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Elton John

Elton John sitzt am Klavier

WDR 4 präsentierte am 12.05.2019 in Oberhausen

Elton John

Nach mehr als 50 Jahren im Showgeschäft verabschiedet sich Elton John von den Bühnen der Welt. Seine Abschiedstour nennt er "Farewell Yellow Brick Road", nach einem seiner schönsten und bekanntesten Songs.

Kaum vorstellbar, dass sich Elton John in Zukunft der Erziehung seiner Kinder widmen möchte …

WDR 4 präsentiert die Show in Oberhausen am 12. Mai und das ist uns einen Thementag und eine Sondersendung wert: Nach Konzertende, von 22 bis 1 Uhr, feiern wir die "Elton John-Aftershow" mit den großen Hits aus seiner langen Karriere, dazu schöne Albumtracks und Duette.

Elton John, Sänger und Musiker (Geburtstag 25.03.1947)

WDR 2 Stichtag 25.03.2017 04:42 Min. Verfügbar bis 23.03.2027 WDR 2

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Natürlich meldet sich auch unser Reporter aus der Arena in Oberhausen. Schon den gesamten Tag über spielt WDR 4 Elton John-Songs, lässt den Meister selbst zu Wort kommen und erzählt die Geschichten hinter seinen Welterfolgen.

Elton John: Abschiedstour in Oberhausen

Von Markus Rinke

"Farewell Yellow Brick Road" heißt die Abschiedstournee Elton Johns. Der britische Popmusiker zeigte am Sonntag (12.05.2019) eine phantastische Show.

Konzert der Abhschiedstournee von Elton John

Glitzernder Frack und extravagante Brille: Elton John ist für seine außergewöhnlichen Outfits bekannt.

Glitzernder Frack und extravagante Brille: Elton John ist für seine außergewöhnlichen Outfits bekannt.

Das Konzert in Oberhausen ist eins von 300 auf der Abschiedstournee über fünf Kontinente. WDR 4 präsentierte das einzige in NRW und mit rund 10.000 Besuchern ist die Arena in Oberhausen ausverkauft.

Elton John bietet eine phantastische Show mit vielen seiner größten Hits. Es ist eine Reise durch fünf Jahrzehnte; musikalisch und visuell, wie der Künstler verspricht.

Diese Gruppe aus Dülmen besteht aus Nachbarn, und die unternehmen häufiger mal was zusammen. Carsten (zweiter von rechts) ist der, der die Idee zu Elton John hatte. Insgesamt ist sich die Gruppe einig, dass es sich gelohnt habe, vor allem, weil weniger bekannte Songs gespielt wurden. "Funeral For A Friend" sei das beste Beispiel dafür, sind sich die sechs einig.

Paulina kommt aus Moskau. Sie ist begeisterter Elton John-Fan und extra aus der russischen Hauptstadt angereist. Das erste Mal hat sie ein Konzert vor drei Jahren in ihrer Heimat gesehen. In Moskau sei das zwar größer gewesen, hier sei es aber viel persönlicher und der Sound sei besser.

Auf der riesigen LED-Wand sind immer wieder kurze Filme zu sehen. Manchmal sind es Ausschnitte aus den Musikvideos, wie hier von "Tiny Dancer", manchmal Comics. Bei "Rocket Man" wird die Bühne zum Weltall und mehrfach sind Stationen seiner Kindheit und seiner Karriere zu sehen.

"Your Song" ist der erste große Hit von Elton John, er wurde 1970 veröffentlicht und mehr als zweieinhalb Millionen Mal verkauft.

Natürlich darf auch der größte Hit, "Candle in The Wind", nicht fehlen. Ursprünglich mit Bezug auf Marylin Monroe, hat der Künstler den Song 1997 in einer neu getexteten Version auf der Beerdigung von Lady Di gespielt. Es ist die erfolgreichste Single weltweit.

"Das war super", sagt Andrea aus Neuss und Martin ergänzt: "Der Mann ist über 70 und rockt hier mehr als zwei Stunden lang das Haus. Von der ersten bis zur letzten Minute ist da Energie drin, total klasse." Der Höhepunkt war für sie der Song "Levon".

Richtig zu toben beginnt das Publikum bei dem Song "Levon". Rund zehn Minuten dauert ein instrumentaler Part, natürlich mit Klavier, angetrieben von Schlagzeug und Gitarre.

Auf der Bühne stehen auch lange Wegbegleiter des Stars. Schlagzeuger Nigel Olsson war zum Beispiel schon beim ersten Album dabei.

Ein weiterer Weggefährte ist Ray Cooper, der seit 1974 mitspielt in der Band. Mit ihm verbinde er eine ganz besondere Zeit, erklärt Elton John.

Bei "I'm Still Standing" und "Saturday Night’s Alright for Fighting" bebt die König-Pilsener-Arena in Oberhausen. Aber es gibt auch kritische Töne. Der Musiker lässt sich über den "Fucking Brexit" aus und darüber, wieviel Glück er gehabt habe. Als er 1990 drogenabhängig war, gab es drei wichtige Worte: "I need help." Er bekam sie und gründete nach der Genesung die Aids Stiftung, die inzwischen mehr als 100 Millionen Menschen erreicht habe.

21 Stücke und zwei Zugaben spielt Elton John in der dreistündigen Show. Ganz viele seiner großen Hits sind dabei, allerdings fehlen "Nikita" und "Don't Go Breaking My Heart". Es sind zwei der erfolgreichsten Lieder in Deutschland.

Kristina und Rafael aus Coesfeld sind begeistert: "Es war abwechslungsreich. Wir sind jetzt nicht so, dass wir alle Songs auswendig kennen. Von daher fehlte uns nichts", sagt Kristina.

"Wir hätten ja noch weiter geklatscht, aber die sind alle rausgegangen", sagt Juliane (links), die im Moment in Zürich lebt. "Meine Eltern haben mich angesteckt, das ist einfach eine zeitlose Musik. Und welche Musiker aus unserer Generation haben noch so eine Stimme", sagt Marie. Elisabeth (rechts) aus Ibbenbüren war schon auf einem anderen Konzert, doch das habe sie nicht so begeistert wie der Abend in Oberhausen.

Elton John tourt noch bis 2021 und ist noch mehrmals in Deutschland, allerdings nicht in NRW.

Karten wurden bei WDR 4 verlost. Die Gewinner wurden benachrichtigt. Wir gratulieren zum Gewinn:

F. Karlenberg aus Brilon
E. Paluch aus Recklinghausen
M. Broos aus Bochum
K. Röhrig aus Wülfrath
C. Grunwald aus Nottuln
K. Döhler aus Oberhausen (Online-Gewinner)
H. Hinz aus Düsseldorf

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß bei Elton John!

Elton John: Der Rocket Man startet seine Abschiedstour

Von Ingo Neumayer

Seine Stimme, seine Songs, sein Auftreten: An Elton John ist vieles einzigartig. Seit über 50 Jahren im Musikgeschäft, hat er enorm viele Aufs erlebt, aber fast keine Abs. Jetzt bereitet er seinen Abschied vor. Deswegen widmet WDR 4 ihm am 12. Mai einen Thementag.

Elton John 1978

Reginald Kenneth Dwight ist drei Jahre alt, als er sich das erste Mal an ein Klavier setzt. Dass er Talent hat, merkt man schnell. Mit elf erhält er ein Stipendium an der "Royal Academy Of Music", mit 15 tritt er regelmäßig als Barpianist in Londonder Pubs auf, spielt Standards von Ray Charles, aber auch schon eigene Songs.

Reginald Kenneth Dwight ist drei Jahre alt, als er sich das erste Mal an ein Klavier setzt. Dass er Talent hat, merkt man schnell. Mit elf erhält er ein Stipendium an der "Royal Academy Of Music", mit 15 tritt er regelmäßig als Barpianist in Londonder Pubs auf, spielt Standards von Ray Charles, aber auch schon eigene Songs.

1967 antwortet er auf eine Anzeige im "New Musical Express", in der Songwriter gesucht werden. Dwights Songs überzeugen, und so wird er engagiert, um die Texte eines gewissen Bernie Taupin zu vertonen, der sich ebenfalls auf die Anzeige gemeldet hatte. Der erste wichtige Karriereschritt ist getan. Nur sein Name hat zu wenig Star-Appeal, findet Reginald, den alle nur Reggie nennen. Also kombiniert er die Namen zweier Musiker, mit denen er in der Band Bluesology gespielt hat: Elton Dean und Long John Baldry.

John und Taupin schreiben zwei Jahre lang harmlos-seichte Pop-Songs für diverse Bands und Künstler - unter anderen "I Can't Go On" für die schottische Sängerin Lulu, die damit beim Grand Prix de la Chanson antritt. Doch schließlich ist die Zeit reif, unter eigenem Namen aufzutreten: 1969 erscheint das Elton-John-Debüt "Empty Sky", ein Jahr später gelingt ihm mit "Your Song" der Durchbruch.

Es ist die Vielseitigkeit, die an Elton John von Anfang an begeistert: Er pflegt den bombastischen Überschwang genauso wie die Introspektion, ist mal sensibler Singer-Songwriter, mal aufgedrehter Showman, beherrscht die Rocknummer genauso wie die Schwulst-Ballade. Pop, Boogie, Rock'n'Roll, klassische Einflüsse - Elton John schöpft aus vielen Quellen und haut von Anfang bis Mitte der 1970er Jahre einen Hit nach dem anderen raus: "Tiny Dancer", "Rocket Man", "Crocodile Rock", "Saturday Night's Alright For Fighting" oder "Don't Go Breaking My Heart".

Neben den filigran komponierten und arrangierten Songs ist es vor allem das extravagante Auftreten, das Elton John Aufmerksamkeit verschafft. Er tritt mal als Freiheitsstatue, mal als Donald Duck, mal als Mozart verkleidet auf, schmückt sich mit Straußenfedern und lässt sich beleuchtete Brillen für 5.000 Dollar bauen. Später bezeichnet er seine fantasievollen Bühnenoutfits als Reaktion auf seinen strengen Vater und dessen konservative Erziehung.

Auch an Musicals und Rockopern findet Elton John Geschmack: In der Filmversion der Who-Rockoper "Tommy", die 1975 in die Kinos kommt, gibt er den "Pinball Wizard".

Gegen Ende der Siebziger merkt John, dass auch er es nicht schafft, die Kerze an beiden Ende gleichzeitig am Brennen zu halten. Drogen und Alkohol gehen ihm an die Substanz. Er verkündet seinen Abschied von der Bühne und beendet die Zusammenarbeit mit seinem Texter Taupin.

Doch zum Glück ist die Auszeit nur von kurzer Dauer. 1979 tourt er als einer der ersten westlichen Popstars durch die UdSSR, 1980 spielt er vor 400.000 Zuschauern im New Yorker Central Park. Im Gegensatz zu vielen anderen Stars der Siebziger bleibt er auch in den 80er Jahren erfolgreich: "I'm Still Standing", "Nikita", "I Guess That's Why They Call It The Blues" oder "Sad Songs" sind nur ein paar seiner Hits aus dieser Zeit.

Auch privat gibt es Grund zum Feiern. 1984 heiratet John, der sich als bisexuell bezeichnet, die deutsche Tontechnikerin Renate Blauel.

Köln Calling: 1983 war Elton John zu Gast "Bei Bio" und bekam von Moderator Alfred Biolek seltsame Bücher und ein leicht irres Lachen überreicht.

Neben Brillen und Kopfbedeckungen hat John auch eine große Leidenschaft für Fußball. Er ist jahrelang Präsident des FC Watford, eines Proficlubs nördlich von London. Unter seiner Präsidentschaft wird Watford 1983 Zweiter in der englischen Meisterschaft, ein Jahr später erreicht der Club das Pokalfinale.

Königlicher Besuch: Beim "Live Aid"-Konzert 1985 triff Elton John hinter der Bühne auf Lady Diana. Die beiden sind sich sympathisch; es entsteht eine langjährige Freundschaft. Elton John bewundert das Auftreten und das soziale Engagement der englischen Kronprinzessin. Diana wiederum ist ein großer Fan seiner Musik. Ihr Lieblingslied: "Candle In The Wind".

Auf diesen Hit hätte er mit Sicherheit gerne verzichtet. Nach Dianas Tod im August 1997 singt er auf der Trauerfeier in der Westminster Abbey "Candle In The Wind" mit einem bearbeiteten, auf Diana zugeschnittenen Text. Der Song verkauft sich weltweit 33 Millionen Mal, die Einnahmen in Höhe von circa 55 Millionen Pfund kommen einer wohltätigen Stiftung zu Gute.

Grammys, Oscars, Ritterschläge durch die Queen, Nummer-Eins-Alben und ausverkaufte Tourneen: Die Erfolgswelle, auf der Elton John reitet, will einfach nicht brechen. Mit "König der Löwen" schreibt er die Musik für eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten, 2003 bekommt er in Las Vegas eine eigene Show namens "The Red Piano".

Geschätzte 300 Millionen Platten hat Elton John im Laufe seiner Karriere verkauft. Das macht ihn zu einem der reichsten Popstars überhaupt. Doch neben diverser Extravaganzen setzt er seinen Reichtum auch für gute Zwecke ein, wie die von ihm gegründete "Elton John AIDS Foundation".

Als 2005 in England eingetragene Partnerschaften zugelassen werden, sind Elton John und sein langjähriger Lebensgefährte David Furnish (li.) mit die ersten, die auf den Ämtern erscheinen. Neun Jahre später heiratet das Paar, das zwei Söhne hat, die von einer Leihmutter zur Welt gebracht werden.

Nach mehr als 50 Jahren im Showgeschäft verabschiedet sich Elton John von den Bühnen der Welt. Seine Abschiedstour nennt er "Farewell Yellow Brick Road", nach einem seiner schönsten und bekanntesten Songs. WDR 4 präsentiert die Show in Oberhausen am 12. Mai, und das ist uns einen Thementag wert.

Stand: 24.04.2019, 13:32

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