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Jetzt läuft: Im Kampfe um s Dasein / Aus meinem Leben, E-Dur: Im Kampfe um's Dasein von Rudolph Erzherzog von Österreich

WDR 3 Vesper vom 11.04.2020

WDR 3 Vesper vom 11.04.2020

Karsamstag – der Tag zwischen dem Tod Jesu und seiner Auferstehung. Eine Vesper mit melancholischen Klagegesängen und Musik, die zur Verehrung des Heiligen Grabs erklingt.
In der zweiten Vesper-Stunde geht es um die hohe Kunst des Quartetts.

Vesper I

Grabeskirche Karsamstag

Grabeskirche Karsamstag

17:04 - 17:45 Uhr
Il Santo Sepolcro

Nebukadnezar II.

Nebukadnezar II.

Die Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr.: der babylonische König Nebukadnezar II. verschleppte das jüdische Volk in das babylonische Exil.

Giovanni Pierluigi da Palestrina

Giovanni Pierluigi da Palestrina

Zu dieser Zeit entstanden Klagelieder von wegweisender hebräischer Dichtkunst, die "Klagelieder des Jeremias". An der Jerusalemer Klagemauer werden sie wöchentlich rezitiert, aber auch die christliche Kirche singt sie - vorwiegend in der Karwoche. Klagende Gesänge in bewegender Mehrstimmigkeit hören wir unter anderem von Giovanni Pierluigi da Palestrina. Der Karsamstag beendet das Leiden Jesu, am Ende der 14 Stationen des Kreuzwegs steht das Heilige Grab.

Antonio Vivaldi thematisiert in einer kleinen Sinfonie "Al santo sepolcro" – "Am Heiligen Grab" die Trauer des Menschen über das Warten auf den Eintritt in die Ewigkeit. Der aus Bologna stammende Komponist Giacomo Antonio Perti widmete dem "Santo sepolcro" sogar ein ganzes Oratorium.

Von Dorothee Prasser

Die Musikstücke zur Sendung

17:04 - 17:45 Uhr
KomponistTitel / LängeInterpret
Carlo Gesualdo di VenosaO vos omnes
für 6 Stimmen
Responsorium
für die Karsamstag-Matutin
(3'20'')
Les Cris de Paris
Leitung: Geoffroy Jourdain
Alessandro della CiaiaOratione
für Singstimme und Instrumente
zu Karsamstag
(8'51'')
Roberta Invernizzi, Sopran
Laboratorio '600
Leitung: Franco Pavan
Giovanni Pierluigi da PalestrinaRecordare, Domine,
quid acciderit nobis
zu 3, 4, 6, 8 Stimmen
Lectio 3
aus: Sabbato Sancto
Klagegesang zum Karsamstag
(10'55'')
Laudantes Consort
Leitung: Guy Janssens
Antonio VivaldiAl santo sepolcro
Sinfonie h-moll
RV 169
(4'42'')
Concerto Köln
Ferdinando PaerAusschnitt
aus: Il Santo Sepolcro ossia
La Passione di Gesú Cristo
Oratorium
(6')
Simon Mayr Chorus
& Ensemble
Leitung: Franz Hauk
Giacomo Antonio PertiSinfonia
aus: Gesù al sepolcro
Oratorium
für Soli und Orchester
(2'40'')
Kammerorchester Basel
Leitung: Julia Schröder

Vesper II

Johann Joachim Quantz, historische Zeichnung aus dem 19. Jahrhundert

Johann Joachim Quantz

18:04 - 19:00 Uhr
Probierstein eines echten Contrapunctisten - Die hohe Kunst des Quartetts

"Ein Quatuor … ist eigentlich der Probierstein eines echten Contrapunctisten; aber auch eine Gelegenheit, wobey mancher, der in seiner Wissenschaft nicht recht gegründet ist, zu Falle kommen kann."

Georg Philipp Telemann

Georg Philipp Telemann

So formulierte es 1752 Johann Joachim Quantz in seinem "Versuch einer Anweisung die Flöte traversiere zu spielen". Und als "vorzüglich schöne Muster" nannte er die Quartette seines Kollegen Georg Philipp Telemann. Auch schon vor Telemann nutzten viele Komponisten den vierstimmigen Satz als Experimentierfeld für musikalische Innovationen. So wirken etwa Henry Purcells „4 part Fantazias“ von 1680 schon beinahe wie ein klassisches Streichquartett, das ja spätestens seit Joseph Haydn als die "Königsdisziplin der Kammermusik" gilt.

Die Sendung wirft einen Blick auf ganz unterschiedliche Quartett-Kompositionen zwischen Purcell und Haydn.

Von Helga Heyder-Späth

Die Musikstücke zur Sendung

18:04 - 19:00 Uhr
KomponistTitel / LängeInterpret
Henry PurcellFantazia Nr. 5 B-dur
aus: 4 part Fantazias
für Gambenconsort
(4'07'')
Fretwork
Luigi TagliettiConcerto F-dur
op. 6,4Concerto a quattro
con violoncello obligato
für zwei Violinen,
Viola, Violoncello
und Basso continuo
(7'33'')
Sonatori de la
Gioiosa Marca
Luca MarenzioVeggo, dolce mio bene
Madrigal zu 4 Stimmen
aus dem: Primo libro di
madrigali a quattro voci
(2'47'')
Concerto Italiano
Leitung: Rinaldo Alessandrini
Georg Philipp TelemannQuartett G-dur
TWV 43:G6
für Flöte, Oboe, Violine
und Basso continuo
(7'11'')
Musica Antiqua Köln
Johann Sebastian BachContrapunctus 6, a 4,
in Stylo francese
aus: Die Kunst der Fuge
BWV 1080
in Ausführung mit Cembalo
(3'26'')
Christian Rieger, Cembalo
Joseph HaydnQuartett h-moll
op. 33,1
Hob III:37
für zwei Violinen, Viola
und Violoncello
(22'28'')
Apponyi-Quartett

Redaktion: Richard Lorber

Stand: 30.03.2020, 18:34