Ruhrtriennale ist eröffnet

Tänzer proben im Landschaftspark Duisburg Nord-Nord das Stück "The Head and the Load"

Ruhrtriennale ist eröffnet

Die Ruhrtriennale hat begonnen - mit einem vielseitigen und politischen Programm. In den letzten Tagen ging es allerdings vor allem um die Antisemitismus-Debatte um die schottische Band Young Fathers. Intendantin Stefanie Carp verteidigte sich im WDR: Die Diskussion werde populistisch geführt und lasse keine Differenzierungen zu.

Die Ruhrtriennale startete Freitag Abend im Landschaftspark-Nord in Duisburg mit der Produktion "The Head and the Load" des südafrikanischen Künstlers William Kentridge. Das diesjährige Programm zeigt eine große Viefalt an Themen zum Thema Postkolonialismus und Migration. "Es ist für viele, auch für die Experten, eine Wundertüte", so der Kulturjournalist Stefan Keim. Das Programm sei sehr wagemutig und lasse von unterschiedlichen Seiten extreme Gedanken zu - aber eben als Gedankenanregung.

Ruhrtriennale eröffnet - Wettlauf der Boykotteure

WDR 3 Resonanzen | 09.08.2018 | 07:21 Min.

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Intendantin Carp: "Populismus in der Debatte geht mir auf die Nerven"

Um die Inhalte des Programms ging es zum Start allerdings weniger als um die seit Wochen anhaltende Antisemitismus-Debatte. Hintergrund ist die Einladung der schottischen Band Young Fathers. Sie steht der sogenannten BDS-Bewegung nahe, die für einen Boykott Israels eintritt. Die neue Intendatin Stefanie Carp hatte die Band eingeladen, nach heftiger Kritik an ihrer Entscheidung erst aus- und schließlich wieder eingeladen. Am Ende sagten die Musiker ihren Auftritt selbst ab.

"Es wäre klug gewesen, sie nicht erst auszuladen", räumt Carp im Gespräch mit WDR 5 "Scala" ein, wies weitere Kritik an ihrem Umgang mit dem Thema aber zurück. Die Ruhrtriennale werde international kuratiert, dewegen müsse man auch unterschiedliche Perspektiven zulassen. Antisemitismus in Werken gehe natürlich nicht - die Young Fathers hätten sich aber klar davon distanziert. "Mir geht der ganze Populismus in dieser Debatte auf die Nerven", so Carp.

Ruhrtriennale: "Veränderung mitgestalten"

WDR 5 Scala - Hintergrund Kultur | 09.08.2018 | 13:29 Min.

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NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hatte seine Teilnahme an der Ruhrtriennale 2018 wegen des Streits abgesagt. Der CDU-Politiker will keine der 33 Aufführungen besuchen. Carps Umgang mit der schottischen Band habe schwere Irritationen ausgelöst, hieß es dazu aus der Staatskanzlei.

Laschet meidet Ruhrtriennale

WDR 3 Resonanzen | 07.08.2018 | 07:43 Min.

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Das Kulturfestival in den imposanten, alten Industrieanlagen des Ruhrgebiets dauert bis zum 23. September und zeigt 33 Produktionen in 17 Spielstätten, etwa früheren Zechen und Industrieanlagen.

Neue Ideen für die Ruhrtriennale

WDR 3 Resonanzen | 24.04.2018 | 07:04 Min.

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Stand: 09.08.2018, 15:09