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Paul Kuhn wäre 90 Jahre alt geworden

Paul Kuhn wäre 90 Jahre alt geworden

Von Christina Schwärzler

Am 12. März wäre Paul Kuhn 90 Jahre alt geworden. Das Allroundtalent machte sich in der Musikerszene einen Namen als Komponist, Sänger, Pianist und Bandleader. 2003 erhielt er für sein künstlerisches Lebenswerk den deutschen Fernsehpreis, die "Goldene Europa".

Paul Kuhn

Der Deutsch-Schweizer trat bereits 1936 im Alter von acht Jahren mit seinem Akkordeon bei der Funkausstellung in Berlin auf. Ein Instrument reichte dem musikaffinen Jungen allerdings nicht. Paul Kuhn lernte zusätzlich Klavier und Klarinette zu spielen.

Der Deutsch-Schweizer trat bereits 1936 im Alter von acht Jahren mit seinem Akkordeon bei der Funkausstellung in Berlin auf. Ein Instrument reichte dem musikaffinen Jungen allerdings nicht. Paul Kuhn lernte zusätzlich Klavier und Klarinette zu spielen.

Kuhn begeisterte sich vor allem für Jazzmusik, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges trat er In Wiesbaden vor amerikanischen Soldaten auf und erhielt in Folge eine Anstellung beim American Forces Network (AFN).

In den 50er Jahren widmete er sich zusätzlich der Schlagermusik und erzielte mit Songs wie "Der Mann am Klavier" und "Es gibt kein Bier auf Hawaii" große Erfolge. Der bescheidene Musiker besaß ein Gespür für Unterhaltungsmusik.

Auch das deutsche Fernsehen entdecke Kuhn für sich. Er trat in Filmen wie "Drillinge an Bord" oder "Liebe, Luft und Lügen" auf. Während dieser Zeit wurden Tanzmusik-Sendungen immer populärer, auch "Pauls Party" gehörte dazu.

1968 übernahm Kuhn die Leitung der SFB Big Band. Die Big Band trat nicht nur im deutschen Fernsehen auf, sondern feierte auch zahlreiche Erfolge bei Gastspielen im In- und Ausland.

Anfang der 80er Jahre erlebte Paul Kuhn eine Reihe von Rückschlägen. Sein Plattenvertrag bei EMI-Electrola und die SFB Big Band wurden aufgelöst. Auch seine Fernsehsendung "Gong Show" wurde abgesetzt.

In Köln startete der Musiker einen Neubeginn und gründete ein eigenes Orchester unter seiner Leitung. Dieses begleitete Künstler wie zum Beispiel Peter Alexander.

Doch ein Musikgenre ließ Paul Kuhn nicht los und so widmete er sich in den 90ern wieder seiner großen Liebe, dem Jazz. Anfang 2000 trat er dann eine Zeit lang mit der SWR-Big-Band als "Swing Legende" auf.

Bis zu seinem Tod am 23. September 2013 verschrieb er sich voll und ganz der Musik. Sein letztes Album "The L.A. Session", das in seinem Todesjahr erschien, wurde von den Kritikern als Meisterwerk gefeiert.

Kuhn sagte einmal: "Meine Auftritte machen mich glücklich. Ich mache weiter, bis der liebe Gott mir beim Klavierspielen auf die Finger klopft und sagt: 'Jetzt reicht's!'" Paul Kuhn bleibt als Mensch und Musiker unvergessen.

Stand: 12.03.2018, 00:00 Uhr