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Die Seele der Rolling Stones: Charlie Watts gestorben

Charlie Watts, der Schlagzeuger der Rolling Stones, ist tot. Der 80-Jährige starb gestern in einem Londoner Krankenhaus. Watts war seit 1963 Mitglied der legendären britischen Rockband.

Charlie Watts starb am Dienstag (24.08.2021) "friedlich" im Kreis seiner Familie in einem Londoner Krankenhaus. Das teilte sein Agent Bernard Doherty mit. "Charlie war ein geliebter Ehemann, Vater und Großvater und als Mitglied der Rolling Stones auch einer der größten Schlagzeuger seiner Generation", erklärte Doherty.

Watts war seit 1963 Mitglied der Rolling Stones, die mit Songs wie "Paint It Black", "Gimme Shelter" oder "(I Can't Get No) Satisfaction" Rockgeschichte geschrieben haben.

Auf der Bühne war der Gentleman mit den feinen Gesichtszügen und seinem steten Rhythmus ein Gegengewicht zu der Energie des Sängers Mick Jagger und der beiden Gitarristen Keith Richards und Ronnie Wood.

Es sei ein "sehr trauriger Tag", schrieb der britische Popstar Elton John auf Facebook. Er würdigte Watts als "ultimativen Schlagzeuger" und "stilvollsten aller Männer".

Der kanadische Rockmusiker Bryan Adams bezeichnete ihn auf Twitter als einen der "größten Rock-Schlagzeuger aller Zeiten und einen echten Gentleman".

Charles Robert Watts, wie er mit vollem Namen hieß, wurde am 2. Juni 1941 in London geboren.

Im Alter von etwa zehn Jahren entdeckte er den Jazz für sich. Er baute als Junge ein altes Banjo mit Lederbespannung in eine Trommel um. Er absolvierte jedoch nie eine formelle Ausbildung zum Schlagzeuger.

Nach einem Kunststudium fand er einen Job als Grafikdesigner und spielte abends in verschiedenen Jazzbands, bevor er 1963 Mitglied der Rolling Stones wurde.

Während seiner gesamten Karriere bei den Stones blieb Watts seiner Liebe zum Jazz treu - als Leiter eines Jazz-Quintetts sowie einer 32-köpfigen Band namens Charlie Watts Orchestra.

Der Drummer mied im Gegensatz zu Sänger Jagger und Gitarrist Richards das Rampenlicht und meist auch die Exzesse. Und er schweißte die Band zusammen, wenn sich die Frontmänner verkrachten.

Während die anderen Bandmitglieder auch im Privatleben einen Skandal nach dem anderen fabrizierten, lebte Watts mit seiner Frau Shirley, mit der er seit über 50 Jahren verheiratet war, zurückgezogen auf einem Gestüt in der abgelegenen Landschaft von Devon in Großbritannien.

Die beiden haben eine erwachsene Tochter. Hier ist die kleine Familie im Jahr 1969 zu sehen.

Privat galt Watts zwar immer als solide, aber in den 1980er Jahren trank auch er zu viel, nahm selbst Drogen. 2004 überstand der einst starke Raucher eine Kehlkopfkrebserkrankung.

2016 wurde er vom Magazin "Rolling Stone" auf Platz zwölf der besten Schlagzeuger aller Zeiten gewählt. Bereits 2006 hatte ihn das Magazin "Modern Drummer" in die Hall of Fame der Schlagzeuger aufgenommen, an der Seite von Größen wie Ringo Starr von den Beatles und Keith Moon von The Who.

Fast sechs Jahrzehnten war Charlie Watts Taktgeber und Seele der legendären Rolling Stones. Völlig überraschend kam die Nachricht über seinen Tod nicht.

Watts hatte bereits vor einigen Wochen bekanntgegeben, dass er dieses Jahr wegen gesundheitlicher Probleme nicht mit der Band auf Tour gehen werde. Er erhole sich von einer nicht näher genannten medizinischen Behandlung, hieß es. Nun hat er die Rockwelt verlassen und hinterlässt eine große Lücke. Rest in peace Charlie Watts!

Stand: 25.08.2021, 06:00 Uhr