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Purple Schulz in Bünde: Nach wie vor Sehnsucht

Purple Schulz in Bünde: Nach wie vor Sehnsucht

Von Markus Rinke

Corona hat alles ausgebremst. Deshalb ist "Nach wie vor" immer noch das aktuelle Album von Purple Schulz: Titel der 80er Jahre hat er neu arrangiert.

Konzert von Purple Schulz

"Ich will raus" – Der Schrei gehört am Ende des Liedes zu "Sehnsucht" mit dazu. Bisher hat Purple Schulz seinen größten Hit auf jedem Konzert gespielt. "Der hat mir nie aus dem Hals gehangen, der ist mit mir älter geworden." Tatsächlich hat Purple Schulz noch vor zwei Jahren dazu ein Video produziert.

"Ich will raus" – Der Schrei gehört am Ende des Liedes zu "Sehnsucht" mit dazu. Bisher hat Purple Schulz seinen größten Hit auf jedem Konzert gespielt. "Der hat mir nie aus dem Hals gehangen, der ist mit mir älter geworden." Tatsächlich hat Purple Schulz noch vor zwei Jahren dazu ein Video produziert.

In Bünde wird Purple Schulz nur noch von Gitarrist Markus Wienstroer begleitet, der neben Gitarre auch Banjo und Geige spielt.

Zu der ostwestfälischen Stadt Bünde und vor allem zu dem "Universum" gibt es eine ganz besondere Verbindung. Purple Schulz hat hier bei der Eröffnung vor 20 Jahren gespielt. Das Gebäude, in dem früher ein Kino untergebracht war, wurde 1924 erbaut.

Heiner kennt Purple Schulz und seine Lieder seit 1985. Er war schon auf einigen Konzerten, in Bünde hat es ihm sehr gut gefallen. Es sind vor allem die neuen Arrangements alter Stücke, "zum Beispiel 'kleine Seen': Mit dem Einstieg, der mehr ins Klassische gegangen ist, das fand ich ganz toll."

Mit einer großen Portion Humor, einem Schuss Selbstironie und viel politischer Aussagekraft führt Purple Schulz durch den Abend. "Es reicht" ist ein Lied gegen Hass und rechte Gewalt. "Da denkste jetzt mal drüber nach" ist zwar lustig, aber auch eine harsche Kritik am Zustand der Gesellschaft und der Umwelt.

Purple Schulz hat auf dem Album "Nach wie vor" elf alte und zwei neue Songs gepackt. Die alten Stücke hat er aber so arrangiert, dass sie nicht mehr nach 80er Jahren, sondern wie aktuelle Lieder klingen.

"Alte Texte wieder neu vertont, das ist gut gemacht", sagen Beatrix und Ulla. Die Frauen sind extra aus Höxter angereist und vom Konzert begeistert.

In der Corona-Pause hat Purple Schulz keine neuen Lieder geschrieben. Er hat ein neues Instrument gelernt, das "Harpejji". Das ist nicht nur sehr unbekannt, sondern wird auch nur von ganz wenigen Musikern gespielt. Es klingt wie eine Mischung aus Gitarre und Klavier.

Purple Schulz hat sich für die einfachere Variante mit 16 Saiten entschieden, es gibt auch noch eine mit 24. Das Instrument wird von einem Familienunternehmen in den USA gefertigt.

Karen aus Herford fand das Konzert super "wie immer": "Die Texte sind auf den Punkt gebracht, schnittig, super; mit einem Augenzwinkern, aber immer mit dem Finger in der Wunde."

Neben der Ernsthaftigkeit transportiert der Kölner Musiker vor allem auch viel Spaß, wie bei "Verliebte Jungs". Immer wieder fordert er das Publikum auf zu klatschen und mitzusingen.

"Er spricht aus dem Herzen und es sind Themen, die aktuell sind", sagt Beatrix aus Enger. Deswegen mag sie die neuen Stücke. Bei den älteren könne man besser mitsingen und schließlich sei man mit den Songs auch älter geworden.

Doch auch auch die alten Hits, wie "Kleine Seen" und "Du hast mir gerade noch gefehlt", werden vom Publikum begeistert gefeiert.

Die nächsten Konzerte in NRW sind am 30. Oktober in Kevelaer und am 6. November in Leverkusen.

Stand: 10.09.2021, 22:21 Uhr