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Wolfgang Niedecken: Der BAP-Chef wird 70

BAP

Wolfgang Niedecken: Der BAP-Chef wird 70

Am gesamten Geburtstag, dem 30. März, spielen wir Musik von Niedecken und seiner Band, er erzählt aus über 40 Jahren Karriere und blickt auf sein Leben zurück.

Doch nicht nur seine eigenen Gedanken interessieren uns: Erzählen Sie uns die besten Geschichten, die Sie mit BAP erlebt haben!

Ihre Erinnungen an BAP und Wolfgang Niedecken

"Vun Drinne noh Drusse" und "Für usszeschnigge!"
"Ich war schon mit 12 totaler BAP Fan. 1982 bekamen mein Bruder (1,5 Jahre älter als ich) und ich, damals 12, unsere 1. Stereoanlage zu Weihnachten geschenkt. Meine Eltern (äh, das Christkind) baute(n) 1 Anlage im Wohnzimmer auf und als wir zur Bescherung durften, war ich total entsetzt weil ich dachte, es gäbe nur 1 Anlage und müsse sie mit meinem Bruder teilen, ich käme dann nie zum Zug meine Musik zu hören. Aber Pustekuchen, meine Eltern drehten im Nebenzimmer Anlage Nummer 2 auf, inklusive der LP "Vun Drinne noh Drusse". Ich glaube ich bin erst ausgeflippt und habe dann geweint vor Freude. .... Es muss das gleiche Jahr gewesen sein als ich auf mein 1. BAP Konzert durfte. Mit meinem Bruder Nr. 2 - 14 Jahre älter als ich. In Holland Geleen. Ich stand unten in der Eingangshalle und es gab eine "Rundum-Empore" oberhalb der Eingangshalle. Da stand Wolfgang Niedecken mit seinem Karo-Hemd und ich meinte er schaue mich an. Tat er natürlich nicht. Diesmal habe ich nicht geweint, war aber hin und weg. Ans Konzert kann ich mich nicht mehr erinnen. Sorry, Wolfgang - Sorry, BAP! Und dann natürlich "für usszeschnigge". Ich glaube jeder hat mit sich gehadert und sich gefragt, soll ich ausschneiden oder nicht. Ich zumindest. Hab es nie übers Herz gebracht. Ein Plattencover zerschneidet man nicht. Das muss sich abnutzen." Sonja Sauder aus Titz

BAP-Fan seit 40 Jahren
"Im Jahre 1981 gab es eine Tagung der Deutschen Gesellschaft für soziale Psychiatrie in der Gesamtschule Köln Zollstock. Verbunden mit der Tagung ein Kulturabend. Die Kölner Vorbereitungsgruppe hatte auch die Kölner Gruppe BAP eingeladen. Schon lange vor dem Beginn standen massenhaft BAP Fans vor den Eingängen und hofften auf Einlass. Der Hausmeister der Schule drohte mit der Polizei, weil er befürchtete die Menge der Menschen sprengt den Veranstaltungsort. Ein beeindruckender Abend. Alles unprofessionell organisiert, aber trotzdem gut gegangen. Seit dem bin ich BAP Fan, das sind jetzt 40 Jahre. Die besuchten Konzerte kann ich nicht mehr zählen." Reinhard Efkemann aus Duisburg

Versteher der Mundart
"Es war im Sommer 1984, ich arbeitete für einige Monate in Rendsburg. Dort las ich auf einem Plakat, BAP spielt in Heide (Schleswig-Holstein). Es war ein tolles Konzert, die Band rockte die ziemlich große Halle. Ich war allein da, doch plötzlich merkten die Leute neben mir, dass ich die Mundart der Kölschrockband verstand. Wir hatten viel Spaß." Werner Dorn aus Bonn

"Anstrengender" als ein Hosen-Konzert
"Es war der 05.11.1988 Frankfurter Festhalle. Ein unglaubliches Konzert mit knapp 4 Stunden Spieldauer. Nach drei Stunden im Innenraum war ich eigentlich platt vor Freude und Adrenalin - ahnte aber nicht das noch lange nicht Schluss ist. Mehrmals wurde das Saallicht angeschaltet, was ja eigentlich das Zeichen ist - jetzt ist definitiv Schluss für heute. Ich erinnere mich noch wie kurz vor 24:00 der Major sagte "Leute geht nach Hause, hinter der Bühne stehen Bon Jovi, die wollen aufbauen und wir müssen morgen in Kaiserslautern sein". Dann gabs noch ein "Born to be wild" hinterher. So fertig war ich nicht mal nach einem "Hosen" Konzert." Markus Hujo aus Stadecken Elsheim

BAP als Special Guest alles "abgerissen"
"Eigentlich waren wir ja, als Düsseldofer Jungs, Fortuna- und Hosen-Fans. Dazu Westernhagen und natürlich Udo Lindenberg. Das war so die Zeit, wo wir auf etliche Konzerte gefahren sind. Erstmals hab ich BAP dann nach der "Für usszeschnigge!"-Platte live gesehen. Ich glaube das war so 1981 in der Düsseldorfer UNI Mensa. Junge, da ging die Post ab - spätestens nach der "Vun drinne noh drusse"-Platte war ich großer Fan. Mein Bestes Erlebnis: Wir waren im Mai 83 in Schüttdorf zum Open Air - eigentlich wegen Rod Stewart. BAP war gar nicht geplant. Bereits auf dem Gelände ging dann das Gerücht um, BAP kommt als Special Guest. Junge und so war es dann auch: Was haben die da den Platz abgerissen! Das war einzigartig! Danach kam Depeche Mode, die wir gar nicht mochten. Die hatten dagegen völlig abgestunken mit ihrem Synthie-Pop. Erst Rod Stewart topte dann den Abend bei strömenden Regen. Am nächsten Tag sind wir dann irgendwann völlig im Eimer nach Hause gefahren und mussten an einer Tankstelle tanken. Neben uns parkte dann eine Ente - haha, das war der Hammer, die gehörte dem Major Heuser. Wir sind total ausgeflippt und haben uns dann Autogramme auf die zerknitterten Eintrittskarten geholt. Werde ich nie vergessen, als ich ihm sagte - man was habt ihr da gestern abgerissen und da sagte er in seiner bescheidenen Art: "Ja, das war wunderbar, aber Rod Stewart war auch ganz gut." Christian Otte (Spitzname ÖTTE) aus Neuss

Textfestes Publikum in Oelde
"Ein super tolles Konzert auf der Landesgartenschau in Oelde 2001. Es war tolles Wetter und saugute Stimmung mit einem textfesten Publikum." Elke Groschke aus Ennigerloh

BAP in Aachen und Thunfisch-Sandwiches
"Meine liebste von vielen Erinnerungen ist ein Konzert bei den KurparkClassics in Aachen 2016. Nach dem Konzert haben wir noch zusammen hinter der Bühne das ein oder andere Glas Rotwein und meine selbstgemachten Thunfisch-Sandwiches, die eigentlich für das Picknick während des Konzertes gedacht waren, genossen. Und uns sehr nett, auch über ganz alltägliche Dinge unterhalten. Ach ja, und wir haben den legendären Altar zu Ehren der Gitarrengötter kennengelernt. :-)" Thomas Köbernik aus Aachen

En eschte BAP fän, d'r Stephan uss Hürth
"1981 hatte ich, als junger Mann, einen schweren Motorradunfall und war fast ein Jahr aus dem Verkehr gezogen. Als wenn das nicht schon schlimm genug wäre, war der Kartenvorverkauf für das BAP Konzert in der Kaiser Friedrich Halle in meiner Heimatstadt Mönchengladbach ruck zuck ausverkauft. Als ich dann endlich aus dem Krankenhaus war wollte ich trotzdem zu BAP und hab mir überlegt wie ich das anstellen könnte:
Am Nachmittag vor dem Konzert bin ich also mit dem alten Kittel von Papa und Mikrokabel über der Schulter in die Cafeteria der Kaiser Friedrich Halle und habe mir was zu trinken bestellt.
Als die Bedienung dann zum abrechnen kam erzählte ich ihr, scheinbar recht glaubhaft, eine Geschichte vom Aufbau der Soundanlage und das man durch den Haupteingang überhaupt nicht mehr in die Halle kommt, weil diese bereits 2 Stunden vor Konzertbeginn von Fans belagert würde.
Kurzerhand zeigte mir die nette Frau einen Weg, direkt von der Cafeteria direkt zur Halle, den ich ohne Probleme oder Kontrollen dann auch freudestrahlend gegangen bin. Ich landete also hinter der Ticket-Kontrolle und musste nur noch 2 Stunden warten, bis Einlass war.
Es war ein Wahnsinnskonzert! Bei der "Ruut Wiss Blau querjestreifte Frau" hab ich so laut mitgesungen, das ich einen Blick von Wolfgang zugeworfen bekam.
(Ich glaube, er wollte mich damit auffordern, leiser zu sein, damit er nicht rauskommt :-) Da konnte ich aber zu dem Zeitpunkt keine Rücksicht drauf nehmen.
OK, ich habe das Ticket geprellt, das tut man nicht. Aber aufgrund der Umstände stehen mir mildernde Umstände zu, oder?
Mit diesem Konzert begann für mich ein ganz neuer Abschnitt, wieder zurück im Leben! Allein deswegen werde ich es nie vergessen.
Und sollte mich jemand fragen, ob ich es heute noch mal machen würde, die Antwort ist: JA!
"
"Sagt dem Wolfgang bitte ne schöne Jroos und dass ich das geprellte Ticket gern persönlich an ihn nachbezahlen möchte." Stephan Genenger aus Hürth

Einstündige Konzerte sind für BAPtisten kein Zeitmaß
"Viele, viele unzählige Liveacts mit BAP und WN solo. Keine einzige Enttäuschung. Im Gegenteil: viele unvergessene Momente! Ob in großen oder kleinen Hallen, fulminanter Openair Umgebung. Besonders skurril der Gig bei der Expo2000 in Hannover. In einer abgelegenen Seitenhalle war ich bei Beginn des Auftritts der 3. Besucher. Nachdem sich durch Laufpublikum die Halle langsam füllte, musste BAP nach einer Stunde (eigentlich für einen BAPtisten kein Zeitmaß) das Feld für die nächste Band schon wieder räumen. Wäre der Auftritt auf der Expo-Plaza gewesen, hätten Tausende begeistert zugeschaut, ob Fan oder nicht. Herausragend auch ein Konzert in der Stadthalle Heidelberg mit toller Akustik und der Wahnsinnsstimme der unvergessenen Sheryl Hackett („singen ist für mich der Wunsch vor Freude loszuschreien“). Und, und, und...
Nun denn, BAP wurde 1976 aus der Taufe gehoben. Im gleichen Jahr begann ich mein Berufsleben. Inzwischen nach 43 Jahren bin ich in Pension (am 16.08.2019 hatte ich meinen letzten Arbeitstag und bin anschließend zum Abschlusskonzert nach Bonn gefahren)....und BAP spielt immer noch - hoffentlich bald wieder! So wünsche ich dem Wolfgang Niedecken zum 70. Geburtstag: ad multos annos!
" Manfred Küster aus Ruppertsberg/Pfalz

Kölsch als sprachlicher Anker in OWL
"1970 geboren, aufgewachsen in einem kleinen Dorf bei Gummersbach, wurde ich mit dem gesprochenen Platt meiner Eltern und den kölschen Liedern der Bläck Fööss sozialisiert. Im besten Teenageralter hat mich BAP immer begleitet und musikalisch geprägt. Das Text- und Notenbuch "BAP für Gitarre" von Klaus "Major" Heuser, aus dem ich mir unter anderem "Do kanns zaubre" beigebracht habe, liegt immer noch mit bei der Plattensammlung. Da ich heute in OWL lebe, sind die Texte von Wolfgang, aber auch vieler anderer kölschen Bands, ein sprachlicher Anker. Nur eins habe ich nie wirklich gefunden: Ein Interview oder Video, in dem Wolfgang einfach nur kölsch schwaad?! Ne schöne Jroos!" Jürgen Degner aus Gütersloh

Leb deine Tage, leb dein Leben im Jetzt. ...
"Ich kann nicht von dem einen besten Erlebnis mit BAP berichten, eher von vielen guten Momenten. Der eigentliche BAP-Fan in unserer Familie war mein Mann. Er selber war kein Musiker, aber ein Musik-Fan und insbesondere ein Fan von BAP. Und so haben die Lieder und viele Konzertbesuche unser Familienleben begleitet. Und da Eltern ihren Kindern vieles mit auf den Weg geben, wurde unsere Tochter ein Fan von Bruce und unser Sohn ein Fan von BAP. 2017 erkrankte mein Mann an Krebs, 2018 hatten wir alle gehofft den Kampf gewonnen zu haben und er und unser Sohn fuhren zum BAP-Konzert nach Köln. 2019 spielten wir "All die Augenblicke nimmt uns keiner mehr" auf seiner Beerdigung. Immer noch begleitet uns die Musik von BAP, jetzt spielt unser Sohn sie ab. Die Geburtstagsedition kam gestern mit der Post, letzte Nacht haben wir uns die Niedecken Nacht im WDR angesehen und die Tickets für das Geburtstagskonzert 70+1 in Köln 2022 sind gebucht.
Ich muss zugeben, dass Kölsch für mich immer noch eine Fremdsprache ist und wohl auch bleiben wird, aber ich verstehe, dass viel wahres in den Texten steckt.
In diesem Sinne: Leb deine Tage, leb dein Leben im Jetzt. Lieber Wolfgang, DANKE für deine Musik, alles Gute zum Geburtstag und lass es krachen."
Petra Laukötter aus Beckum

Nach "Für usszschnigge" und es war um mich geschehen...
"Ich habe BAP schon vor ewigen Zeiten kennengelernt, wenn ich auch nicht Fan der ersten Stunde bin. Leider sind die ersten beiden Scheiben dann doch an mir vorüber gerauscht. Man mag mir das verzeihen, ich war noch so jung! Dann allerdings kam "Für usszschnigge" und es war um mich geschehen. Mein jüngerer Bruder und ich haben die Scheibe (VINYL!) so oft laufen lassen, dass sie tatsächlich zum Schluss ganz ausgeleiert war. Mein erstes BAP-Konzert fand dann 1986 in der Eissporthalle Neuss statt - mitten im Sommer hatte man diesen Stahlkoloss, indem ursprünglich Eishockey gespielt wurde, in eine Konzerthalle mit grauenhafter Akustik verwandelt. Aber egal, wir sind mit einer Clique hin (MÄDCHEN waren auch dabei) und es war "dufte", wie damals alle sagten -warum wohl?!? Vielleicht ist es für das "Geburtstagskind" ja ein Trost, dass die bis heute doch arg von ihm verschmäht Scheibe "Ahl Männer, aalglatt" doch noch etwas bewegt hat. Und wenn es auch nur im Leben eines heranwachsenden jungen Mannes war, der nach Jahren an einer katholischen Jungenschule (Hallo Leidensgenosse! Wenn auch mit etlichen Jahren Abstand) endlich das andere Geschlecht (etwas) näher kennenlernen durfte. Wie gesagt "Dufte"!
Danach hat der junge Mann keine BAP-Tour mehr verpasst, meistens ging er mehrfach! Und als nach ein paar Jahren seine Alexandra mitkam und bis heute mitgeht - ist "Alles em Lot! Keep on Rockin'!
Ne schöne Jrooß!"
Klaus Fuxen aus Dormagen

Manche Aureblecke verjisste nie
"Mein erstes Konzert war am 02.12.1984 in Nümbrecht. Wir hatten keine Karten und waren deshalb schon Nachmittags in der Sporthalle. Die Bühne wurde aufgebaut, die Rowdys wussten nicht, ob es abends noch Karten geben würde. Als wir aus der Halle gingen, kamen uns Wolfgang und Major im Eingang entgegen. Das Bild von Wolfgang und Major, in dem Eingang mit den Gitarrenkoffern in der Hand, habe ich heute immer noch vor Augen, als wäre es gestern gewesen. Ich weiß noch wie "baff" ich war, als ich merkte wer uns da entgegenkommt. Wolfgang fragte uns, ob wir schon Karten hätten, als wir das verneinten, gab er uns den Tipp, dass Balou um 19:00 Uhr am Nebeneingang noch Restkarten verkaufen wird. Wir waren mehr als pünktlich und konnten noch Karten ergattern. Seit diesem Konzert begleitet mich die Musik von Wolfgang und BAP, Live und auf CD, durch mein Leben. Ich wünsche Wolfgang alles Gute zum 70sten und vor allem viel Gesundheit. Die Vorfreude auf den Tourstart am 26.03.22 und die dann folgenden Konzerte ist jetzt schon riesengroß." Frank Böttger aus Kierspe

Wolfgang Niedecken im Interview

Wolfgang Niedecken Interview: Rockpalast BACKSTAGE Rockpalast 27.03.2021 29:31 Min. Verfügbar bis 30.12.2099 WDR

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Stand: 29.03.2021, 13:09