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WDR 3 Vesper vom 20.03.2021

WDR 3 Vesper vom 20.03.2021

Erbarm Dich mein! – Bußpsalmen als Klassiker der Kirchenmusik im ersten Teil der Vesper. In der zweiten Stunde stellt die Vesper eine Neuproduktion des WDR mit Michael Dücker und Johanna Seitz vor.

Vesper I

Bußpsalmen

17:04 - 17:45 Uhr

'Domine exaudi orationem meam' (David fleht zu Gott). Buchmalerei, Frankreich, Champagne, um 1185.

'Domine exaudi orationem meam' (David fleht zu Gott).

Düster und verzweifelt bittet der Sünder: „De profundis clamavi ad te domine“ – „Aus tiefer Not rufe ich, Herr, zu Dir!“ in Jan Pieterszoons Vertonung des 130. Psalms. Die Not und Verzweiflung verwandelt sich in hoffnungsvolle Klänge, der Büßende weiß um Gnade und Erlösung.
Im ersten Teil der heutigen Vesper stellen wir Ihnen fünf der sogenannten Bußpsalmen vor, eine Gruppe von Psalmen, die vom Kirchenlehrer Augustinus von Hippo zusammengestellt wurde und das Bekenntnis von Schuld als Thema haben. Einer der bekanntesten Bußpsalmen ist das so genannte Miserere, eine kurze Bezeichnung für den 51. Psalm. "Miserere mei Deus secundum magnam misericordiam tuam" – "Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen". Viele Komponisten vertonten diese alttestamentliche Bitte des Königs David, wir haben ein Werk des Renaissancemeisters Johann Walter ausgesucht. Es wurde zum Beispiel bei einer Bittprozession infolge einer seinerzeit herrschenden Seuche im Jahre 1529 gesungen.

Von Dorothee Prasser

Die Musikstücke zur Sendung

17:04 - 17:45 Uhr
KomponistTitel / LängeInterpret
Jan Pieterszoon Sweelinck"De profundis clamavi ad te Domine", SwWV 170
für 5 Stimmen
(4'12'')
Gesualdo Consort Amsterdam
Leitung: Harry van der Kamp
Johann Walter"Erbarm dich mein, o Herre Gott"
für Singstimmen und Ensemble
(7'03'')
Marie Luise Werneburg, Sopran
Mirko Ludwig, Tenor
Hermann Oswald, Tenor
Weser-Renaissance Bremen
Leitung: Manfred Cordes
Thomas Selle
"Domine exaudi"
für 4 Posaunen und Orgel
Motette
(1'30'')
Denny Wilke, Orgel
Opus 4
Leonhard Paminger
"Domine, ne in furore tuo"
für 5 Singstimmen
(8'04'')
Stimmwerck
Heinrich Schütz
"Hör mein Gebet und lass zu dir", SWV 200
für Chor und Basso continuo
(12'20'')
Weser-Renaissance Bremen
Leitung: Manfred Cordes

Vesper II

Tombeaux - musikalische Grabsteine

18:04 - 19:00 Uhr

Ein Blatt mit Noten

Tombeaux sind gewissermaßen "musikalische Grabsteine", die die Erinnerung an geschätzte Kollegen, berühmte Herrscher oder geliebte Familienangehörige wachhalten sollen. Auch wenn das Gedenken der Toten untrennbar mit dem Menschsein verbunden und damit sehr alt ist, entstand im 17. Jahrhundert eine neue, sehr besondere musikalische Form der Trauer-Erinnerung, eben das Tombeau. Dass dies zuerst bei den französischen Lautenisten so war ist kein Zufall, galt doch die Laute als ein Instrument, das mit seinem spezifischen Klang eine Verbindung zum Überirdischen und Göttlichen herstellen konnte. Von den überlieferten Tombeaux hat der Lautenist Michael Dücker eine interessante Auswahl getroffen und in einer Neuproduktion des WDR unter Mitwirkung der Harfenistin Johanna Seitz eingespielt.   

Von Chrisoph Barth

Werke von Denis und Ennemont Gaultier, Francois Dufaut, Silvius Leopold Weiss, Johann Jakob Froberger, Laurent de Saint-Luc u.a.

Redaktion: Richard Lorber

Stand: 04.03.2021, 14:29