Der Weltenfalter Erwin Hapke, Teil 3: Der Wissenschaftler

Der Weltenfalter Erwin Hapke, Teil 3: Der Wissenschaftler

Von Thomas Köster

Aus welchen Formen besteht Natur? Das wollte Erwin Hapke mit seinen Faltwerken als Künstler erforschen. Und als Biologe am Max-Planck-Institut. Warum hat letzteres nicht geklappt? Eine Reise nach Berlin bringt Aufschluss.

Podcast "Erwin Hapke: Der Weltenfalter"

In seiner aus den immergleichen Modulen aufgebauten Faltkunst hat Erwin Hapke offenbar versucht, den Strukturen des Lebens auf die Spur zu kommen (hier ein Detail aus dem "Insektenzimmer"). Als promovierter Biologe war das in den 1970er Jahren auch am Max-Planck-Institut für Zellbiologie in Wilhelmshaven seine Aufgabe.

In seiner aus den immergleichen Modulen aufgebauten Faltkunst hat Erwin Hapke offenbar versucht, den Strukturen des Lebens auf die Spur zu kommen (hier ein Detail aus dem "Insektenzimmer"). Als promovierter Biologe war das in den 1970er Jahren auch am Max-Planck-Institut für Zellbiologie in Wilhelmshaven seine Aufgabe.

Viele Dokumente aus der Zeit hat Hapke vernichtet. Seinen Laborkittel allerdings hat er behalten. Hier hängt er in Hapkes Bibliothek, die neben Fachliteratur auch zahlreiche Bücher zu Flora und Fauna enthält.

Aber gibt es anderswo noch Dokumente zu Hapkes Vorleben als Biologe? Das Max-Planck-Institut für Zellbiologie in Wilhelmshaven wurde 2003 aufgelöst. Aber im Max-Planck-Archiv in Berlin - im Bild: der Lesesaal - müsste doch noch etwas zurückgeblieben sein?

Tatsächlich hat Archivar Thomas Notthoff Erwin Hapkes alte Personalakte gefunden, die er uns präsentiert. Wir erfahren:

Erwin war ein guter Schüler, der sich gut ausdrücken kann, fleißig mitarbeiten und sich im Unterricht sogar rege beteiligt. Ausgerechnet in Biologie, das er ab 1959 in Mainz und Gießen studiert, steht er allerdings nur befriedigend.

Im Oktober 1971 kommt er nach seiner Promotion ans Max-Planck-Institut für Zellbiologie nach Wilhelmshaven in die Abteilung von Professor Peter Traub, wo er laut Gehaltsabrechnungen sehr gut verdient.

Ein schwieriger Typ sei das gewesen, erinnert sich Traub später am Telefon. Ein militanter Nichtraucher, der japanischen Gastforschern schon mal die Aschenbecher versteckt habe. Sein Vertrag wird im April 1974 nicht verlängert.

Im Haus finden sich noch viele Präparate, die Hapkes Leidenschaft für die Natur dokumentieren. Von Nachbarsjungen gesammelte Tierschädel zum Beispiel, vielleicht aus der Zeit nach Wilhelmshaven oder noch aus der Zeit seines Studiums ...

... und einige mehr schlecht als recht selbst präparierte - und längst schon zerfallene - Schmetterlinge. Aufgespießt in alten Pralinenschachteln.

1974 endet Hapkes Job als Biologe, 1981 kommt er ins Elternhaus nach Fröndenberg zurück. Was hat er in den sieben Jahren dazwischen angestellt? Und wer ist die "glückliche Ulla", von der Hapke Fotos gehortet hat und die die Familie nicht kennt? Die Spurensuche geht weiter. In Teil 4 des Podcasts und der Fotostrecke.

Stand: 04.10.2019, 18:26 Uhr