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Meat Loaf 2019 in Dortmund

Legenden: Immer eine Nummer größer – Meat Loaf würde 75

Stand: 28.09.2022, 00:00 Uhr

Es gehört schon eine Menge Selbstbewusstsein dazu, einen gehässigen Spitznamen wie "Hackbraten" zum Künstlernamen zu machen: Aber Marvin Lee Aday tat genau das und wurde als "Meat Loaf" ein Weltstar.

Er war streitbar, provokant und religiös, Vegetarier schon Anfang der 80er, Unterstützer sowohl von Bill Clinton als auch von Donald Trump, er hasste große Menschenmengen und sang in den größten Hallen. Und seine Songs waren pure Rock-Opern: Mit seinem Partner, dem Produzenten Jim Steinman, schuf er pompöse und vielschichtige Werke, die selten unter sechs Minuten lang waren und überlange, wortspielerische Titel hatten wie "Objects in the rear view mirror may appear closer than they are". Unvergesslich wurde Meat Loaf durch seinen kurzen Auftritt als Rocker Eddie in der "Rocky Horror Picture Show" und durch das Album "Bat out of Hell" (1977), das eins der bestverkauften weltweit wurde. In dieser Sendung erinnern wir an einen Mann, bei dem immer alles ein bisschen lauter und größer als bei anderen sein musste. Meat Loaf verstarb überraschend am 20. Januar 2022.

Meat Loaf: "Bat out of hell"

Von Christina Schwärzler

Mit der "Rocky Horror Picture Show" ging sein Stern auf, "Bat Out Of Hell" machte ihn zum Superstar: Meat Loaf war der König, wenn es um pompöse, orchestrale Rocksongs ging.

Im Rüschenhemd und mit einem roten Tuch auf der Bühne: Der Rockmusiker Meat Loaf polarisierte zu Beginn seiner Musikkarriere mit seinen Outfits und mit bis zu fünfzehnminütigen Liedern, die einige als Artrock oder Rockopera bezeichnen.

Im Rüschenhemd und mit einem roten Tuch auf der Bühne: Der Rockmusiker Meat Loaf polarisierte zu Beginn seiner Musikkarriere mit seinen Outfits und mit bis zu fünfzehnminütigen Liedern, die einige als Artrock oder Rockopera bezeichnen.

Am 27. September 1947 wurde der Sänger als Marvin Lee Aday geboren. Bereits kurze Zeit später kam er zu seinem Künstlernamen Meat Loaf (übersetzt Fleischklops oder Fleischkäse), den der füllige Junge von seinem Vater erhielt. Davon berichtet er in den Zeilen "So big his daddy called him Meat Loaf" in seinem Lied "Tear Me Down".

Mit seinem erfolgreichsten Album "Bat Out Of Hell", das 1977 in Zusammenarbeit mit Jim Steinman erschien, schaffte es Meat Loaf in der Kategorie "The Longest Charting Record" ins Guinness-Buch der Rekorde. Das Debütalbum erschien bereits sechs Jahre zuvor unter dem Namen "Stoney & Meat Loaf", das er gemeinsam mit Stoney (Shaun Murphy) aufnahm.

Seine ersten Schritte als Schauspieler wagte Meat Loaf als Darsteller im Musical "Hair". Zwei Jahre bevor er sein Album "Bat Out Of Hell" veröffentlichte, trat er in der Kinofassung des Musicals "The Rocky Horror Picture Show" als "Eddie" auf und spielte 1980 die Hauptrolle als Hinterwäldler Travis in der Musikkomödie "Roadie".

Nach einem Zusammenbruch während eines Konzertes in der Wembley Arena 2003 unterzog sich der Sänger einer Herzoperation. Kurz zuvor erhielt er die Diagnose Wolff-Parkinson-White-Syndrom, bei dem die Erkrankten an einer Herzrhythmusstörung leiden.

Nach nur drei Wochen des Kennenlernens heiratete Meat Loaf Leslie G. Edmonds im Februar 1979. Trotz der Scheidung 2001 begleitete sie ihn zur Filmpremiere von "Meat Loaf: In Search of Paradise", einem Dokumentarfilm über sein Leben und seine World Tour 2007.

Als quasi roter Faden begleitete Meat Loafs Auftritte ein ebenso rotes Tuch. Dabei wechselte er aber vom roten Tuch – bei besonderen Anlässen oder traurigen Liedern – auch mal zu weißen oder schwarzen Tüchern. Es kursieren diverse Geschichten, wie er zu der Idee mit den Tüchern während seiner Auftritte kam. Allerdings ist keine davon bestätigt.

Noch bevor die Band Tenacious D Meat Loaf fragte, stand in ihrem Drehbuch für den Film "Kings of Rock –Tenacious D" bereits der Name Meat Loaf als Vater von Jables (Jack Black) fest. Dieser übernahm die Rolle später tatsächlich. Im Film verkörpert er einen gläubigen und autoritären Familienvater, der die Rockmusik seines Sohnes für Teufelszeug hält und dies auch mit einem Wutausbruch deutlich macht.

Als Schauspieler wirkte er zuletzt 2018 in der Netflix-Serie "Ghost Wars" mit. Sein letztes Album "Braver Than We Are" erschien 2016. Die Tour, die mit dem Album im Zusammenhang stand, sagte Meat Loaf im September 2016 ab, nachdem er kurz zuvor auf der Bühne kollabiert war. Das Musical "Bat Out Of Hell" feierte ab 2017 großen Erfolg und kehrte 2018 zurück nach London.

Am 20. Januar 2022 starb Meat Loaf im Alter von 74 Jahren im Kreis seiner Familie. Mit "Bat Out Of Hell", das bis heute zu den meistverkauften Alben weltweit gehört, wird er der Musikwelt noch lange in Erinnerung bleiben.