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Trotzdem: Jeck im Sendesaal

Von Markus Rinke

Die Bläck Fööss, Kasalla, Wicky Junggeburth und Mike Hehn sind einige Bands, die bei "Jeck im Sendesaal" für Stimmung sorgen; trotz Corona und Krieg aber mit viel Feingefühl.

"Unsere Stammbaum" ist das erste Lied, das die Bläck Fööss im Klaus-von-Bismarck-Saal im WDR spielen. Geplant war das so nicht.

Aufgrund der aktuellen Situation hat sich die Gruppe für einen ruhigeren Auftakt entschieden. Dazu kommen außerdem die strengen Corona-Auflagen mit der 2G plus-Regel.

Auch im Saal müssen die Gäste die Maske am Platz tragen. Zusätzlich sind zwischen den Paaren die Abstände. Die Gäste dürfen auch nicht mitsingen.

Und trotzdem ist die Stimmung gut. Für Melanie aus Geilenkirchen, Diana aus Jülich, sowie Marcel und Melina aus Krefeld war es eine schöne Abwechslung, "Man konnte kurz den Kopf abschalten, und es war schön, wieder reinzukommen." "Es war sehr, sehr erfrischend", ergänzt Diana. Natürlich waren die Gefühle vorher sehr gemischt, und sie hätten auch lange überlegt.

Es wird eine Reise durch die Geschichte der Karnevalslieder. "Drink doch eine met" ist der erste Hit der Bläck Fööss und stammt aus dem Jahr 1971.

Das Kohberg-Orchester präsentiert Lieder vom unvergessenen Willi Ostermann. "Däm Schmitz sing Frau ess durchgebrannt" stammt zum Beispiel aus dem Jahr 1907.

De Kallendresser ist eine Gruppe, die sich auf Kölsche Karnevalslieder spezialisiert hat, zum Beispiel von Karl Berbuer und Jupp Schmitz.

Deutlich jünger, aber besonders beliebt ist Wicky Junggeburths "Ich un minge Caravan". In solchen Momenten ist die Stimmung im Saal gelöst.

Doch natürlich war es eine schwierige Frage, wie der WDR mit dem Thema umgeht. Reinhard Kröhnert und Monika Salchert, die "Die lange WDR 4 Jeck-Nacht präsentieren", positionieren sich klar: "Karneval ist Brauchtum, er steht für Freiheit, Toleranz und Weltoffenheit", so Monika Salchert. Er muss kritisieren, aufdecken und entlarven.

Wie das aussehen kann, zeigt Moderator Mike Hehn. Er könne keine lustige Rede halten, sondern müsse seine Gedanken zum aktuellen Geschehen äußern. Was dabei rauskommt, ist eine bissige Kritik an Putin.

Ebenfalls aus dem Kölner Karneval nicht wegzudenken, ist Marie-Luise Nikuta. Sie war die "Motto-Queen" und hat zahlreiche Sessionslieder geschrieben. Das Ensemble des Scala Theaters widmet ihr ein Medley.

Und wenn von starken Frauen im Karneval die Rede ist, darf natürlich auch eine Hommage an Trude Herr nicht fehlen.

Für Judith und Claus aus Kapellen-Erft und Annika und Julian aus Olpe hat sich der Besuch trotz der ganzen Umstände gelohnt. "Wir sind froh, hier zu sein", sagen sie übereinstimmend.

Kasalla gehört zu den jüngsten Entwicklungen der Kölner Karnevalskultur, und zu den erfolgreichsten.

Inzwischen elf Jahre alt, will die Band rund um den Sänger Bastian Campmann das Jubiläum im Sommer im Stadion in Köln-Müngersdorf nachholen.

Hier finden Sie das ganze Konzert in unserer Mediathek!

Stand: 26.02.2022, 06:36 Uhr