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ESC-Songcheck 2019

ESC-Songcheck 2019

Am Eurovision Song Contest vom 14. bis 18. Mai 2019, der größten Musikshow der Welt, nehmen 41 Länder in der israelischen Stadt Tel Aviv teil. Wir stellen Ihnen in dieser Woche bis Donnerstag acht unterschiedliche Songs mit Gewinnerpotenzial vor.

Große Gefühle, gute Laune und eine Prise Melancholie: Der Eurovision Song Contest 2019

Von Miriam Koch

Ab dem 14. Mai geht das weltweit größte Musikspektakel in die 64. Runde: Wir präsentieren Ihnen acht Teilnehmer des diesjährigen ESCs in Tel Aviv.

Die Bühne vom ESC. Der 64. Eurovision Song Contest findet vom 14. bis zum 18. Mai 2019 im Tel Aviv Convention Center in der israelischen Stadt Tel Aviv statt.

"Dare To Dream" – das ist das Motto des ESCs in Tel Aviv. Die folgenden Teilnehmer träumen davon, es ganz weit nach vorne auf der Bühne des "Tel Aviv Convention Centers" zu schaffen.

"Dare To Dream" – das ist das Motto des ESCs in Tel Aviv. Die folgenden Teilnehmer träumen davon, es ganz weit nach vorne auf der Bühne des "Tel Aviv Convention Centers" zu schaffen.

Geballte Gruppen-Power: Die norwegische Band KEiiNO startet mit "Spirit in the Sky" in den Wettbewerb. Die tschechischen Jungs von Lake Malawi haben mit "Friend of A Friend" eine Popnummer produziert, die sofort ins Ohr geht.

Luca Hänni aus der Schweiz versucht sein Glück mit dem lockeren Pop-Song "She Got Me". Dagegen präsentiert sich die polnische Band Tulia mit "Fire of Love (Pali sie)" traditionell und zweisprachig – auf Polnisch und Englisch.

Für Italien geht dieses Jahr der Musiker Mahmood mit "Soldi" an den Start, der zuvor den bedeutendsten Musikwettbewerb seiner Heimat gewann: das Sanremo-Festival. Die Irin Sarah McTernan wurde 2014 bei "The Voice of Ireland" Vierte und geht nun den nächsten musikalischen Schritt – mit ihrem Song "22" beim ESC.

Frankreich und Spanien gehören zu den "Big Five" des ESCs und sind deswegen sofort fürs Finale qualifiziert. Frankreich schickt Bilal Hassani mit der Ballade "Roi" nach Israel. Mit der lebendigen Popnummer "La Venda" möchte Miki spanisches Lebensgefühl auf die Bühne bringen.

Norwegen: KEiiNO – "Spirit in the Sky"

Pressebild: "KEiiNO"

Fred Buljo, Alexandra Rotan und Tom Hugo bilden KEiiNO

Norwegen schickt in diesem Jahr die eingängige Popnummer "Spirit In The Sky" der Band KEiiNO ins Rennen beim ESC in Tel Aviv. Mitglieder sind Alexandra Rotan, Tom Hugo und Fred Buljo. Immerhin: Norwegen konnte schon drei ESC-Siege für sich verbuchen, auch wenn der letzte etwas her ist, nämlich genau zehn Jahre. Das war mit Alexander Rybak und seinem Song "Fairytale". KEiiNO wurden extra für den ESC 2019 gegründet. Sänger Tom Hugo dürfte den WDR 4-Hörern übrigens kein Unbekannter sein, seine luftige Popnummer "Open Your Eyes" wurde oft im Programm gespielt. Übrigens: Der Name KEiiNO wurde von Fred Buljos Heimatort Kautokeino abgeleitet. Der Wortteil "-keino" steht dabei für das nordsamische Wort für "Weg" und soll ausdrücken, wie sich die drei Bandmitglieder gefunden haben.

Tschechien: Lake Malawi – "Friend Of A Friend"

Pressebild: "Lake Malawi"

Jeroným Šubrt, Albert Černý und Antonín Hraba sind Lake Malawi aus Tschechien

Tschechien nimmt seit 2007 am ESC teil und muss sich stets erst durch das Halbfinale kämpfen. Das klappte mal mehr, mal weniger gut. Fünf Mal kam das Land nicht weiter, zwischen 2010 und 2014 verzichtete man ganz auf die Teilnahme. 2018 erreichte Tschechien dann mit dem Song "Lie To Me" einen sehr guten Platz sechs. In diesem Jahr sollte es mit dem Halbfinale eigentlich auch wieder klappen, denn die Band Lake Malawi präsentiert sich mit der eingängigen Popnummer "Friend Of A Friend". In ihrer Heimat Tschechien haben die Musiker bereits mehrere Alben veröffentlich – jetzt hoffen Lake Malawi mit ihrer Teilnahme am ESC auf den großen Durchbruch.

Schweiz: Luca Hänni – "She Got Me"

Pressebild Luca Hänni

Popsänger Luca Hänni

Die Schweiz war beim ESC bisher nur mäßig erfolgreich. 60 Mal hat das Land am Wettbewerb teilgenommen, aber nur zwei Siege verbuchen können. Ob sich das in diesem Jahr ändert, werden das Publikum und die Jury entscheiden, nachdem der Schweizer Luca Hänni seine Dancepop-Nummer "She Got Me" gesungen hat. Den deutschen Fernsehzuschauern dürfte Hänni kein Unbekannter sein, denn er schaffte es 2012 bis ins Finale der Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" und belegte nach seinem Sieg mit der Single "Don't Think About Me" den ersten Platz in den Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Um am kommenden Sonnabend beim ESC antreten zu dürfen, muss Hänni es erst mal durch das zweite Halbfinale schaffen. Mit dem eingängigen Song "She Got Me" sollte das aber kein Problem sein.

Polen: Tulia – "Fire Of Love"

Pressebild: "Tulia"

Dominika Siepka, Tulia Biczak, Joanna Sinkiewicz und Patrycja Nowicka aus Polen

Polen nimmt seit 1994 am ESC teil, allerdings mit wechselndem Erfolg. Sieben Mal hat es das Land nicht durch das Halbfinale geschafft, die höchste Platzierung war bisher ein Platz zwei (Edyta Górniak 1994, "To nie ja!"). Das könnte sich aber nun ändern, denn die Polen treten mit dem weiblichen Trio Tulia und der Nummer "Fire Of Love" an, einem starken Song, der im Ohr bleibt. Musikalisch handelt es sich um eine ausgefallene Mischung aus traditionellem polnischem Frauenchor, unterlegt mit Funk und Rock. Das fällt angenehm aus dem Rahmen – und wenn Joanna, Dominika, Tulia und Patrycja dann zweisprachig (polnisch und englisch) in polnischen Folklorekostümen ihr "Fire Of Love" performen, könnte es durchaus für einen Platz unter den ersten Zehn reichen.

Italien: Mahmood – "Soldi"

Pressebild Mahmood

Der italienische Sänger Mahmood

Bella Italia. Nicht nur ein schönes Land, sondern auch eins, das zu den Gründungsländern des ESC zählt und einige Erfolge verbuchen konnte: zwei Gewinnertitel und insgesamt 26 Mal unter den ersten Zehn. Aber Italien war lange gar nicht dabei – von 1998 bis 2011 reichte den Italienern ihr eigenes Sanremo-Festival. Jetzt wird üblicherweise der Gewinner von Sanremo auch zum ESC geschickt – so wie Mahmood und sein "Soldi". In dem Song geht es um einen jungen Mann, der lernen muss, dass sein von ihm getrennt lebender Vater kein Interesse an ihm hat, sondern nur sein Geld will. Trotz des ernsten Themas hat "Soldi" Ohrwurmqualitäten und steht bei den Buchmachern weit oben auf der Favoritenliste.

Irland: Sarah McTernan – "22"

Pressebild Sarah McTernan

Die irische Sängerin Sarah McTernan

Irland ist das Land mit den meisten ESC-Siegen. Sieben Mal konnten die Teilnehmer von der grünen Insel die Siegertrophäe mit nach Hause nehmen. In den 2000ern lief es dann allerdings ganz schlecht für Irland: 2005 im Halbfinale ausgeschieden, 2007 letzter Platz, 2008 im Halbfinale ausgeschieden. Insgesamt sieben Mal flog Irland schon im internationalen Vorentscheid raus. Dieses Jahr soll die 25-jährige Sarah McTernan es besser machen. Ihre solide Popnummer "22" kommt luftig und ohne großes Drama daher – und fällt genau durch diesen Mangel an soundtechnischem Schnickschnack positiv auf. Wer weiß, vielleicht schafft Irland es mit diesem Beitrag ja mal wieder unter die ersten Zehn.

Frankreich: Bilal Hassani – "Roi"

Pressebild Bilal Hassani

Bilal Hassani tritt für Frankreich an

Seit dem ersten ESC 1956 nimmt Frankreich an dem Wettbewerb teil. Immerhin fünf Siege konnte das Land des Chansons bisher für sich einheimsen. Nur in den vergangenen Jahren, das lief es nicht richtig rund für Frankreich. Das könnte sich beim ESC-Finale am kommenden Sonnabend in Tel Aviv aber ändern. Bilal Hassani tritt mit seiner nachdenklichen Nummer "Roi" (König) auf und ähnelt dabei, was das Äußere angeht, ein wenig Conchita Wurst. In Frankreich musste Bilal schon so einiges wegstecken. Nach dem dortigen Vorentscheid gab es Hassbriefe und Morddrohungen gegen den 20-Jährigen wegen seiner Homosexualität und seinen marokkanischen Wurzeln. Doch Hassani lässt sich durch so etwas nicht abschrecken: "Das zeigt, wie wichtig es ist, sich nicht zu verstellen und für Akzeptanz zu kämpfen."

Spanien: Miki – "La Venda"

Pressebild Miki

Der spanische Popsänger Miki

Eine geballte Portion gute Laune kommt bei diesem ESC-Finale aus Spanien. "La Venda" heißt er Song des Sängers Miki. Ein feurig-musikalische Fiesta, die ins Ohr und in die Beine geht. Latino-Rhythmen beim ESC hat es bisher aus Spanien noch nicht gegeben, in den vergangenen Jahren hatte man sich dort auf üppige Balladen und durchschnittlichen Dance-Pop konzentriert. Das Ergebnis war entsprechend: Vier Jahre hintereinander landete das Land abgeschlagen auf einem der letzten Plätze. Mit dem schwungvollen "La Venda" könnte sich das aber endlich mal wieder ändern.

Stand: 14.05.2019, 14:21