerungen an die 1970er Jahre: "Es waren genau die Kracher dabei, die wir früher auf unseren Partys hatten, das macht das so schön."

Am Ende des Konzerts spielt die Band "Mighty Quinn." Der Saal tobt und singt mit. Die Nähe zur Bühne in der alten Mendener Wilhelmshöhe sorgt für eine ganz besondere Stimmung.

Nach dem Konzert geht es weiter. Thomas, Judith, Markus, Tanja, Klaus und Steffi singen gut gelaunt den Hit. Die Truppe aus Wenden im Sauerland fand es super, wie Steffi erklärt: "Das ist einfach unvergesslich, wir werden die wahrscheinlich nie wieder live hören. Wir haben die in unserer Jugend gehört." Und Tanja ergänzt: "Die Hits, die wir hören wollten, waren alle dabei."

Das zweite und vorerst letzte Gastspiel in NRW gibt Manfred Mann am 01.12.2018 in Münster.

Manfred Mann: Der Macher im Hintergrund

Von Ingo Neumayer

Seine Songs wie "Pretty Flamingo" oder "Blinded By The Light" kennt jeder, sein Gesicht dagegen kaum jemand: Manfred Mann, dessen Karriere in den 60ern begann, hält sich lieber etwas abseits des Rampenlichts.

Manfred Mann

Geboren 1940 in Südafrika, zog Manfred Mann, der eigentlich Manfred Sepse Lubowitz heißt, Anfang der 60er nach London. Genau rechtzeitig: Damals entstanden in England die ersten Beatbands. Mann, der Keyboards und Piano spielte, lernte den Drummer Mike Hugg kennen, und wenig später hatten die Mann Hugg Blues Brothers einen Plattenvertrag in der Tasche.

Geboren 1940 in Südafrika, zog Manfred Mann, der eigentlich Manfred Sepse Lubowitz heißt, Anfang der 60er nach London. Genau rechtzeitig: Damals entstanden in England die ersten Beatbands. Mann, der Keyboards und Piano spielte, lernte den Drummer Mike Hugg kennen, und wenig später hatten die Mann Hugg Blues Brothers einen Plattenvertrag in der Tasche.

Anfangs noch ziemlich bluesig und jazzig angehaucht, orientierte sich die Band Mitte der 60er immer mehr am damals angesagten Beat-Sound. Mit Erfolg: "Do Wah Diddy Diddy" sorgte 1964 für den Durchbruch. Damals nannten sich die Mann Hugg Blues Brothers schon längst Manfred Mann. Ein Manager der Plattenfirma hatte den Namen gekürzt.

Eine Aufteilung, die Manfred Mann gar nicht so unrecht war: Sänger und Frontmann Paul Jones bekam das Rampenlicht und die Aufmerksamkeit ab, während der Keyboarder Mann sich eher im Hintergrund halten konnte. Mit "Pretty Flamingo" folgte 1966 der nächste große Hit.

Manfred Mann wurden in einem Atemzug mit den Beatles, Kinks, Stones, Hollies und The Who genannt. Top-Ten-Platzierungen, kreischende Fans, Konzertreisen bis nach Australien: Es lief mehr als gut für die Band und daran konnten auch die vielen Umbesetzungen nichts ändern.

Sänger Jones wurde durch Mike d'Abo (re.) ersetzt, und auch der deutsche Bassist und Beatles-Intimus Klaus Voormann (li.) stieß zur Band. Er ersetzte Jack Bruce, der die Band nach ein paar Monaten wieder verlassen hatte, um mit Ginger Baker und Eric Clapton seine eigene Band zu gründen: Cream.

Mit "Ha Ha Said The Clown" und dem Bob-Dylan-Cover "Mighty Quinn" feierten Mann und seine Mitstreier noch einmal große Erfolge, doch dann war die Luft raus: 1969 gab die Band ihre Trennung bekannt. Mann und Drummer Hugg, die keine Lust mehr auf eingängige Popsongs und Charthits hatten, widmeten sich für ein paar Jahre experimentellem Blues- und Jazzrock.

1971 wurde dann Manfred Mann's Earth Band ins Leben gerufen, die eine Brücke zwischen Sixties-Pop und progressiveren Klängen baute. Ähnlich wie The Who gelang es auch Manfred Mann, den Sound der Band in die Gegenwart der 70er zu transformieren, ohne die Wurzeln komplett zu kappen. Mit dem Einstieg von Sänger Chris Thompson 1976 begann die zweite Hochphase der Band.

Interessanterweise wäre diese wohl nicht ohne Bruce Springsteen möglich gewesen. Denn obwohl Mann & Co. immer auch eigene Songs schrieben - Hits wurden meist die Coverversionen. Beim Springsteen-Debüt "Greetings From Asbury Park, N.J." bedienten sie sich gleich dreimal: "Spirit In The Night" (1975), "Blinded By The Light" (1976) und "For You" (1980). Letztere Mann-Version wurde übrigens 2005 von den House-DJs Disco Boys zu eine höchst erfolgreichen Dance-Nummer umgebaut.

Die flächendeckende Verbreitung des Umhängekeyboards sorgte ab den 80ern dafür, dass Manfred Mann auch mal seinen Platz hinter den Keyboards verlassen durfte.

Doch diese Ausflüge sind meist von kurzer Dauer. Am liebsten hat es Mann etwas geschützt hinter seiner Keyboard-Burg. Dort hält er die Fäden in der Hand und kann seinen immer mal wieder wechselnden Mitmusikern mit strengem Blick auf die Finger schauen.

Auch im neuen Jahrtausend macht Mann weiter fleißig Musik. Die Alben "2006" und "Lone Arranger" wurden zwar zum Teil mit altbekannten Earth Band-Mitgliedern eingespielt, gelten aber als Solowerke des Meisters. Bei den Aufnahmen halfen ihm diverse illustre Gäste: Kris Kristofferson, Till Brönner, Jay-Z und auch Thomas D von den Fantastischen Vier.

Die Zeit der großen Hits ist zwar schon länger vorbei, doch auch nach weit über 50 Jahren auf den Bühnen dieser Welt hat Manfred Mann immer noch keine Lust auf den Ruhestand. Warum auch? Live sind er und seine Earth Band immer noch äußerst sehenswert. Davon können sich Mitte Juni auch die glücklichen WDR 4-Hörer und Hörerinnen überzeugen, die an der "Kreuzfahrt der Stars" teilnehmen.

Stand: 19.06.2018, 14:02