Live hören
Jetzt läuft: Alone again von Gilbert O'Sullivan

Legenden: Chris Rea wird 70

Chris Rea wird 70

Legenden: Chris Rea wird 70

Von Tom Petersen

Die rauchige Stimme und die unverwechselbare Slidegitarre, das sind die Kennzeichen von Chris Reas Songs. Über 30 Millionen Tonträger hat der Mann aus dem englischen Norden bisher verkauft.

Und er gilt als "Rock-Überlebender", denn nach einer Krebserkrankung im Jahr 2000 wurden ihm nur wenig Chancen gegeben. Im Laufe seiner Karriere hat er sich immer mehr dem ursprünglichen Blues gewidmet; diesem Stil galt schon immer seine Liebe, doch er hatte seine größten Hits mit harmonisch fließenden Popsongs wie "On the Beach" oder "I can hear your heart beat".

Chris Rea begann recht spät seine Musikerlaufbahn, doch gleich der erste Song war ein Erfolg: "Fool if you think it’s over" (1978), und in den 80ern war er Stammgast in den Charts, wobei er immer bodenständig und bescheiden blieb: Der Glamour eines Popstars und exaltierte Bühnenshows waren nichts für den Liebhaber historischer Sportwagen, der auch Filmmusik schrieb.

Obwohl seine Gesundheit nicht nur durch den Krebs, sondern auch durch einen Schlaganfall sehr beeinträchtigt war, legte Chris Rea 2017 noch ein Album vor und ging auf Tour. Jetzt lebt er ein ruhiges Leben auf dem Land und ist Familienmensch: Seine Frau kennt Chris seit Teenagerzeiten und seinen beiden Töchtern hat er bekannte Hits gewidmet: Sie heißen "Josephine" und "Julia".

Chris Rea: Blues, Autos, Rauch in der Stimme

Von Philip Stegers

Einen Zeitraum von fast 40 Jahren umfasst die Karriere von Chris Rea, in dessen Liedern Straßen und Autos immer wieder eine wichtige Rolle spielen. Am 4. März 2021 feiert er seinen 70. Geburtstag.

Chris Rea

Chris Rea wird 1951 in Middlesbrough, England, geboren. Seine Mutter stammt aus Wales, sein Vater ist Italiener und betreibt ein lokales Imperium mit 20 Eiscafés. Hier jobbt er in jungen Jahren, während er mit der Band "Beautiful Losers" erste Erfahrungen im Musikgeschäft sammelt.

Chris Rea wird 1951 in Middlesbrough, England, geboren. Seine Mutter stammt aus Wales, sein Vater ist Italiener und betreibt ein lokales Imperium mit 20 Eiscafés. Hier jobbt er in jungen Jahren, während er mit der Band "Beautiful Losers" erste Erfahrungen im Musikgeschäft sammelt.

1978 erscheint sein Debütalbum "Whatever Happened To Benny Santini?" Der Titel ist eine bissige Anspielung an einen Künstlernamen, den die Plattenfirma für Chris Rea favorisiert hatte. Seinen echten Namen hielt man für zu unglamourös.

Nachdenklich: Chris Rea führt von Anfang an einen zermürbenden Kampf mit seiner Plattenfirma, die von ihm kommerzielle Hits einfordert. Obwohl er ein Händchen für eingängige Songs hat, will er nicht den gelackten Schmusebarden spielen. Sein Herz schlägt für den dreckigen, amerikanischen Delta-Blues.

Doch ab Mitte der 80er Jahre hat Chris Rea gut lachen. Singles wie "On The Beach, "Josephine" oder "Auberge" werden weltweit im Radio rauf und runtergespielt. Bis heute hat der Sänger mit der markanten rauchigen Stimme über 30 Millionen Platten verkauft.

"The Road To Hell": Die Idee zu seinem Hit kommt Chris Rea, als er mal wieder auf der M25 in London im Stau steht. Straßen inspirieren ihn immer wieder aufs Neue. In "Driving Home For Christmas" singt er von einer zähflüssigen Autofahrt am Weihnachtstag. Sein aktuelles Album heißt "Road Songs For Lovers".

Überhaupt Autos: Die Führerscheinprüfung legt Chris Rea in einem Eiswagen seines Vaters ab. Er ist leidenschaftlicher Motorsport-Fan und nimmt auch selbst als Fahrer an Autorennen teil.

Seine Begeisterung für den Motorsport hat mit dem Fahrer dieses Ferrari zu tun: Als Kind ist Chris Rea großer Fan von Wolfgang Graf Berghe von Trips, dem deutschen Formel-1-Rennfahrer, der 1961 bei einem Rennen tödlich verunglückt. Er setzt dem Grafen mit "La Passione" ein Denkmal. Für den Dokumentarfilm schreibt Chris Rea das Drehbuch und komponiert den Soundtrack.

Markenzeichen: gefühlvolle Soli auf der Slidegitarre. Die gleitenden, langgezogenen Töne erzeugt Chris Rea mit einem Glasröhrchen, das er über seinen kleinen Finger der linken Hand stülpt.

Rarer Schnappschuss einer in Vergessenheit geratenen Supergroup: "Willie and The Poor Boys" werden von Rolling Stones-Bassist Bill Wyman (3.v.r.) ins Leben gerufen. Mit dabei sind neben seinem Bandkollegen Charlie Watts auch der Led Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page (2.v.l) und Chris Rea (4.v.r.).

Skandale oder Eskapaden sucht man in Chris Reas Leben vergeblich. Mit seiner Frau Joan ist der Sänger seit seinem 16. Lebensjahr zusammen. Das Paar hat zwei Töchter, Julia und Josephine. Doch das traute Familienleben wird im Jahr 2001 auf eine harte Probe gestellt.

2001 wird bei Chris Rea Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert, mit dessen Folgen er bis heute gesundheitlich zu kämpfen hat. Er nutzt die Krankheit, um neue Prioritäten in seinem Leben zu setzen. Statt weiterhin rund um den Globus zu fliegen, züchtet er lieber Tomaten und entdeckt die Malerei für sich.

So ganz mag Chris Rea aber dann doch nicht auf den Kontakt mit seinen Fans verzichten. 2006 gab er seine Abschiedstournee nach fast 30 Jahren Bühnenpräsenz, doch schon 2010 packte ihn wieder die Lust aufzutreten. WDR 4 präsentierte die beiden Konzerte seiner "Road Songs For Lovers"-Tour 2017 in Düsseldorf und Dortmund.

Im Dezember 2017 musste Chris Rea aufgrund eines Zusammenbruchs auf der Bühne seine Tour abbrechen. Seitdem ist es ruhig um ihn. WDR 4 wünscht dem Blues-Rock-Star alles Gute und viel Kraft zu seinem 70. Geburtstag – um ihn vielleicht sogar noch mal auf einem Konzert erleben zu dürfen.

Stand: 22.02.2021, 16:00