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Wohliges Wechselbad der Gefühle: Kölsche Weihnacht – Paveier und Freunde

Mal Gänsehaut vom "Ave Maria", mal Tränen gelacht bei einer herrlichen Büttenrede, mal entzückt von einer Achtjährigen, mal verliebt in die Jungs von Paveier – das gibt es nur bei der Kölschen Weihnacht.

Zum Auftakt der Konzertreihe "Kölsche Weihnacht" laden die Paveier am Freitag (03.12.2021) Freunde und WDR 4-Hörerinnen und Hörer in den Großen Sendesaal des WDR-Funkhauses in Köln ein. Die Veranstaltung gibt es bereits zum 17. Mal.

Traditionell performen die Paveier "himmlische Lieder op kölsch": Die sechs Musiker präsentieren alte und neue kölsche Lieder, in denen das schönste Fest des Jahres besungen wird.

Dabei nehmen sie sich auch gerne selbst auf den Arm, verkleiden sich und versuchen sich zwischendurch an Instrumenten, die sie nicht beherrschen.

Hans-Ludwig "Bubi" Brühl singt, er wäre so gerne mal Weihbischof, "wenn doch der Zölibat nicht wäre".

Mit Liedern wie "Hallelujah", "Leve Papp" oder "Alles weed joot" sorgen die gesangsstarken Paveier für Gänsehautmomente.

Das Publikum hat ordentlich Weihnachtsstimmung mitgebracht. Zwar muss am Platz die Maske anbehalten werden und es darf nicht lauthals mitgesungen werden – aber die rund 500 Gäste machen sich mit Summen, Klatschen, Aufstampfen und Fingerschnippen bemerkbar.

Kerstin, Helene (links) und Stephan aus Rommerskirchen fühlen sich hier trotz Pandemie bestens aufgehoben. "Es ist alles super organisiert", sagt Kerstin. Während sie und Stephan zum zweiten Mal die Kölsche Weihnacht erleben, kann Helene gar nicht mehr mitzählen – sie ist ein Stammgast, denn "das ist immer wunderschön, familiär und die Paveier haben tolle Gäste dabei".

Es ist gute alte Tradition, dass die Paveier Freunde zur Kölschen Weihnacht einladen, um das Programm mitzugestalten. Zum ersten Mal ist ein Familienmitglied darunter: Die achtjährige Lena bezaubert mit ihrer Geige das Publikum. Lena ist die Tochter von Sänger und Akkordeonspieler Detlef Vorholt und sie bekommt Riesenapplaus von Publikum.

Wenn Marie Enganemben und ihr Chor "Na Mouléma" loslegen, kocht die Stimmung. Der Name "Na Mouléma" stammt übrigens aus dem Kamerunischen und heißt übersetzt "mit dem Herzen" – wie passend!

Ruhiger, aber genauso leidenschaftlich singt Constanze Störk. "Mit 'Mariä Wiegenlied' verbinde ich die Liebe zu meinen drei Kindern", erzählt die Sopranistin. Als zweites Lied singt sie "Ave Maria", was manchen im Publikum zu Tränen rührt.

Volker Weininger alias "Der Sitzungspräsident" hält eine Rede, bei dem sich das Publikum vor Lachen kaum halten kann. Er mag keinen Rucola und ist genervt, dass das "Modegemüse" überall mitserviert wird. Sitzungspräsident: "Aus Versehen habe ich letztens einen Rucola-Smoothie bestellt. Ich hab Rum-Cola gelesen."

Die Kölner Formation Kempes Feinest um die charismatische Sängerin Nici Kempermann hat zwei Lieder mitgebracht: "Wemmer hät soll m'r jevve" und "Bring mich noh Huss".

Gäste und Paveier wechseln sich auf der Bühne ab oder singen gemeinsam.

Dass solche Konzerte in diesen schweren Zeiten nicht selbstverständlich sind, betonen die Musiker immer wieder und bedanken sich beim Publikum. "Ich kann das gar nicht in Worte fassen, wie viel es uns bedeutet, wieder hier zu sein", sagt Hans-Ludwig "Bubi" Brühl.

Nach gut zwei Stunden gibt es Standing Ovations für einen abwechslungsreichen Abend.

Sänger Sven Welter vermisst die Nähe zum Publikum. "Nächstes Jahr umarme ich euch alle. Jeden einzeln", verspricht er.

Das lässt sich Brigitte nicht entgehen. Sie ist seit Jahren Fan der Kölschen Weihnacht. "Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass es nicht nur besinnlich, sondern auch lustig ist", sagt die Kölnerin.

Wer sich selbst überzeugen möchte: Am Samstag (04.12.2021) gibt es einen Video-Livestream ab 18 Uhr auf der Homepage von WDR 4 und eine Zusammenfassung der Veranstaltungen präsentiert WDR 4 im Radio am 2. Weihnachtstag (26.12.2021) zwischen 20 und 22 Uhr.

Stand: 04.12.2021, 10:00 Uhr