The Sweet im WDR 4 Radiokonzert

The Sweet im WDR 4 Radiokonzert

Von Markus Rinke

Das WDR 4 Radiokonzert von The Sweet im Kölner Funkhaus am Wallrafplatz passte perfekt zum 70er Wochenende. Die Gruppe um das langjährige Bandmitglied und Gitarrist Andy Scott begeisterte restlos.

The Sweet im Radiokonzert

The Sweet hatte in vier Jahren zwischen 1971 und 1975 acht Nummer-1-Hits. Und all diese spielen sie auch auf dem Radiokonzert.

The Sweet hatte in vier Jahren zwischen 1971 und 1975 acht Nummer-1-Hits. Und all diese spielen sie auch auf dem Radiokonzert.

Reinhold ist ein Fan fast der ersten Stunde. 1969, mit 13 Jahren, hörte er zum ersten Mal die Glamrocker: "Ich mag die Musik, die Kleidung war ausgefallener. Live ist das eine der besten Bands", sagt er und soll damit Recht behalten.

Schon bei den ersten Songs tobt das Publikum. Es wird genau das gespielt, was es hören will: die Hits. Das habe die Band erkannt, erklärt Andy Scott.

Andy Scott ist seit 1970 als Gitarrist bei "The Sweet" – und bis heute bei der Band. 50 Jahre steht er nun schon auf der Bühne.

Die "Neuen" sind Sänger und Bassist Peter Lincoln (seit 2006), sowie der Gitarrist und Keyboarder Tony O'Hara (seit 2011).

Und natürlich gehört Schlagzeuger Bruce Bisland dazu, der aber auch schon mehr als 25 Jahre bei der Band ist. Der sitzt im "Käfig" und die Band witzelt, man solle ihn nicht füttern. Die Plexiglaswand ist wichtig für die Akustik.

Gitta hat Anne überzeugt mit zum The Sweet-Konzert zu fahren, indem sie ihr ein paar Lieder vorgespielt hat. Die beiden sind Nachbarinnen und kommen aus Nümbrecht. "Ich fahre mit dem 23 Jahre alten Benz meines Mannes, habe gute Laune und höre diese Musik supergerne", sagt sie. Für Gitta ist es eine Erinnerung an ihre Jugend, für Anne eine ganz neue Erfahrung.

Die 70er waren bunt und schrill, The Sweet setzte mit dem Glamrock noch einen drauf. Heute ist allenfalls die Farbe der Schuhe extravagant. Die Plateausohlen sind lange verschwunden. Die Musik ist dagegen immer noch ganz typisch The Sweet.

The Sweet, das ist heute Abend laute Rockmusik.

"Die B-Seiten der Singles waren immer so", sagt die Kölnerin. Dorothee aus Köln ist Fan der ersten Stunde: "Ich kenne jedes Lied auswendig." Besonders mag sie "Six Teens", so wie es auch Peter Lincoln betont. Dass das Konzert deutlich mehr Rock als Glamour hatte, findet sie nicht erstaunlich.

Tatsächlich zeigt Andy Scott bei "Set me free", was er aus einer Gitarre rausholen kann, eine Konservendose ist willkommenes Hilfsmittel.

Aber die Band kann auch leisere Töne anschlagen. "Lost Angels", eigentlich ein ziemlich lautes Lied, spielt die Band mit Akustik-Instrumenten.

"Six Teens" war zwar mit Platz vier in den Deutschen Charts keiner der größten Hits. Aber er ist für Peter Lincoln eins der besten The Sweet-Stücke.

Eineinhalb Stunden spielt die Band vor den 250 Gästen.

Lissi und Hans aus Rommerskirchen verbinden ihre Jugend mit der Musik: "Das war Kellerdisco und Flaschendrehen", sagt Lissy und zeigt auf ihren Mann. "Und er war der DJ", ergänzt sie. Es war fantastisch, sind sich die beiden einig und obwohl die Band seit 50 Jahren besteht, war es ihr erstes Konzert.

Ausschnitte des Konzerts gibt es hier bei wdr4.de und bei WDR 4 im Radio.

Stand: 17.03.2018, 22:35 Uhr